"Sozialismus ist die profunde wissenschaftliche Antwort auf Probleme, die im Kapitalismus gar nicht existieren" Eberhard J. Trempel Vietnam - Wirtschafts- und Investitionsstandort Auszüge aus dem Vortrag gehalten in Wiesbaden 1993 Trempel & Associates Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer Steuerberater Berlin/Hanoi 1993 Inhalt Wirtschaftspartner Vietnam Vietnam is the "Tiger on a Bicycle" Wirtschaftspartner Vietnam Der Aufbau wirtschaftlicher oder sogar gesellschaftsrechtlicher Beziehungen zu Vietnam wirft eine Vielzahl von Fragen auf, die einerseits den technischen Ablauf der Kontaktaufnahme, andererseits die rechtliche Rahmenbedingungen und in der Folge praktischen Schwierigkeiten vor Ort betreffen. Für deutsche oder westeuropäische Unternehmen steht Vietnam noch immer nicht im Zentrum des Interesses, wenn auch die wichtigen und großen Handelshäuser und Unternehmen ihr Standbein schon seit langem im Lande haben. Nach einer Studie der Nomura Research Institute Deutschland GmbH (NRI) hängt dies maßgeblich mit der bisherigen handelspolitischen Bedeutung der südostasiatischen Region zu tun, die mit einem Anteil von nur 5% der deutschen Exporte bisher nicht die Bedeutung hat, die ihr an sich gebührt. Hierbei gehört Thailand noch zum Raum Südostasien. Zum Vergleich: zehn mal mehr Gelder als aus Deutschland fließen allein aus der Schweiz in die Region. Mit einer Wachstumsrate zwischen 1989 = 8 %, 1990 = 5 %, 1991 = 4,8 %, 1992 = 8,2 % und einer Voraussage für 1993 in Höhe von 7,8 % gehört dabei Vietnam mit zu den Ländern, die die derzeit und auf Dauer dynamischste Region der Welt repräsentieren. Aus deutscher Sicht scheint die Dynamik der asiatisch-pazifischen Wirtschaftsregion in der Praxis der Auslandsinvestition keine bedeutende Rolle zu spielen, da nach wie vor das Sicherheitsdenken zu Geldanlagen oder Beteiligungen in Regionen führt, die zwar als relativ sicher und stabil, mittel- und langfristig aber erst wieder unter Beweis stellen müssen, daß sie das in sie gesetzte Vertrauen tatsächlich verdienen. Die asiatisch-pazifische Konkurrenz hält sich vor allem aufgrund des erhöhten Lohnniveaus im eigenen Land mit Aktivitäten und Investitionen weit weniger zurück. Das gilt insbesondere für den Wirtschaftsstandort Vietnam. Seit Beginn der Öffnungs- und Reformpolitik im Jahre 1986 nimmt der Zustrom vor allem taiwanesischer, südkoreanischer, japanischer Unternehmen, um nur einige Investorenländer zu nennen, ständig zu, so daß Kritiker der deutsch-europäischen Investitions- und Regionalpolitik schon davor warnen, daß der Marktzugang aufgrund des strategischen Vorteils der Konkurrenz kurzfristig erheblich behindert sein könnte, wenn nicht eine schnelle und umfassende Neuorientierung in der Außenwirtschaftspolitik der Regierungen und Unternehmen durchgesetzt werden kann. Es besteht die Gefahr, daß nicht die größeren die kleineren, sondern die schnelleren die langsamen Unternehmen vom Markt verdrängen. Die Bedeutung europäischer Unternehmen, ja der Bestand der Beziehungen zwischen Vietnam und dem westlichen Wirtschaftssystem insgesamt scheint grundsätzlich infrage zu stehen, wenn die Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen in den letzten Jahren und der Stand der Auslandsinvestitionen analysiert wird. Vietnam auf dem Weg nach Asien - Von Europa nach Asien - Ein beachtliches Problem in der außenwirtschaftlichen Entwicklung Vietnams stellt der enorme Rückgang des Handels mit Osteuropa dar, der im Jahre 1986 noch rund 73,1 % des vietnamesischen Gesamtaußenhandels ausmachte, während der asiatische Anteil lediglich bei 13,8 % lag. Der Zusammenbruch des RGW zwang Vietnam dazu, sich nicht nur stärker dem Weltmarkt, sondern in erster Linie dem 20 Jahre vernachlässigten Markt vor der eigenen Haustür zu widmen. In Folge der veränderten Bindungen des Landes verringert sich seit 1986 der Anteil des Handels mit europäischen Partnern zunehmend. Während er 1990 nur noch 54,7 % betrug, beträgt er im Jahre 1991 nur noch 22,1 %. Das Handelsvolumen mit asiatischen Partnern wuchs dagegen auf 62,5 %.
