"Thailand in der Krise – Erfahrungen nach der GTS 99, Bangkok"

RA Eberhard J. Trempel

Vortrag vor dem Asienkreis der Berliner Wirtschaft am 14. Dezember 1999

 

gts-eroeff.jpg (56054 Byte) Feierliche Eröffnung des German Technology Symposium, Bangkok 1999 (November)

durch den thailändischen Wirtschaftsminister  Superchai, Botschafter Erath, Dr. Paul Strunk, Hauptgeschäftsführer der German-Thai Chamber in Thailand,  Wirtschaftsminister Dr. Kajo Schommer

 

 

GTS 1999 in Bangkok
Zahlen und Fakten
Ausblick und Perspektiven
I GTS 1999 in Bangkok *
II Zahlen und Fakten *
III Ausblick und Perspektiven *
IV Die Asienkrise und Thailand *
V Vorläufiger Verzicht auf weitere IWF-Hilfe *
VI Agroindustrie: *
VII Neues Insolvenz- und Insolvenzverfahrensrecht *
VIII Die neue Verfassung Thailands *
IX Reform der Bürokratie *
X Einkommen und Verschuldung der Zivilbevölkerung nach 1997
XI Foreign Business ("Alien Business Act"). Act endgültig verabschiedet
XII Maßnahmen zur Anregung der Kreditvergabe *
XIII Exportförderung *
XIV Steuerreform (bis 2001) *
XV Steuererträge 1999 *
XVI Banken: Schulden bleiben stehen, während die Guthaben steigen *
XVII Wasserbauprojekte *
XVIII Ergebnisse: Perspektiven
XIX BOI Fair 2000, 2.-17. Februar 2000 in Bangkok *
XX OSTASIENHANDEL 1998 - 1999 *

Anfang November 1999 fand in Bangkok unter reger öffentlicher und vor allem deutscher Beteiligung das 6. GTS in Bangkok statt, das mit rd. 180 Ausstellern und einer Vielzahl Symposien einen neuen Höhepunkt in der Entwicklung der bilateralen Beziehungen darstellte.

Aus Berlin und Umgebung waren 10 Unternehmen anwesend, die sich in enger Zusammenarbeit mit den Berliner Wasserbetrieben in Bangkok gemeinsam präsentierten und damit ein gutes Beispiel für das Modell des "Huckepackverfahrens" anboten. Ein Modell, daß, wie wir später hören werden, äußerst erfolgreich umgesetzt wurde.

Zeitgleich zu zum GTS fand die Jahrestagung des DRV mit über 1000 Delegierten statt, die aus allen Teilen Deutschlands aus diesem Anlaß angereist kamen. Beide Veranstaltungen dokumentieren die gewachsene Bedeutung des Standorts Thailand für die bundesdeutsche Wirtschaft, wenn sie auch zugleich deutlich machen, wie sehr in der Ausrichtung der diversen Branchen die Dienstleistung von Handel und Produktion noch entfernt sind und umgekehrt. Beide Veranstalter hatten den jeweils anderen bei der Planung nicht berücksichtigt, so daß durchaus sinnvolle Synergieeffekte gar nicht erst diskutiert wurden.

Dieser Umstand sollte Anlaß sein, die Rolle der Dienstleistung und dienstleistungsnahen Betätigungen komplexer und ihrer Bedeutung angemessener zu betrachten. Dazu später.

Nach über 10 Tagen intensiver Gespräche und Verhandlungen läßt sich folgendes Stimmungsbild über den Standort Thailand am Wechsel zum nächsten Jahrtausend berichten:

Thailand ist gestärkt aus der Krise hervorgegangen. Die Krise ist ohnehin relativ zu sehen, denn nicht alle Wirtschaftsbereiche entwickelten sich negativ. So haben Investoren aus den USA, Japan, Hongkong und Europa die Finanzkrise vor allem genutzt, um preiswert einzukaufen, zum Nachteil der lokalen Wirtschaft.

Insbesondere für deutsche Unternehmen hat sich Thailand außergewöhnlich positiv entwickelt und wird dies unabhängig von der noch nicht ausgestandenen Finanzkrise auch weiterhin tun. So stiegen die Investitionen in Thailand seitens deutscher Unternehmen in den Jahren 1997, 1998 und 1999 im zweistelligen Prozentbereich weiter an – insgesamt gingen sie markant zurück ! -, was sicherlich auch auf den Umstand einer langfristigen und vor 1997 begonnenen Planung zurückzuführen ist. Aber immerhin, bis auf einige Großprojekte im reinen Baubereich haben die Investitionen im Produktionsbereich die Planung bestätigt. Sie sind nicht etwa ausgesetzt worden.

Die Teilnahme an der GTS hat sich für die Beteiligten in jeder Hinsicht gelohnt und den eigenen investiven Ansatz weiter untersetzt.

So konnte jeder Teilnahme aus eigener persönlicher Erfahrung lernen, was ein Wirtschaftsminister ist und welchen Nutzen sein Auftreten auf dem lokalen Parkett für die Unternehmen haben kann, was insbesondere in den Augenblicken gilt, in denen sowohl das Königshaus als auch die maßgeblichen Minister die Messe besuchen.

Die auffällig große sächsische Unternehmerdelegation – vorzugsweise Zulieferunternehmen der Automobilindustrie – kam in den Genuß eines 10 Tage vor Ort präsenten Wirtschaftsministers, der nicht nur immer wieder den Stand aufsuchte um für seine Unternehmen zu werben, sondern seine Anwesenheit auch dazu nutzte, thailändische Minister, Behörden und Unternehmen vor Ort für eine stärkere Zusammenarbeit mit "seinen" Firmen zu bewegen.

Die ersten Ergebnisse erscheinen erfolgversprechend, so daß sich Sachsen dahin orientiert, Thailand zum Schwerpunktland seiner Außenbeziehungen zu machen. Die Konzentration auf einen Standort scheint Vorteile für alle Beteiligten zu haben.

Aus Berliner Sicht wurde in diesem Zusammenhang deutlich, wie wenig Berlin herausragende Ereignisse im Ausland nutzt, um den Standort bzw. die Hauptstadt und ihre Umgebung selbst zu vermarkten.

Das Gefühl der Nichtsachsen oder Nichtbayern, bei internationalen Ereignissen aus Berliner Sicht keine besondere Rolle zu spielen oder öffentliche Wertschätzung zu erhalten, sollte nicht unterschätzt werden. Es demotiviert oder führt dazu, sich anderen Multiplikatoren zu öffnen. Die Sachsen und Bayern machen uns das "wie" vor. Stichwort: "Bayern International".

Ein gezielteres Marketing und vor allem eine aktive Unterstützung der Unternehmen vor Ort hat einen Wert, der diskussionswürdig sein sollte. Ziel: Wir gründen "Berlin International" und organisieren ein verstärktes politisches Backing, soweit das möglich ist.

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Die Asienkrise und Thailand

Wird allgemein auf das Banksystem zurückgeführt, welches bis zur Krise allerdings auch von den heute feststellbaren Kritikern überaus gelobt wurde.

Hauptproblem war allerdings nicht so sehr das Bankensystem wie die Kopplung der nationalen Währungen zu festen Kursen an den US-Dollar. Mit der Aufhebung dieser Bindung im Juli 1997 in Thailand und danach in Südostasien insgesamt waren Abwertungen der Währung bis zu 50 % in Thailand zur Folge, daß dann automatisch zur Zusammenbruch der Aktienmärkte führte. Anleger, hauptsächlich große Fonds und Fondsgesellschaften zogen über Nacht ihre Mittel ab, was mangels Krisenregulierungsmöglichkeiten von den beteiligten Regierungen nicht verhindert werden konnte. Die mithin größte Weltwirtschaftskrise 1945 erweist sich im nachhinein als ein Problem der sogenannten Deregulierung und der nicht vorhandenen Regelungsmechanismen in der derartigen internationalen Krisensituationen.

Die Problematik kurz in die Erinnerung gebracht:

Auf dem Hintergrund der sehr guten Bonitätseinstufung Südostasiens gingen die Länder und viele Unternehmen der Region dazu über, den nationalen Etatmarkt zu verlassen um international zinsgünstig Kredite aufzunehmen, was bei gesichertem Wechselkursrisiko durchaus sinnvoll erschien. Mit dem Wegfall der Anbindung an den Dollar und damit dem Währungsverfall waren Devisenkredite auf einmal erheblich teuerer, so daß im Einzelfall nur eine Frage der Zeit war, wann Zins- und Tilgungsleistungen ausgesetzt werden mußten.

Die thailändische Regierung hat trotz der erheblichen Krise die Politik der Marktöffnung nie zugunsten einer etwa stärkeren Regulierung erlassen. Sie war und ist stets darum bemüht, ausländischen Investoren günstige Rahmenbedingungen zu schaffen. Allerdings werden Regelungen immer dringender erforderlich, da eine grundlegende Bankreform nach wie vor aussteht und wie gesagt ein Großteil der faulen und nicht bedienten Auslandskredite nicht einmal gerettet sind.

Die Politik der Regierung war daher mehr im Ergebnis bis heute Schadensbegrenzung denn Schadensbeseitigung. Immerhin wurde der Bart (?) stabilisiert und eine nicht unerhebliche rund 30 Milliarden US-Dollar betragende Devisenreserve geschaffen. Allerdings verbunden mit einer fast totalen Einstellung des Kreditgewährens, was zu einer "Schottenwirtschaft" führte, in der Investoren dringend benötigte Gelder zu erheblichen Zinsbeiträgen auf dem schwarzen Markt sozusagen erwerben konnten.

Besonders betroffen von der Krise waren die kleinen – gerade im Aufschwung begriffenen Unternehmen der Elektrotechnikbranche, EDV-Zubehör sowie der Automobilzulieferindustrie.

Bankexperten befürchten eine neuen Finanzkrise, wenn die faulen Bankkredite nicht geklärt und einer dauernden Lösung zugeführt werden. Strecken von Zahlungen, Aussetzen oder Senkung von Zinslasten derzeit die üblichen Methoden. Haupthindernis der insoweit erforderlichen Sanierung ist das personelle Gefecht auf Führungsebene. Die enge Verstrickung der Beteiligten bedingt bis heute, daß nach nachhaltige Reformen, die auch mit einschneidenden Maßnahmen verbunden sind, nicht zum Tragen kommen. Das klassische Hamoniebedürfnis überwiegt hier vor rationaler Entscheidung.

Die Staatsverschuldung liegt insgesamt bei rund 87 Milliarden US-Dollar, wovon 65 Milliarden bisher keiner Klärung mit den Gläubigern zugeführt wurden, d. h. die Schuldenbereinigung steht nach wie vor aus. 25 Mrd. US-$ sind kurzfristig zu bedienen.

Haupthindernis ist die nicht vorhandene Bereitschaft der Banken entsprechende Abstimmungen mit den Gläubigerbanken bzw. Investoren herbeizuführen.

Der Staatshaushalt ist derzeit geplant negativ. Die insofern gezielte Überschuldung erfolgt derzeit noch mit rund 7 % für 1999 auf dem Hintergrund einer Abstimmung mit dem IWF, da die insoweit zusätzlich bereitgestellten Mittel der Regierung für Konjunkturprogramme jeder Art zur Verfügung stehen sollen.

Die Produktion hat im Jahre 1999 um rund 15,4 % zugenommen.

Die Zunahme basiert auf den konjunkturpolitischen Maßnahmen der Regierung, die eine Erhöhung der Haushaltsverschuldung auch im Jahre 1999 bewußt in Kauf nimmt.

Für Ende 2000 ist der Beginn der Tilgung eingeräumten und derzeit insgesamt in Höhe von 13,4 Milliarden gerufenen IWF Kredite geplant. Die gesamte Tranche die im Jahre 1997 zur Krisenbewältigung zur Verfügung gestellt wurde, beträgt rund 17,8 Milliarden US-Dollar, davon rund 5 Milliarden aus den Mitteln des IWF selbst.

Thailand leidet nach wie vor unter sinkenden Auslandsinvestitionen wenn man auf die Gesamtinvestitionen der Zeit vor 1997 abstellt, wobei dies Zahl kein wahres Bild von den tatsächlichen Erwägungen widerspiegelt, denn die Krise führte zu erheblichen Umschichtungen dergestalt, daß japanische, amerikanische aber auch deutsche Unternehmungen ihr Investitionsvolumen merklich erhöhen.

Die Exporte steigen 1999 auf rund 55 Milliarden US-Dollar und begründen damit eine Steigerung von rund 4 % im Verhältnis zum Vorjahr.

Hauptsächlich werden Agrargüter, Computerteile, Elektroniker, Pkw-Teile, Juwelen exportiert. Während umgekehrt die Importe steigen wie Rohstoffe, Öl Kapitalinvestitionsgüter mit einem geschätzten Umfang von rund 46 Milliarden auf einen Überschuß pro Jahr von rund 12 Milliarden DM ausmacht. Ein Überschuß der selbst bei einer Verkürzung auf die Hälfte durchaus geeignet ist, die Gesamtsituation auf Dauer nachhaltig zu verbessern, wenn auch nicht übersehen werden darf, daß ein passives Verhalten bei der Schuldenregulierung die Bereitschaft der Gläubigerbanken und Gläubiger insgesamt beeinträchtigen wird etwaige Zins- und Tilgungsstundungen oder Aussetzungen zu widerrufen.