Das Exportvolumen Vietnams nach Asien betrug 1991 rund 1,315 Milliarden US-Dollar, während die Importe aus dieser Region bei 1,288 Milliarden US-Dollar lagen. Die Exporte nach Europa betrugen in diesem Jahr lediglich 274 Millionen US-Dollar, während die Importe 646 Millionen US-Dollar ausmachten, so daß in diesem Jahr ein Defizit von 372 Millionen US$ zu verzeichnen war.
Handelsbeziehungen mit Vietnam aus deutscher Sicht Aus deutscher Sicht wurde allein im Jahre 1990 mit Ausfuhren von 297 Millionen ein Handelsbilanzüberschuß von 155 Millionen DM erwirtschaftet. Im ersten Halbjahr 1992 lagen die Einfuhren bei 133 Millionen, die Ausfuhren bei nur 37 Millionen DM. Zu den wesentlichen Exportgütern Deutschlands gehören Maschinen und Anlagen, Kraftfahrzeuge, elektrotechnische Erzeugnisse, sonstige chemische Vor- und Enderzeugnisse. Soweit die Handelsbeziehungen Asien, insbesondere Hong Kong, Singapur und Süd-Korea betreffen, muß darauf hingewiesen werden, daß viele europäische Unternehmen ihren Vietnamhandel über Tochtergesellschaften abwickeln, so daß diese Umsätze aus der deutschen Handelsstatistik herausfallen. Der auf diese Weise abgewickelte Umsatz ist unbekannt, wird jedoch als beachtlich eingeschätzt. Bedauerlich ist, daß der ostdeutsche Maschinenbau derzeit nicht mehr in Vietnam präsent ist. Gerade die aus dem Bereich Ostdeutschlands stammende Technik wird in der Region beherrscht und benötigt. Die Vorteile ostdeutscher Technik liegen auf der Hand: einfach, robust, einfach zu reparieren und überall einsetzbar. Direktinvestitionen
Auslandsverschuldung Devisenreserven Die Devisenreserven Vietnams beliefen sich nach den Angaben der staatlichen Außenhandelsbank im Jahre 1990 auf ca. 40 Millionen US-Dollar. Der Schuldendienst betrug 1989 rund 27 %, verbesserte sich jedoch seither beträchtlich. Zu einer Übertreibung besteht dennoch kein Anlaß, da das Nationalvermögen noch immer auf lediglich 65 Mio. US$ geschätzt wird. In Vietnam ist man sich der Risiken einer dauernden Verschuldung bewußt. Die negativen Beispiele einer Auslandsverschuldung - es gibt leider fast nur negative Beispiele - werden nicht nur diskutiert. Die Regierung bemüht sich bei der Hinwendung zum Ausland auch darum, daß die Gefahren einer allzu schnellen Neuverschuldung vermieden werden. Länderrisiko Vietnam - Weltbank, IWF, ADB-Kredite Das Länderrisiko Vietnam hat sich 1993 positiv zugunsten von Vietnam entwickelt. So verbesserte sich der Status von Nr. 97 auf Nr. 88 der Sekundärmarktliste von New York. Die Quote stieg pro Forderung von 39 auf 42% mit weiter steigender Tendenz. Die Weltbank hat Vietnam erstmals seit 15 Jahren am 27.10.93 Kredite genehmigt, und zwar 228 Mio. US$ bei einem Zins von 7,5%. Davon werden 70 Mio US$ für ein Grundschulprojekt und über 158 Mio. US$ für den Straßenbau verwandt. Für 1994 reichte die Weltbank einen Kredit in Höhe von 400 Mio US$ aus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Vietnam im Oktober 1993 einen Kredit über 223 Mio. US-Dollar bewilligt. Die Kreditvergabe wurde möglich, nach dem Vietnam seine Rückstände beim IWF in Höhe von 142 Millionen Dollar am 5. Oktober bereinigt hatte. Mit der Kreditgewährung wurde die IWF-Quote von Vietnam von 251 auf 343 Million US$ erhöht. Die Bereinigung von vietnamesischen Kreditverbindlichkeiten wurde in Folge der teilweisen Aufhebung des Finanzembargos durch den US-Präsidenten Bill Clinton in Washington aus dem Juli möglich. Trotzdem bestehen noch einige Kreditverpflichtungen bei Privatbanken und internationalen Organisationen. Das US-amerikanische Embargo besteht nach wie vor, wurde im September 1993 jedoch dahingehend gelockert, daß sich amerkanische Unternehmen zukünftig an internationalen Ausschreibungen beteiligen können und die USA die Kreditvergabe öffentlicher Kreditinstitute an Vietnam nicht mehr blockieren. Wüßten die Bürger in den USA wie sehr sich die Vietnamesen die Rückkehr Amerikas nach Vietnam wünschen, würde das Embargo nicht nur kurzfristig aufgehoben, sondern auch erheblich investiert werden. Die Stimmung in Vietnam hat sich geradezu umgekehrt, so daß die internationale Presse die Lage heute so kommentiert: Vietnam-USA 1968: "Yankee go home"
Inflation Die Inflation scheint mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von 4,4 % in den ersten 8 Monaten des Jahre 1993 verglichen mit den 18 % im Jahre 1992 und dem jährlichen Durchschnitt von 70 % in den Vorjahren gestoppt. Ein großes Mißverhältnis zeichnet sich auf dem Lande für die Bauern ab, die immer mehr produzieren mit der Folge, daß die Preise für landwirtschaftliche Produkte sinken, während auf der anderen Seite Waren und Dienstleistungen im Durchschnitt um 8 % steigen. Kapitalbedarf
Stand der Investitionen in Vietnam
Ausländische Investitionen in Vietnam seit 1987
Investitionen in Vietnam
Investitionszentren in Vietnam
Formen der Direktinvestitionen
Entwicklung der Genehmigungsverfahren Die Zahl der jährlichen Genehmigungen von Auslandsinvestitionsprojekten in Gestalt von Gemeinschaftsunternehmen, Kooperationen oder Direktinvestitionen nimmt seit der Inkraftsetzung des Foreign Investment Law im Dezember 1987 ständig zu.
Im Jahre 1993 wurden in den ersten sechs Monaten allein 163 Projekte lizenziert. Die jährlichen Steigerungsraten seit 1988 liegen also im Bereich von 50 - 100 %. Vietnam im internationalen Vergleich Verglichen mit dem Investitionsstandort Nr. 1 für deutsche Direktinvestitionen, den USA, ist der Standort Vietnam noch wenig bedeutsam. Die Auslandsinvestitionen in den USA lagen 1992 bei 13,5 Mrd. US$. Das entspricht fast dem gesamten Auslandsinvestitionsbedarf Vietnams bis zum Jahre 2000. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß das Jahr 1992 für die USA besonders schlecht abschnitt, denn noch im Jahre 1988 wurden 73 Mrd. US$ im Lande angelegt. Deutsche Direktinvestionen in den USA nehmen zwar seit 1987 ständig ab, sind jedoch noch immer beachtlich, zumal die Abnahme hauptsächlich konjunkturelle Bedeutung hat:
Der im Jahre 1992 durch deutsche Unternehmen in den USA investierte Betrag übersteigt das bisher in Vietnam investierte gesamte Auslandskapital um rund 300 Mio. US$. Damit ist etwas über die Prioritäten deutscher Unternehmen ausgesagt und den aktuellen Stellenwert des Investitionsstandorts Vietnam, der strategisch nicht überbewertet aber auch nicht unterschätzt werden sollte. In diesem Zusammenhang sei der Hinweis erlaubt, daß Industrieansiedlungen in den USA heute fast geschenkt zu realisieren sind, wenn man bedenkt, daß z.B. Mercedes Benz in den USA erst kürzlich nicht nur das neue Grundstück für die erste Fabrik erschlossen geschenkt bekam, sondern darüber hinaus erhebliche staatliche Zuwendungen, Steuerbefreiungen und Zuschüsse bis hin zur Finanzierung kompletter Ausbildungsprogramme für die Schulung der zukünftigen Mitarbeiter. Größter Konkurrent in Asien dürfte auf lange Sicht die VR China sein, die seit Jahren um Direktinvestitionen wirbt. China gilt bereits heute als der Standort, der international die Größten Devisenbeträge anzieht. Allein in den ersten 9 Monaten des Jahres 1993 wurden nach Angaben des chinesischen Minstry of Foreign Trade and Economic Cooperation mehr als 62.000 Investitionsprojekte mit einem Vertragswert von insgesamt 83 Mrd. US$ genehmigt. Auch die realisierten Investitionen in Höhe von 15 Mrd. US$ entsprachen der gesamten Vorjahresinvestition. Chinesischen Statistiken zufolge hatte China Ende September 1993 ca. 150.000 ausländische Investitionen mit einem Vertragswert von 192 Mrd. US$ genehmigt. Um es an diesen Beispielen deutlich zu machen: Vietnam muß wie jedes Land, das ausländische Investoren anziehen will, um die ureigenen Probleme langfristig zu lösen, besondere Anstrengungen unternehmen um attraktiv zu bleiben bzw. noch attraktiver zu werden. Derzeit profitiert das Land allein von einer Woge emotionaler Zuneigung, die sicher auch als späte Reaktion auf den Vietnam-Krieg zu erklären ist. Kontaktaufnahme und Partnerwahl "Before in Vietnam, you could get something done by knowing the right person. Now, you also have to pay." "Jeder Mensch hat 10 Finger. Sie sind nicht gleich, sondern jeder ist anders". Die Kontaktaufnahme mit vietnamesischen Unternehmen ist zunächst eine technische, dann auch eine kulturelle und rechtliche Frage. Die Kontaktaufnahme kann direkt über bekannte Anschriften, Multiplikatoren oder Institutionen erfolgen. Folgende Ansätze bieten sich mit unterschiedlicher Bedeutung derzeit für ausländische Unternehmen an: The 1994 Vietnam Phone Book" Das vietnamesische Telefonbuch ist zugleich Anschriftenverzeichnis der bedeutenden Vietnamesischen Unternehmen. Es eignet sich für die direkte Kontaktaufnahme. VIETCO-Chamber of Commerce Die Anfang der sechziger Jahre gegründete VIETCO-Chamber of Commerce ist eine öffentliche vom Vietnamesischen Staat gestützte Einrichtung mit der Aufgabe, den internationalen Handel, die Wirtschaft, Wissenschaft und technischen Beziehungen zwischen Vietnam und dem Ausland zu fördern. Die Handelskammer genießt rechtlich den Status einer juristischen Person und hat insbesondere folgende Aufgaben:
Die Mitgliedsfirmen der VIETCO-Chamber sind in erster Linie staatliche Unternehmen mit Außenhandelsbezug. Das State Committee of Co-operation and Investment (MPI)
Euro-Vietnam-Trade-Center in Hamburg Das Euro-Vietnam-Trade-Center in Hamburg ist eine vom Hamburger Senat unterstützte Tochtergesellschaft der VIETCO-Chamber of Industry and Commerce. Zu ihren Aufgaben gehört die Förderung der Geschäftsbeziehungen zwischen deutschen und vietnamesischen Unternehmen und Betrieben sowie die Kontaktanbahnung. Ostasiatischer Verein Der bereits im Jahre 1900 gegründete Ostasiatische Verein mit seinem Hauptgeschäftssitz in Hamburg, ist der Vorreiter der deutschen Wirtschaft bei der Markterschließung Vietnams. OAV Representative Office Büroanschrift: 12 Hai Ba Trung, Hanoi, Tel. 00844-254435, Fax. 00844-2677707 (OAV-Hamburg, Jungfernstieg 21, Hamburg, Tel. 040-340415, Fax: 040-341815.) Das Representative Office des Ostasiatischen Vereins ist seit über 4 Jahren in Hanoi als Verbindungsbüro für die deutsche Außenwirtschaft tätig. Das Büro wird in der Rechtsform einer BGB-Gesellschaft mit dem Namen "Arbeitsgemeinschaft Vietnam" von führenden Unternehmen aus Industrie-, Handel und Dienstleistungen betrieben und ermöglicht allen Unternehmen zu verhältnismäßig günstigen Konditionen den Marktzugang nach Vietnam. Eine Mitgliedschaft im Ostasiatischen Verein ist nicht Voraussetzung für den Beitritt. Nach relativ kurzer Zeit ist es den Trägerunternehmen jeweils gelungen, die Voraussetzungen für die Einrichtung einer eigenen Vertretung im Land zu schaffen. Gegen einen vertretbaren Jahresbeitrag erhält jedes Mitgliedsunternehmen nicht nur eine attraktive Büroadresse in einer alten Villa in Hanoi, sondern auch den Zugang zu den in den letzten Jahren erarbeiteten Kontakten, Quellen und Beziehungen. Das Büro ist voll eingerichtet, hat neben dem offiziellen Repräsentanten ein eingerichtetes Sekretariat, alle erforderlichen Betriebsmittel, einen den Straßenverhältnissen angepaßten PKW und alle erforderlichen Kommunikationsmittel. Zu den Mitgliedsfirmen gehören zum Stichtag 30.06.1993: Ost-Ausschuß der Deutschen Wirtschaft/BDI (Köln) Der Ost-Ausschß der Deutschen Wirtschaft in Köln verfolgt die Entwicklung der vietnamesischen Wirtschaft mit großer Aufmerksamkeit. Deutsche Geschäftsbanken mit Repräsentanz in Vietnam:
Messeteilnahme (EPM in Hanoi/HCHMC) Alljährliche vietnamesische Messen sind: Im Süden Textile & Garment Machinery Im Norden Seit dem Ende des Embargos der USA beteiligen sich auch amerikanische Unternehmen an internationalen Messen in Vietnam. Auf der ersten internationalen Messe nach der Aufhebung der Handelsrestriktionen beteiligten sich im März 1994 bereits 200 Unternehmen aus allen Branchen. Hannover Messe International GmbH (EPM Vietnam) Messeinformationen sind erhältlich über die VIETCO-Chamber of Commerce and Industry sowie über das Büro CP EXHIBITION Hong Kong. DIHT-Delegierter in Hong Kong (NL Hanoi) Ab dem 1. Januar 1994 ist der DIHT in Hanoi mit einem vietnamesischen Delegierten vertreten. Das Büro wird von Hong Kong aus betreut. DEG-Investitionsberater beim MPI Prof. Dr. Manthey wird ab Dezember 1993 für 20 Monate Orientierungsphase in HCHMC und Hanoi für die DEG und deutsche Investoren Projekthilfe geben. Wirtschaftsabteilung der Botschaft Deutschlands in Hanoi, Botschaft der sozialistischen Republik Vietnam Die Botschaft Vietnams in der Bundesrepublik ist in Bonn und in der Außenstelle Berlin mit einer Handelsabteilung vertreten, die aufgrund der geringen Personalstärke jedoch selten in der Lage ist, allen Anfragen schnell und zuverlässig nachzukommen. Weitere Informationen über Projekte, Partner und öffentliche Ausschreibungen sind erhältlich bei:
Vor Ort ist die Kontaktaufnahme mit vietnamesischen Unternehmen über die Ministerien sinnvoll und im Ergebnis Voraussetzung für den Geschäftserfolg. Wie heißt es so schön: "All business is locall" l"Neben den Ministerien, die als Fachministerien fungieren und denen die sie betreffenden Staatsbetriebe und Unternehmen zugeordnet sind, und dem Staatlichen Komitee für Kooperation und Investitionen MPI kommt den regionalen und örtlichen People`s Committees, z.B. der regierungsunmittelbaren Städte Hanoi, Ho Chi Minh City und Haiphong besondere Bedeutung zu. Bei einer Kontaktaufnahme mit dem MPI ist meist gesichert, daß die an einem Investitionsvorhaben beteiligten Behörden, d.h. Ministerien (Außenstellen) und lokale Behörden frühzeitig bei der Prüfung, Bewertung und Genehmigung der Projektstudie ("feasibility study") beteiligt werden. Die für jede Lizenz erforderlichen Wirtschaftlichkeitsstudien werden vom MPI im Rahmen des Antragsverfahrens auf Lizenzerteilung geprüft. In HCHMC ist zuvor sogar die Vorprüfung durch das Project Center des People's Committee erforderlich. Hierbei stellt das MPI auf der Grundlage der wirtschaftspolitischen Zielvorstellungen des Landes sicher, daß sich die Investition oder beabsichtigte Unternehmenstätigkeit auf die allgemeine Wirtschaftsentwicklung positiv auswirkt, Umweltbeeinträchtigungen und soziale Konflikte vermieden werden. Zuständig ist innerhalb des MPI das Project Evaluation Department. Politisches und rechtliches RahmensystemNach der Verfassung von 1992 sind neben den örtlichen Regierungen und Verwaltungsorganen, die Nationalversammlung, als höchstes Gesetzgebungsorgan, und die Regierung für die einfache Gesetzgebung und Verfassungsänderungen zuständig. Nachrangig ist der Ständige Ausschluß der Nationalversammlung, der aus der Mitte der nationalen Versammlung gewählt wird und Gesetz- und Verordnungskompetenzen hat. Der ehemalige Ministerrat, organisiert nach dem Vorbild des Ministerrats der DDR etwa, wurde abgeschafft und durch eine Regierung nach dem Vorbild einer Präsidialdemokratie ersetzt. Mitglieder der Regierung sind die Minister der Fachministerien und der Premierminister als Regierungschef. Der amtierende Premierminister ist S.E. Vo Van Kiet. Mit der neuen Verfassung von 1992 wurde das Amt des Staatspräsidenten geschaffen, der formell Vietnam nach außen vertritt und das höchste Amt des Staats inne hat. Die wahre Macht liegt jedoch beim Premierminister. 1989 erfolgte eine grundlegende Verwaltungsreform in Vietnam. Wesentliches Ziel der Reform war die Einrichtung einer Selbstverwaltung der im übrigen regierungsunmittelbaren Städte Hanoi, Ho Chi Minh City und Haiphong. Zusätzlich wurden 50 neue Provinzen errichtet. Damit leistet sich das im Verhältnis zu China kleine Vietnam den Luxus von doppelt so vielen Provinzverwaltungen. Die Verwaltung des nach wie vor zentralistischen Staates erfolgt auf zentraler, regionaler und lokaler Ebene. Die Fachministerien sind im ganzen Lande neben den regionalen und lokalen People`s Committees vertreten. Die Judikative wird durch die zentralen, regionalen und lokalen Volksgerichte repräsentiert, die in allen Teilen des Landes eingerichtet, jedoch derzeit noch ohne gesetzliche Grundlage tätig sind. Neben den staatlichen Gerichten bestehen die Wirtschaftsschiedsgerichte bei den VIETCO-Chambers of Commerce and Industry. Streitbeilegung und Arbitrage Das nichtstaatliche "Vietnam International Arbitration Center" (VIAC) wurde durch den Beschluß der Regierung Nr. 204/TTG am 26.04.1993 unter der Regie der VIETCO-Chamber of Commerce and Industry ins Leben gerufen und hat die Aufgabe, Konflikte zwischen vietnamesischen und ausländischen Unternehmen und Partnern auf den Gebieten des Außenhandels, der Investitionen, Tourismus, Transport und Fracht, Internationales Versicherungswesen, Technologietransfer, internationaler Bank-, Kredit- und Zahlungsverkehrs zu schlichten und beizulegen. Die neue Schiedsstelle stellt einen Zusammenschluß und eine Umorganisation der bisherigen Schiedsgerichte "Foreign Trade Arbitration Committee" und "Maritime Arbitration Committee" dar. Das VIAC-Schiedsgericht ist regelmäßig zuständig, wenn die Beteiligten sich über die Anrufung des Schiedsgerichts verständigen oder aber eine vertraglich vereinbarte Schiedsklausel die Anrufung zwingend vorsieht.Vietnamesische Anwälte und Consultants gehen davon aus, daß die VIAC stets auch dann zuständig ist, wenn eine Partei das