Derzeit befürchtet Thailand aufgrund der positiven Entwicklung, daß der Rat sich allzu sehr festigt, was die Exportchancen thailändischer Produkte beeinträchtigen könnte. Weiterhin wird mit Sorge nach China geblickt, wo eine Abwertung der Währung dazu beitragen könnte, die Exportsituation in Asien zugunsten Chinas aufgrund sinkender Exportpreise zu beeinflussen, was dann wiederum unmittelbare Auswirkungen auf den Standort Thailand hätte.

Trotz der enormen Exportanstrengungen ist nicht zu verkennen, daß die Produktionsbetriebe nicht annähernd ausgelastet sind.

Die Kapazitätsgrenzen in der Produktion sind nach wie vor nicht erreicht worden, so daß in den Unternehmen zukünftig durchaus eine enorme Kostenproblematik auftaucht und zu bewältigen ist.

Wenn - und so ist der Durchschnitt – nur rund 50 % Auslastung in den Produktionsbetrieben besteht, stellt sich auf Dauer die Frage, wie denn die Kosten auf Dauer zu decken sind.

Hier zeichnet sich auf betrieblicher Ebene eine gänzlich neue Problematik dadurch ab, daß aufgrund der vorhandenen Kostenstruktur letztlich trotz steigender Exporte neue Verbindlichkeiten in den Betrieben begründet werden, die in Zukunft erhöhten Sanierungsbedarf mit sich bringen.

Die Thailändische Juristen Vereinigung sah sich insoweit auf dem Hintergrund der aktuellen Probleme bereits veranlaßt, einen "Club for Bank Deptors Right´s" zu gründen, der sich vorzugsweise an kleine und mittelständische Unternehmen wendet, um ihnen gegenüber Gläubigerbanken und Gläubigerpartnern bei sich abzeichnenden Krisen zu helfen.

Die Asienkrise war in Thailand konkret auch verbunden mit einem Machtwechsel auf Regierungsebene. Die politische und wirtschaftliche Struktur wurde bis in die Grundfesten erschüttert und zwar so nachhaltig, daß eine Befriedigung der politischen Landschaft nach wie vor nicht erreicht ist.

Ganz im Gegenteil, eine mittelfristige Planung der Regierung erscheint recht schwierig. Ungeachtet dessen erweist sich Thailand aufgrund seiner engen Anbindung an den IWF als Musterschüler, was dann auch dazu beiträgt, daß die Bereitschaft, Thailand weiterhin finanziell entgegen zu kommen, in Thailand am größten erwartet werden kann.

Nach wie vor problematisch aber auch im Wandel begriffen ist der Rückgang des privaten und öffentlichen Verbrauchs. Hier haben wir Investitionseinbußen im Jahre 1998 von rund 40 % im privaten Bereich und noch 17 % im Jahr davor zu verzeichnen. Hier fehlt die Liquidität und die Finanzkraft.

Eine besondere Bedeutung sollte für die weitere Entwicklung der Tourismus haben. Thailand trägt bereits heute bereits mit 10 % zum BIP bei. Die Zahl der Touristen und Devisenbringer stieg im vergangenen Jahr auf 8,3 Millionen Touristen, was einer Quote von rund 9 % entspricht. Wir haben hier alle 10 Jahre also rund eine Verdoppelung zu konstatieren, was nun deutlich macht, wie wichtig der Servicedienstleistungssektor hier wird.

Nach einer Umfrage des BOI machten rund 30 % der Binnen- und Exportbetriebe in der Krise Gewinn und nur rund 30 % Verluste, was allerdings zu relativieren ist. Diese Angabe muß im Verhältnis gesetzt werden zur Auslastung und den sich innerbetrieblich ergebenen Problemen der Unternehmen.

Wichtigste Wirtschaftsgüter: aus dem Bereich Bergbau- und Energiegewinnung Erdgas, Kondensate, Rohöl, Braunkohle und Zinnkonzentrat sowie Zucker, Bier, Spirituosen, Syntetikfasern, Baustahl, Zement und Automobile und Teile, Krafträder, Erdölprodukte und Güter der Elektrotechnik.

1999 wurde nach Plan noch ein weiteres Sinken des BIP im Verhältnis zum Oktober 1997 von rund 4,7 % erwartet. Derzeit mußte die Planung nach oben korrigiert werden, so daß die Planung dagegen ein Wachstum von 1,5 % bis 4% vorsieht, wobei die Prognosen stetig nach oben angepaßt werden.

Alle Sektoren wachsen derzeit, wobei nur das Bauwesen und das Finanzwesen nach wie vor eine rückläufige Tendenz aufweisen; im Bauwesen – 16 % im Verhältnis zum Vorjahr und im Finanzwesen – 45 %.

Die Aktienmärkte haben sich nach einer erheblichen Erholung bis zum Sommer 1999 wieder nach unten bewegt. So verloren die beliebten "Berliner Titel" "Thai farmers" und "Bangkok Bank" zeitweise mehr als 40% zum Stichtag 15.07.99.

Mit der Eröffnung des von Siemens geplanten und gebauten Skytrain, der durch KfW-Mittel finanziert wurde, öffnete sich am 05.12.99 ein neues Kapitel in der Geschichte der Infrastrukturentwicklung.

Vorläufiger Verzicht auf weitere IWF-Hilfe

In ihrer 8. Absichtserklärung (Letter of Intent) an den Internationalen Währungsfonds hat die thailändische Regierung mitgeteilt, daß sie einstweilen keine weiteren Zahlungen aus der vom IWF bereitgestellten internationalen Kredithilfe in Höhe von insgesamt 17,2 Mrd. US$ in Anspruch nehmen werde, da die wirtschaftliche Erholung des Landes offenbar begonnen habe. Das mit dem IWF kontinuierlich abgestimmte wirtschaftspolitische Reformprogramm werde sie allerdings beibehalten, dies auch im Hinblick auf ihren Wunsch, sich das Recht auf Inanspruchnahme der restlichen Kredithilfe zu sichern, die ihr bis zum Mai 2000 zur Verfügung steht. Bislang sind 13,47 Mrd. US$ ausgezahlt worden.

Das IWF-Direktorium (Board of Directors) hat seinerseits seine Befriedigung über die in der 8. Absichtserklärung (Lol) berichteten Fortschritte bei der Implementierung der wirtschaftlichen Reformprogramme - einschließlich der Beschlüsse zur Frage der uneinbringlichen Kredite thailändischer Banken - zum Ausdruck gebracht. Nach dem LoI erwartet Thailand für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum in der Größenordnung von drei bis vier Prozent. Frühere Schätzungen dieses Jahres rechneten mit etwa einem Prozent.

Staatsfirmen 1999 erreichen allenfalls 55 % der geplanten Umsätze und im wesentlichen auch Gewinne.

Agroindustrie

Thailand ist einer der weltgrößten Exporteure im Agrobereich und nicht nur zweitwichtigstes Wirtschaftsland in Südostasien. Der erst kürzlich im November 1999 verabschiedete Masterplan der Regierung sieht Investitionen von rund 990 Mio. Dollar bis zum Jahre 2004 zur Förderung der Exportindustrie vor, wobei vorzugsweise im Bereich Landwirtschaft gefördert wird. Gezielt wird die Förderung der Importsubstitution, wenn die Investitionsgüter der Exportindustrie –egal wo – zugeführt werden.

Bewässerungsprojekte gehören ebenso wie die Schaffung von fünf agroindustriellen Produktionszonen, die in die höchste Förderstufe für ausländische und inländische Investitoren des BOI eingestuften werden, zu den Mechanismen der Wirtschaftsförderung im staatlichen Programm die gezielt durch die Bezuschussung zur Verfügungstellung günstiger Kredite den Produktions- und Dienstleistungssektor stärken sollen.

Neues Insolvenz- und Insolvenzverfahrensrecht

Schaffung einer neuen Konkursordnung einschließlich eines neuen Konkursgerichts mit einer neuen Konkursverfahrensordnung, die von Spezialrichtern besetzt werden, was im Gegensatz zum bisherigen Zustand zu einer Beschleunigung der Verwertungsverfahren führen soll. Es liegt ein Bemühen vor, die Verfahrensdauer die oft über 10 Jahre dauern konnte zu beschränken und eine schnellere Verwertung der Sicherheiten zu gewährleisten.

Hauptproblem heute: Verwertung von bestellten Sicherheiten (Immobilien, Mobilien)

Die neue Verfassung Thailands

Die neue Verfassung aus dem Jahre 1998 stellt das Grundgerüst für eine Anpassung der thailändischen Verhältnisse an die Erfordernisse des nächsten Jahrtausends dar. Seit der Schaffung der konstituellen Monarchie in Thailand im Jahre 1932 wurden bis heute die Verfassung rund 16 x geändert, teilweise in Folge von militärischen Veränderungen im Lande doch so drastisch, daß jedenfalls die neue Verfassung eine völlig neue Qualität allein dadurch erlangt, daß diese aufgrund von vorherigen Konsultationen mit breiten Teilen der Bevölkerung zu stande gekommen ist. Die Regierung hat weiterhin im Zusammenhang mit der Verfassung ein Kontrollorgan außenstehender Rechtsanwälte geschaffen, die nichts weiter zu tun haben, als etwaige Gesetzesvorhaben vor Verabschiedung auf ihre Verfassungsmäßigkeit hin zu überprüfen. Kein Gesetz, daß heute verabschiedet werden soll, kann ohne diese Vorprüfung überhaupt realisiert werden.

Thailand bemüht sich, internationalen Standards gerecht zu werden. Dazu gehört die Schaffung einer Verwaltungsreform, was naturgemäß mit der Menschensrechtsdiskussion verbunden ist. Die Menschenrechtsdiskussion in Thailand hängt eng zusammen mit der Schaffung von Individualrechtschutz, denn nur wenn der Einzelne gegenüber der Staatsverwaltungsbürokratie geschützt ist, kann sich ein Rechtsstaat, Rechtsschutz und Vertrauensschutz ergeben. Thailand steht hier am Anfang einer Entwicklung, die sicherlich nicht widerspruchsfrei von statten gehen wird. Beachtenswert ist jedoch das Bemühen, sich jeder Herausforderung zu stellen, und eine den Verhältnissen des Landes angepaßte Regelung der Verhältnisse zu gewährleisten.

Die neue Verfassung hat ihre jüngste Bewegungsprobe bestanden. Erst kürzlich hat der Verfassungsgerichtshof die Privatisierungsgesetzgebung der Regierung bestätigt, wonach nunmehr der Weg frei ist, die staatlichen Unternehmen aus der Verantwortung des Staats herauszulösen.

Reform der Bürokratie

Über die Bemühungen der thailändischen Regierung zur Reform des Öffentlichen Dienstes in Thailand ist bereits verschiedentlich in der Presse berichtet worden. So hat die Regierung unter anderem um ein Programm zur Begünstigung eines vorgezogenen Ruhestandes mit dem Ziel, die manpower in der Bürokratie zu reduzieren und ihre Effizienz zu steigern, geschaffen. Obwohl der Eintritt in den vorgezogenen Ruhestand nur freiwillig erfolgen kann, wurde doch erwartet, daß zunächst einmal 30.000 Verwaltungsangestellte das Angebot annehmen werden. Diese Erwartung hat sich nun erfüllt.

Nach Angaben der Civil Service Commission haben sich 27.811 Verwaltungsangestellte um die Entlassung in den vorzeitigen Ruhestand beworben. 25.356 haben die Erlaubnis ihrer Vorgesetzten erhalten, sich bereits am 1. Oktober 1999 aus dein Arbeitsleben zu verabschieden. 2.345 dürfen am 1. Oktober kommenden Jahres gehen, 38 weitere am 1. Oktober 2001. Zielgruppe des Programms waren Bedienstete im Alter von 50 Jahren und mehr und solche, die schon länger als 25 Jahre im öffentlichen Sektor arbeiten. Von den bereits in diesem Jahr freiwerdenden 25.356 Stellen sollen etwa 20 Prozent, genau 5.071 Stellen, eingespart werden.

Einkommen und Verschuldung der Zivilbevölkerung nach 1997

Thailands National Statistical Office hat Pro-Kopf-Einkommen, ProKopf-Ausgaben und Pro-Kopf-Verschuldung in Thailand im Jahre 1998 mit einer Erhebung in der Zeit von Februar 1998 bis Januar 1999 festgestellt. Das Sample umfaßte 30.000 Haushalte in unterschiedlicher wirtschaftlicher und sozialer Lage. Innerhalb der Haushalte wurde das jeweils höchste Einkommen berücksichtigt. Zum Vergleich wurden die Zahlen von 1996 und 1994 hinzugefügt.

Was die Regionen angeht, so schließt "Bangkok' die Provinzen Nonthaburi, Pathum Thani und Samut Prakarn ein. Dafür sind sie in der Zentralregion "Zentral" nicht mit enthalten. Die Einheit ist Baht. Die Zahlen in Klammern geben die Veränderungen in Prozent gegenüber der vorangegangenen Zahl an.