Schiedsgericht anruft und sich die andere nach Zustellung auf ein Verfahren rügelos einläßt. Nach den geltenden Bestimmungen ist bei den Niederlassungen der VIETCO-Chamber je ein ständiges Schiedsgericht eingerichtet, dem ein Präsident vorsteht. Die Beteiligten können je einen Schiedsrichter aus der Schiedsrichterliste auswählen, die allerdings fest steht, daß heißt, keine frei Wahl ermöglicht. Können sich jeweils von einer Partei bestellten Schiedsrichter nicht einigen, können die Schiedsrichter das ständige Schiedsgericht anrufen. Der Präsident wählt sodann einen dritten, unabhängigen Vorsitzenden, dessen Entscheidung maßgebend ist. Vereinbart werden kann die Anrufung der Ständigen Schiedsgerichte von Kuala Lumpur, Singapur oder Hong Kong anrufen. Die Entscheidung eines Wirtschaftsschiedsgerichts ist bindend. Der Weg zu den ordentlichen Gerichten ist versperrt. Ordentliche Gerichte spielen allenfalls im Rahmen der Anerkennung in- und ausländischer Schiedssprüche eine Rolle. Die Spruchpraxis vietnamesischer Schiedsgerichte Die Spruchpraxis der Wirtschaftsschiedsgerichte Vietnams ist bisher nicht belegt, obwohl die Schiedsgerichte immer öfter angerufen werden. In ihrer Ausgabe vom 17.-23. Mai 1993 berichtete die Vietnam Investment Review über zwei typische Fälle: im ersten Fall stellte der vietnamesische Verkäufer drei Tage nach Vertragsabschluß fest, daß die Ware Kaffee je Tonne/650 US$ zu günstig nach Frankreich verkauft wurde. Auf die Weigerung zur Lieferung rief die französische Käuferfirma das Gericht an. Das Ergebnis der Entscheidung ist nicht bekannt geworden. Vietnam hält sich an die Vertraulichkeit der Verfahren. In einem weiteren Fall hatte eine vietnamesische Kooperative Shrimps für 40.000 US$ mit der Maßgabe an eine Firma nach Singapur geliefert, daß am Käuferort eine Qulitätskontrolle durchgeführt werden sollte. Das Ergebnis: Es würden Minderqualitäten in Höhe von 14.000 US$ festgestellt. Weitere typische Fälle von Schiedsgerichten betreffen Bestellungen gegen Vorkasse, ohne daß der Verkäufer überhaupt einen Zugriff auf die Ware hat, Streitigkeiten über die Folgen einer schlechten oder verfristeten Leistung. Noch immer leiden viele in Vietnam gebräuchliche Verträge darunter, daß sie keine Bestimmung über eine pauschale Vertragsstrafe für den Fall einer Vertragsverletzung enthalten. Ein Pauschsatz von 7% der Vertragssumme kann problemlos vereinbart werden. Anerkennung und Vollstreckung von Schiedssprüchen Zum 1. Juli 1993 unterwarf sich Vietnam mit einer Ordinance der Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Gerichtsurteile und Schiedssprüche, soweit mit den Herkünftsländern der Entscheidungen aufgrund von Staatsverträgen die Gegenseitigkeit verbürgt oder beide Länder den maßgeblichen internationalen Abkommen beigetreten sind. Ausländische Urteile und Schiedssprüche können auf Antrag von den Volksgerichten der Provinzen oder regierungsunmittelbaren Städte anerkannt und für vollstreckbar erklärt werden. Zur Sicherung des ordre public kann das Gericht den Betroffenen anhören und gegebenenfalls die Anerkennung verweigern. Gesetzgebung und RechtssicherheitWährend die Nationalversammlung die grundlegenden Rahmengesetze entwirft, diskutiert und verabschiedet, obliegt es der Regierung und ihren Einrichtungen, die Rahmengesetze durch sogenannte Rechtsverordnungen, Dekrete und Zirkulare und Entscheidungen zu spezifizieren. Aus der durch die Verfassung bestimmten Aufgabenverteilung erwächst nicht nur die Fachkompetenz, sondern auch die Vorrangigkeit der einzelnen Normen, wobei anders als im westlichen Rechtssystemen derzeit nicht mit genügender Sicherheit festgestellt werden kann, daß Verordnungen und Dekrete lokaler Behörden sich tatsächlich zentralen Anordnungen unterordnen. Gesetze, Verordnungen, Zirkulare, Verwaltungsvorschriften haben sonach in erster Linie einmal Rechtsnormcharakter und sind für jeden Beteiligten verbindlich. Allerdings besteht aufgrund des Mangels an ausgebildetem Personal, fehlender praktischer Erfahrung der Verantwortlichen