Pro-Kopf-Einkommen in Baht

Region 1994 1996 1998
Landesweit 26.304 35.196 (33,8) 40.104 (13,9)
Bangkok 59.700 82.752 (38,6) 89.078 (07,6)
Zentral 28.296 36.000 (27,2) 42.108 (17,0)
Nord 21.336 29.076 (36,3) 33.864 (16,5)
Nordost 16.428 22.212 (35,2) 25.176 (13,3)
Süd 23.748 30.396 (28,0) 34.692 (14,1)

Pro-Kopf-Ausgaben (in Baht)

Region 1994 1996 1998
Landesweit 24.084 30.012 (24,6) 33.348 (11, 1)
Bangkok 49.704 65.676 (32,1) 70.778 (07,8)
Zentral 25.488 31.392 (23,2) 36.168 (15,2)
Nord 20.304 24.567 (21,0) 28.428 (15,7)
Nordost 16.524 20.028 (21,2) 21.324 (06,5)
Süd 22.260 27.144 (21,9) 29.292 (07,9)

Pro-Kopf-Verschuldung in Baht

Region 1994 1996 1998
Landesweit 08.260

14.054

(70,2)

18.831

(34,0)
Bangkok 20.767

38.221

(84,0)

38.747

(01,4)
Zentral 10.519

12.791

(21,6)

18.024

(40,9)
Nord 06.439

11.539

(79,2)

16.766

(45,3)
Nordost 04.411 09.051

(105,2)

13.661

(50,9)
Süd 06.026

09.712

(61,2)

13.421

(38,2)

Quelle: The National Statistical Office, Südostasien aktuell November 1999

Bei der Lektüre der Tabellen fällt auf, daß die Steigerung von 1996 gegenüber 1994 fast durchweg größer ist als die von 1998 gegenüber 1996. (Einzige Ausnahme: Pro-Kopf-Verschuldung in Zentral Thailand).

Landesweit sind 1998 (gegenüber 1996) die Einkommen der Thailänder um 14%, die Ausgaben um 11%, die Verschuldung aber (jeweils pro Kopf) um 34% gestiegen. Die höchste Pro-Kopf-Verschuldung tragen die Bürger von Bangkok mit 38.747 Baht oder knapp 44 Prozent ihres Pro-Kopf-Einkommens.

Das höchste Pro-Kopf-Einkommen haben die Bürger von Bangkok (im engeren Sinne) mit 94.656 Baht, gefolgt von denen in Nonthaburi (77.196), Pathum Thani (70.596), Phuket (70.488) und Samut Prakarn (66.216 Baht). Am ärmsten sind die Einwohner von Narathiwat (17,184 Baht), Mae Hong Son (18.024 Baht), Roiet (18.156 Baht), Kalasin (19.548 Baht) und Surin (20.220 Baht)

Die Familien von Akademiker, sonstigen professionals und leitenden Angestellten erzielten (1998) mit 387.684 Baht die höchsten Einkommen, machten aber mit 243.221 Baht auch die höchsten Schulden pro Kopf. Landwirtschaftliche Haushalte waren mit 13.300 Baht am wenigsten stark verschuldet. Dabei lag ihr Einkommen um 6.756 Baht oder 20,2% über ihren Ausgaben (33.348 Baht)

Foreign Business ("Alien Business Act"). Act endgültig verabschiedet

Das Repräsentantenhaus hat die Foreign Business Bill am 20. Oktober 1999 mit 186 gegen 8 Stimmen endgültig verabschiedet. Das neue Gesetz, das nach Billigung durch den König und Veröffentlichung in der Royal Gazette in Kraft getreten ist, stellt einen Kompromiß dar, der von einem gemeinsamen Ausschuß der beiden Häuser des thailändischen Parlaments ausgearbeitet worden ist.

Nach dem neuen Gesetz gilt:

"Ausländische Unternehmen" "Ausländische Unternehmen" sind nicht nur

Unternehmen mit ausländischer Mehrheitsbeteiligung (mindestens 50 Prozent), sondern auch in Thailand eingetragene Gesellschaften, bei denen die Anteile in ausländischer Hand ausreichen, das Management zu kontrollieren.

Eine Änderung des Senats, die den Zugang von Ausländern zu einer nicht näher spezifizierten Gruppe von "other service businesses" begrenzte, wurde im Ausschuß dadurch entschärft, daß Dienstleistungen, an denen die Beteiligung von Ausländern durch ministerielle Verordnungen gestattet worden ist, ausdrücklich ausgenommen wurden.

Ausländer, die in Thailand ein Unternehmen gründen wollen, müssen mindestens 2 Mrd. Baht (50.800 US$) investieren. In der vom Senat geänderten Version des Entwurfs sind es noch 3 Mrd. Baht.

Einige Geschäftsbereiche, die Ausländern bisher verschlossen waren, sind nun bedingt zugänglich. Voraussetzung ist ein Antrag an das Handelsministerium, über den dieses nach Prüfung des jeweils vorliegenden Falles entscheidet. Zu diesen bedingt zugänglichen Geschäftsbereichen zählen:

  • Produktion, Verkauf und Wartung 30 Thailand von Schußwaffen,
  • Transport zu Lande, zu Wasser und in der Luft,

Handel mit Antiquitäten und thailändischem Kunsthandwerk,

  • die Produktion von kunsthandwerklichen Erzeugnissen aus Holz, die Produktion von Seide,
  • die Herstellung von klassischen (thailändischen) Musikinstrumenten,
  • die Produktion von Zucker, die Produktion von Salz,
  • der Bergbau.

Andere geschäftliche Aktivitäten bleiben Ausländern weiterhin unzugänglich. Dazu gehören

  • die Veröffentlichung von Tageszeitungen sowie Rundfunk- und Fernsehprogrammen,
  • Reis- und Obstanbau, Milchtierhaltung, Forstwirtschaft und Fischerei und die Zucht von thailändischen Kräutern,
  • der Handel mit thailändischen Antiquitäten von historischem Wert,
  • die Herstellung von Buddha-Figuren und der Handel mit Grund- und Boden.

Geschäftsbereiche, zu denen Ausländer auf Antrag zugelassen werden können, sind

  • rice milling,
  • das Rechnungswesen,
  • rechtliche Dienstleistungen,
  • technische Dienstleistungen,
  • Werbung,
  • Reiseführung und -vermittlung

und

  • der Verkauf von Essen und Trinken.

Wer als Ausländer in diesen Bereichen tätig werden will, muß dies beim Generaldirektor der Abteilung Handelsregister (Commercial Registration Department) im Handelsministerium beantragen.

Das neue Gesetz ersetzt im Jahre 1972 durch Verordnung einer Militärjunta gesetztes Recht. Die damalige Sprachregelung nannte das Gesetz "Alien Business Act".

Wenn eine BOI Förderung erfolgt, kann die ausländische Beteiligung bis zu 100 % vorliegen. Insoweit ist dann auch ein voller Landerwerb möglich.

Die BOI-Regeln ersetzen das Alien-Buisness-Law.