ein schweres Mißverhältnis zwischen Gesetzgebung einerseits und Verwaltungspraxis andererseits. Als problematisch für die ausländische Rechtspraxis erweisen sich die nach wie vor widersprechenden "offiziellen" englischsprachigen Übersetzungen der vietnamesischen Gesetze. So weichen die Übersetzungen der frühen Publikationen des State Council und des Ministerium für Planung und Investition MPI (früher: Vietnam`s State Committee for the Cooperation and Investment - SCCI) von den neueren Ausgaben ab, was nicht zur Rechtssicherheit beiträgt. Im Zweifel gelten die vietnamesischen Regelungen und Textausgaben maßgebend sind. Befriedigende gesetzliche Regelungen, die Konflikt- und Kollisionsfälle nach westlichem Selbstverständis klären können, sind derzeit noch nicht vorhanden. Insbesondere fehlt ein Gerichtsverfassungs- und Zivilverfahrensrecht. Die dadurch bedingte Rechtsunsicherheit führt zu erheblichen Problemen. Während auf der einen Seite die Gesetzgebung als besonders investitionsfreundlich eingestuft wird, stellen Kritiker aus westeuropäischen Ländern immer öfter in den Vordergrund, daß die aus unterschiedlicher Kompetenz erwachsende Konfusion und fehlende Abstimmung der Regelwerke Unsicherheit schafft, zumal Vietnam darunter leidet, daß es im wesentlichen Bereichen über keine geschriebenen Normen verfügt. Vietnamesen pflegen darauf immer wieder zu betonen, daß es nicht darauf ankommt, im Detail alles zu regeln und über Nacht ein Regelwerk zu schaffen, welches von vielen mangels praktischer Erfahrung auch nicht nachvollzogen werden kann, sondern eher auf die Anwendung der bestehenden Normen, die für viele ausreichend sind. Rechtsunsicherheit Ein altes und auch heute wieder vielzitiertes vietnamesisches Sprichwort lautet: "The King's law ends at the village gate" Wirtschaftsverwaltungssystem Nach traditioneller Vorstellung bilden die der vietnamesischen Regierung unterstellten Kommissionen, Ministerien und sonstigen zentralen Behörden den Verwaltungsapparat, der die Ausführung etc. der staatlichen Planung zu überwachen und zu gewährleisten hat. Die Ministerien sind nach Funktions- und Fachministerien zu unterscheiden. Die Funktionsministerien wurden nach Sachgebieten errichtet und sind weitestgehend mit Ministerien im westlichen Sinne zu vergleichen. Für die Wirtschaftsverwaltung in Vietnam sind folgende Ministerien bzw. Institutionen besonders wichtig: Finanzministerium
Ministerium für Handel
Staatliches Komitee für Investition und Kooperation Vietnamesische Staatsbank Ministerium für Arbeit und Kriegsinvaliden Streitbeilegung und Arbitrage Das nichtstaatliche "Vietnam International Arbitration Center" (VIAC) wurde durch den Beschluß der Regierung Nr. 204/TTG am 26.04.1993 unter der Regie der VIETCO-Chamber of Commerce and Industry ins Leben gerufen und hat die Aufgabe, Konflikte zwischen vietnamesischen und ausländischen Unternehmen und Partnern auf den Gebieten des Außenhandels, der Investitionen, Tourismus, Transport und Fracht, Internationales Versicherungswesen, Technologietransfer, internationaler Bank-, Kredit- und Zahlungsverkehrs zu schlichten und beizulegen. Die neue Schiedsstelle stellt einen Zusammenschluß und eine Umorganisation der bisherigen Schiedsgerichte "Foreign Trade Arbitration Committee" und "Maritime Arbitration Committee" dar. Das VIAC-Schiedsgericht ist regelmäßig zuständig, wenn die Beteiligten sich über die Anrufung des Schiedsgerichts verständigen oder aber eine vertraglich vereinbarte Schiedsklausel die Anrufung zwingend vorsieht.Politisches und rechtliches Rahmensysteml" Die Spruchpraxis vietnamesischer Schiedsgerichte Die Spruchpraxis der Wirtschaftsschiedsgerichte Vietnams ist bisher nicht belegt, obwohl die Schiedsgerichte immer öfter angerufen werden. In ihrer Ausgabe vom 17.