Geld und Freiheitsstrafensanktionen sind zu beachten, wenn Investitionsbedingungen umgangen werden sollen, d. h. eine illegale Produktions- und Investitionstätigkeit riskiert wird.

 

Verschlossen bleiben Ausländern weiterhin ausdrücklich Thailändern vorbehaltene Gebiete etwa im Bereich des

  • Betriebs von Radio- und Fernsehstationen,
  • im Bereich der Landwirtschaft und
  • im Bereich Kunsthandel.

Alle Tätigkeit im Bereich der nationalen Sicherheit sind weiterhin ebenfalls ausschließlich Thailändern vorbehalten.

Weiterhin sind geschützt die Bereiche in denen das Land noch nicht wettbewerbsfähig ist. Das betrifft den Bereich der Dienstleistung z. B. Energieering, Architektentätigkeiten, den Bereich der Wirtschaftsprüfung und Rechtsberatung, wobei allerdings auch hier Ausnahmen möglich sind, die über das BOI erreicht werden können. Der Direktor General des Commercel Resorts Office kann Ausnahmen zubilligen, wenn dies sachdienlich erscheint, was sachdienlich ist, ist Verhandlungssache.

  1. Maßnahmen zur Anregung der Kreditvergabe
  2. Thailands Regierung und die Zentralbank haben Maßnahmen ergriffen, um die Bereitschaft der Banken zur Vergabe neuer Kredite zu verbessern.

    Haupthindernis ist noch immer der hohe Anteil der faulen Kredite (NPLs), der sich Mitte Oktober auf etwa die Hälfte der noch ausstehenden Kredite belief. Bei einer Gesamtsumme von 5,5 Billionen Baht (141 Mrd. US$) insgesamt ausgereichter Kredite beläuft sich die Summe der z.Zt. als uneinbringlich geltenden Kredite auf 2,7 Billionen Baht (69,2 Mrd. US$). Ein Drittel der NPLs (entsprechend 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts) werden abgeschrieben werden müssen.

    Das Finanzministerium hat Steuervergünstigungen für Finanzinstitute, die ihre Schulden restrukturieren, um zwei Jahre (bis Dezember 2001) verlängert. Davon profitieren auch asset management companies, die gegründet wurden, um die faulen Kredite von Finanzinstituten abzuwickeln. (Die Steuervergünstigungen hätten am 31. Dezember 1999 auslaufen sollen.)

    Die Bank of Thailand hat die Vorschriften für die Absicherung des Risikos bei Ausleihungen gelockert. Von Oktober 1999 ab brauchen Finanzinstitute keine Rückstellungen mehr vorzunehmen, wenn es andere Sicherheiten für die Kredite gibt. Bisher waren die Institute gehalten, Rückstellungen in Höhe von 1% des Wertes aller bedienten Kredite vorzunehmen, auch wenn die Kreditnehmer angemessene Sicherheiten geboten hatten. Die nun gelockerten Vorschriften erstrecken sich auch auf faule Kredite insoweit als die bisherigen Rückstellungen für die Teile der Kreditsumme entfallen, für die es andere Sicherheiten gibt.

  3. Exportförderung
  4. Thailands Exportwirtschaft liegt seit 1996 im Argen: Nullwachstum in 1996, leichte Erholung (unter 5%) in 1997, erneuter Rückgang (knapp über 5%) in 1998 - trotz massiven Wertverlustes der thailändischen Währung -, und dann, im 1. Quartal 1999, noch einmal ein etwa 4%iger Rückgang gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres. Das sah nicht so aus, als erfüllten sich die Hoffnungen, die dem Export zutrauten, das Land aus der Krise zu schleppen.

    Die Folge waren verstärkte Anstrengungen der Regierung, die Ausfuhr thailändischer Güter wieder in Schwung zu bringen. Eines der dazu ausgearbeiteten Programme ist das Emerging Market Export Promotion Scheme. Hauptzweck des Plans ist es, thailändische Exporteure dazu zu bringen, daß sie sich auf neue Märkte wagen.

    Nach Auskunft des stellvertretenden Handelsminister Goanpot Asvinvichit hat sich das Verhältnis der Exporte in die "alten Märkte' (Japan, USA, EU) zu denen in die "neuen Märkte" (Nah-Ost, Osteuropa, Lateinamerika) seit zehn Jahren erstaunlich wenig verändert. Das soll nun anders werden. Nach dem neuen Plan werden thailändische Exporteure, die sich auf neue potentielle Märkte wagen, massiv unterstützt:

    Das International Trade Promotion Fund Committee hat einen mit 750 Mio. Baht ausgestatteten Fonds geschaffen, um Exporte in die neuen potentiellen Märkte fünf Jahre lang (19992003) zu fördern. Also stehen pro Jahr 150 Mio. Baht zur Verfügung, die an die Export-Import Bank of Thailand gehen, um Exporteuren zu helfen, die ihre Ausfuhren in die ausgewählten neuen Märkte steigern oder auch erstmals in solche Märkte exportieren.

    Das Handelsministerium hat ein Export Promotion Center eingerichtet, um Exporteuren bei ihren ersten Schritten auf den neuen Märkten zu helfen, praktisch und finanziell wo es um den Versand von Mustern, Dolmetscher für Nicht-Englisch-Sprachen, Unterbringung oder Transport vor Ort, die Anmietung von Messeständen und dergleichen geht, durch Rat und Informationen, wo es darum geht, 32 Thailand wie man überhaupt Zugang zu den neuen Märkten erhält.

    Ein Export Credit Cooperation Center wurde eingerichtet, das mit anderen einschlägigen Stellen wie der Bank of Thailand, der EXIM Bank oder dem Finanzministerium kooperiert, um Liquiditätsprobleme thailändischer Exporteure, insbes. kleinerer und mittelgroßer Unternehmen, zu lösen.

    Das Finanzministerium hat im Prinzip zugestimmt, daß Ausgaben, die im Zusammenhang mit der Erschließung neuer Märkte entstanden sind, steuerlich erheblich begünstigt werden.

    Das Programm ist im März dieses Jahres angelaufen. Beobachter meinen, daß seine Bedeutung über die eines kurzfristigen Ansporns zur Exportsteigerung im Sinne eines Beitrags zur Krisenbewältigung hinausgeht. Es dient überdies der langfristig wichtigen Strukturanpassung der Exportwirtschaft. Die Diversifikation der thailändischen Exportmärkte wird die Abhängigkeit des Landes von seinen traditionellen Märkten wie Japan oder den USA verringern.

    Das Emerging Market Export Promotion Scheme und die im dritten Stimulierungspaket enthaltene Senkung von Importabgaben v.a. auf Rohmaterialien, Vorprodukte und produets that are not being produced domestically haben neben anderen Maßnahmen dazu beigetragen, daß die thailändischen Exporte im zweiten und dritten Quartal dieses Jahres deutliche Anzeichen einer Erholung erkennen ließen. Das Regierungsziel für die Exportwirtschaft im Kalenderjahr 1999 war ein Wachstum von etwa 4 Prozent. Um dies zu erreichen, müßten Waren im Wert von 56,6 Mrd. US$ ausgeführt werden. In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden - trotz des schlechten Ergebnisses im ersten Quartal Exporteinnahmen von nicht weniger als 42,34 Mrd. US$ erzielt. Damit erscheint das o.a. Ziel erreichbar.

  5. Steuerreform (bis 2001)
  6. Reformmaßnahmen: Begrenzte Herabsetzung der Körperschafts- und Einkommensteuer bis zum Jahre 2001 um 2 % sowie einer Herabsetzung der Umsatzsteuer um 3 % von 10 auf 7 % bis zum Jahre 2001.

    Bis zu 8 Jahren Steuerfreiheit für Produktionsunternehmen , die dann nach DBA steuerfrei transferiert werden können.

  7. Steuererträge 1999
  8. Die Abteilung Staatseinnahmen im Finanzministerium gab am 13. Oktober bekannt, daß die Steuereinnahmen für das Haushaltsjahr 1998/99 (Oktober bis September) die Zielvorstellung um 18,04 Mrd. Baht übertroffen hätten. Allerdings lag die Summe dieser Einnahmen mit 452,11 Mrd. Baht um 9,39% unter den Einnahmen des Vorjahres (498,9 Mrd.).

    Die 1999 gezahlte Körperschaftssteuer belief sich auf 108,56 Mrd. Baht. Diese Summe liegt um 9,11 % über der des Vorjahres. Dafür lagen die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer (201,96 Mrd.) und aus der (persönlichen) Einkommensteuer (106,13 Mrd.) um 13,09 bzw. 13,67% unter den Ergebnissen des Vorjahres.

    Herabsetzung der Energiesteuer für das produzierende Gewerbe sowie Energieproduzenten von 10,5 auf 5 %. Erhebliche Senkung von Importsteuern und Einfuhrzöllen zum Zwecke des Investitionsanreizes.

  9. Banken: Schulden bleiben stehen, während die Guthaben steigen
  10. Obwohl die Zinsen auf ungewohnt niedrigem Niveau verharren, nehmen die Guthaben weiter stetig zu. Im Juli 1999 betrugen die Depositen in thailändischen Banken insgesamt 4,63 Billionen Baht, was einer Steigerung von 4 Prozent gegenüber demselben Monat des Vorjahres entspricht. Auf der anderen Seite nehmen die Ausreichungen der Banken weiter ab: im Jahresvergleich um 6,1 Prozent au 5,37 Mrd. Baht im Juli 1999.

    Diese positive Entwicklung kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß das derzeitige Bankensystem offen für jede Form der Manipulation ist. So kann nicht festgestellt und überprüft werden, ob die diversen Schuldner ihre Kreditverbindlichkeiten nicht lediglich umgeschuldet haben, in den bei einer andere Bank einfach zu nunmehr günstigeren Bedingungen

  11. Wasserbauprojekte
  12. Thailand leidet zunehmend unter Wasserknappheit, was den erhöhten Bedarf einerseits durch die Ausdehnung der Agroindustrie beinhaltet, andererseits der negativen Entwicklung in der Bergregion zu verdanken ist, wo durch Abholzungen notwendige Schutzmaßnahmen beeinträchtigt werden und Klimaveränderungen dazu beitragen, daß Wasser ein wichtiges Wirtschaftsgut wird.

    Programm zur Errichtung von Deichen und artesischen Brunnen vorhanden. Rund 20 % des Wasserverbrauchs geht auf Verschwendung zurück.

  13. Ergebnisse: Perspektiven

Perspektiven für deutsche Unternehmer ergeben sich auf folgenden Sektoren:

  • Projektentwicklung
  • Infrastruktur und Verkehr
  • Bauleitung, Planung
  • Automobilzulieferindustrie
  • Eletrotechnik
  • EDV-Zubehör
  • Agroindustrie (Produktion, Ausbildung, Vermarktung)
  • Business Engeneering
  • Tourismus
  • Marketing
  • Produktmarketing
  • Ausbildung (Schule, Unternehmen)
  • EDV-Internet, Netzwerktechnik
  • Kommunikation
  • Mediamarketing
  • Wasserbau, Landwirtschaft
  • Ökologieprojekte (Wald, Wasser, Aufbereitung)
  • Bergbau
  • Importsubstitution
  • Verpackung
  • Energie(einsparung)
  • Klimatechnik
  • Solartechnik
  • Messewesen
  • Unternehmensberatung (Sanierung, Reorganisation, Insolvenzberatung)
  • Produktionsplanung
  • Finanzdienstleistung
  • Betriebswirtschaft, Wirtschaftsprüfung
  • Möbelindustrie
  • Textilindustrie, modernes Design
  • Food, Beverage

Zur besonderen Förderung der Landwirtschaft plant die Regierung die Errichtung von 800 Technologiezentren speziell zur Unterrichtung von Bauern für die Schaffung verbesserter Anbau- und Marketingmethoden. Die Zentren werden landesweit geplant, wobei gleichzeitig das Genossenschaftswesen entwickelt und begründet werden soll.

  1. BOI Fair 2000, 2.-17. Februar 2000 in Bangkok
  2. Im Februar 2000 findet die wohl größte vom BOI jemals veranstaltete Investorenmesse in Bangkok statt, die sich an die internationale Öffentlichkeit wendet. Auskünfte über die Teilnahmemöglichkeiten und die vorhandenen Sonderkonditionen der Teilnahme erteilt das BOI in Frankfurt/Main.

  3. OSTASIENHANDEL 1998 - 1999

Hinsichtlich der Exportstatistik sei folgendes erwähnt:

Diese variiert je nach Abrechnung in Baht (?) oder US-Dollar. Für uns entscheidend allein ist die US-Dollar-Abrechnung, wonach die erwähnten Überschüsse von rund 12 Milliarden US-Dollar pro Jahr durchaus interessant erscheinen.

Nicht enthalten in den nachfolögenden Aufstellungen sind die Anteile deutscher Unternehmen am Handel, der über Drittstaaten abgewickelt wird.

Deutsche Exporte 1997 - 1998 (in Mio DM)

Exporte Exporte .    
  in %      
Land Jan-Dez 1998 Jan-Dez 1997 Veränd Veränderg. %
Japan 18.362,6 20.476,6 -2.114,0 -10,3
China, VR 11.899,4 10.628,7 1.270,7 12,0
Taiwan. 8.412,8 8.166,3 246,5 3,0
Hongkong 6.574,9 7.903,4 -1.328,5 -16,8
Singapur 5.239,6 6.185,4 -945,8 -15,3
Korea, Rep 5.029,5 9.234,0 -4.204,5 -45,5
Indien 3.872,6 4.455,9 -583,3 -13,1
Malaysia 3.438,1 4.803,3 -1.365,2 -28,4
Indonesien 3.338,6 5.208,6 -1.870,0 -35,9
Thailand 3.029,5 4.535,2 -1.505,7 -33,2
Philippinen 1.513,8 2.236,3 -722,5 -32,3
Vietnam 629,9 501,2 128,7 25,7
Sri Lanka 383,9 331,4 52,5 15,8
Bangladesch 194,8 281,2 -86,4 -30,7
Mongolei 143,4 107,5 35,9 33,4
Myanmar 90,1 91,3 -1,2 -1,3
Macao 82,2 217,0 -134,8 -62,1
Brunei 81,2 186,5 -105,3 -56,5
Korea, DVR 43,3 73,8 30,5 -41,3
Nepal 27,1 37,9 -10,8 -28,5
Kambodscha 26,4 34,7 -8,3 -23,9
Laos 24,7 6,6 18,1 274,2
Malediven 16,7 12,4 4,3 34,7
Bhutan 1,2 1,8- -0,6 -33,3
Insgesamt: 72456,3 85.717,0 -13.260,7 -15,5

1 Vofläufige Zahlen

Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, OAV-Wirtschaftshandbuch

 Deutsche Importe 1997/1998 (in Mio DM)

  Importe *) Importe *) Veränd. Veränd.
Land Jan-Dez 1998 Jan-Dez 1997 absolut in%
Japan 40.651,1 36.838,4 3.812,7 10,3
China, VR 22.964,6 21.435,8 1.528,8 7,1
Taiwan 9.745,8 8.990,9 754,9 8,4
Korea, Rep. 6.754,1 6.581,4 172,7 2,6
Singapur 5.478,0 5.545,1 -67,1 -1,2
Malaysia 5.373,3 5.194,1 179,2 3,5
Indien 4.228,4 4.151,3 77,1 1,9
Indonesien 3.956,7 4.077,0 -120,3 -3,0
Hongkong 3.931,4 3.668,8 262,6 7,2
Thailand 3.888,5 3.519,0 369,5 10,5
Philippinen 2.549,6 2.269,7 279,9 12,3
Vietnam 1.568,4 1.387,3 181,1 13,1
Bangladesch 922,9 820,1 102,8 12,5
Sri Lanka 498,6 497,4 1,2 0,2
Macao 446,1 430,8 15,3 3,6
Nepal 181,8 225,1 -43,3 -19,2
Kambodscha 104,4 113,3 -8,9 -7,9
Myanmar 87,2 65,4 21,8 33,3
Korea, DVR 52,4 75,5 -23,1 -30,6
Laos 41,6 48,4 -6,8 -14,0
Mongolei 10,7 12,0 -1,3 -10,8
Malediven 7,4 8,0 -0,6 -7,5
Brunei 1,4 5,2 -3,8 -73,1
Bhutan 0,2 0,2 0,0 0,0
Insgesamt: 113.445,0 105.960,0 7.484,4 7,1

*) Vorläufige Zahlen

Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden

 Deutsche Exporte 1. Halbjahr 1998/1999 (in Mio DM)

Land Jan.-Juni 1999 Jan.-Juni 1998      
  Exporte *) Exporte *) Veränd. Veränd.%  
Japan 9.793,0 9.157,5 635,5 6,9  
China, VR 6.400,2 5.511,0 889,2 16,1  
Taiwan 3.891,6 4.414,2 -522,6 -11,8  
Hongkong 3.103,1 3.678,7 -575,6 -15,6  
Korea, Rep. 2.753,9 2.518,3 235,6 9,4  
Singapur 2.600,9 2.635,7 -34,8 -1,3  
Indien 1.812,2 1.965,4 -153,2 -7,8  
Malaysia 1.355,3 1.959,4 -604,1 -30,8  
Thailand 1.353,5 1.541,8 -188,3 -12,2  
Indonesien 903,7 1.735,4 -831,7 -47,9  
Philippinen 824,4 810,4 14,0 1,7  
Vietnam 221,1 288,3 -67,2 -23,3  
Sri Lanka 145,7 203,8 -58,1 -28,5  
Bangladesch 78,9 96,3 -17,4 -18,1  
Myanmar 49,9 52,6 -2,7 -5,1  
Macao 27,7 44,5 -16,8 -37,8  
Mongolei 27,5 87,4 -59,9 -68,5  
Korea, DVR 23,7 26,8 -3,1 -11,6  
Brunei 19,8 50,8 -31,0 -61,0  
Nepal 12,4 13,0 -0,6 -4,6  
Kambodscha 11,5 14,2 -2,7 -19,0  
Laos 10,1 9,2 0,9 9,8  
Malediven 7,7 6,3 1,4 22,2  
Bhutan 0,6 0,4 0,2 50,0  
           
Insgesamt: 35.428,4 36.821,4 -1.393,0 -3,8  

Deutsche Importe 1. Halbjahr 1998 - 1999 (in Mio)

Importe *)   Importe *) Veränd. Veränd. in%
Land absolut      
Japan 20.352,3 20.786,4 -434,1 -2,1
China, VR 11.620,4 10.896,9 723,5 6,6
Taiwan 4.998,1 4.779,7 218,4 4,6
Korea, Rep. 3.729,2 3.438,4 290,8 8,5
Singapur 2.399,2 2.934,5 -535,3 -18,2
Malaysia 2.252,5 2.689,6 -437,1 -16,3
Indien 2.108,7 2.156,7 -48,0 -2,2
Thailand 1.897,5 1.918,0 -20,5 -1,1
Indonesien 1.739,2 1.892,1 -152,9 -8,1
Hongkong 1.661,5 1.898,3 -236,8 -12,5
Philippinen 1.217,2 1.252,8 -35,6 -2,8
Vietnam 862,5 763,6 98,9 13,0
Bangladesch 443,8 430,0 13,8 3,2
Sri Lanka 221,5 240,6 -19,1 -7,9
Macao 164,1 224,1 -60,0 -26,8
Nepal 92,8 90,2 2,6 2,9
Kambodscha 50,5 54,2 -3,7 -6,8
Myanmar 47,3 43,5 3,8 8,7
Laos 24,4 19,7 4,7 23,9
Korea, DVR 21,5 24,4 -2,9 -11,9
Malediven 3,9 3,5 0,4 11,4
Mongolei 3,9 4,7 -0,8 -17,0
Brunei 1,2 0,3 0,9 300,0
Bhutan 0,1 0,1 0,0 0,0
Insgesamt: 55.913,3 56.542,3 -629,0 -1,1

Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden 

Berlin, den 14.12.99

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