-23. Mai 1993 berichtete die Vietnam Investment Review über zwei typische Fälle: im ersten Fall stellte der vietnamesische Verkäufer drei Tage nach Vertragsabschluß fest, daß die Ware Kaffee je Tonne/650 US$ zu günstig nach Frankreich verkauft wurde. Auf die Weigerung zur Lieferung rief die französische Käuferfirma das Gericht an. Das Ergebnis der Entscheidung ist nicht bekannt geworden. Vietnam hält sich an die Vertraulichkeit der Verfahren. In einem weiteren Fall hatte eine vietnamesische Kooperative Shrimps für 40.000 US$ mit der Maßgabe an eine Firma nach Singapur geliefert, daß am Käuferort eine Qulitätskontrolle durchgeführt werden sollte. Das Ergebnis: Es würden Minderqualitäten in Höhe von 14.000 US$ festgestellt. Weitere typische Fälle von Schiedsgerichten betreffen Bestellungen gegen Vorkasse, ohne daß der Verkäufer überhaupt einen Zugriff auf die Ware hat, Streitigkeiten über die Folgen einer schlechten oder verfristeten Leistung. Noch immer leiden viele in Vietnam gebräuchliche Verträge darunter, daß sie keine Bestimmung über eine pauschale Vertragsstrafe für den Fall einer Vertragsverletzung enthalten. Ein Pauschsatz von 7% der Vertragssumme kann problemlos vereinbart werden. Anerkennung und Vollstreckung von Schiedssprüchen Zum 1. Juli 1993 unterwarf sich Vietnam mit einer Ordinance der Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Gerichtsurteile und Schiedssprüche, soweit mit den Herkünftsländern der Entscheidungen aufgrund von Staatsverträgen die Gegenseitigkeit verbürgt oder beide Länder den maßgeblichen internationalen Abkommen beigetreten sind. Ausländische Urteile und Schiedssprüche können auf Antrag von den Volksgerichten der Provinzen oder regierungsunmittelbaren Städte anerkannt und für vollstreckbar erklärt werden. Zur Sicherung des ordre public kann das Gericht den Betroffenen anhören und gegebenenfalls die Anerkennung verweigern. Gesetzgebung und RechtssicherheitWährend die Nationalversammlung die grundlegenden Rahmengesetze entwirft, diskutiert und verabschiedet, obliegt es der Regierung und ihren Einrichtungen, die Rahmengesetze durch sogenannte Rechtsverordnungen, Dekrete und Zirkulare und Entscheidungen zu spezifizieren. Aus der durch die Verfassung bestimmten Aufgabenverteilung erwächst nicht nur die Fachkompetenz, sondern auch die Vorrangigkeit der einzelnen Normen, wobei anders als im westlichen Rechtssystemen derzeit nicht mit genügender Sicherheit festgestellt werden kann, daß Verordnungen und Dekrete lokaler Behörden sich tatsächlich zentralen Anordnungen unterordnen. Gesetze, Verordnungen, Zirkulare, Verwaltungsvorschriften haben sonach in erster Linie einmal Rechtsnormcharakter und sind für jeden Beteiligten verbindlich. Allerdings besteht aufgrund des Mangels an ausgebildetem Personal, fehlender praktischer Erfahrung der Verantwortlichen ein schweres Mißverhältnis zwischen Gesetzgebung einerseits und Verwaltungspraxis andererseits. Als problematisch für die ausländische Rechtspraxis erweisen sich die nach wie vor widersprechenden "offiziellen" englischsprachigen Übersetzungen der vietnamesischen Gesetze. So weichen die Übersetzungen der frühen Publikationen des State Council und des Ministerium für Planung und Investition MPI (früher: Vietnam`s State Committee for the Cooperation and Investment - SCCI) von den neueren Ausgaben ab, was nicht zur Rechtssicherheit beiträgt. Im Zweifel gelten die vietnamesischen Regelungen und Textausgaben maßgebend sind. Befriedigende gesetzliche Regelungen, die Konflikt- und Kollisionsfälle nach westlichem Selbstverständis klären können, sind derzeit noch nicht vorhanden. Insbesondere fehlt ein Gerichtsverfassungs- und Zivilverfahrensrecht. Die dadurch bedingte Rechtsunsicherheit führt zu erheblichen Problemen. Während auf der einen Seite die Gesetzgebung als besonders investitionsfreundlich eingestuft wird, stellen Kritiker aus westeuropäischen Ländern immer öfter in den Vordergrund, daß die aus unterschiedlicher Kompetenz erwachsende Konfusion und fehlende Abstimmung der Regelwerke Unsicherheit schafft, zumal Vietnam darunter leidet, daß es im wesentlichen Bereichen über keine geschriebenen Normen verfügt. Vietnamesen pflegen darauf immer wieder zu betonen, daß es nicht darauf ankommt, im Detail alles zu regeln und über Nacht ein Regelwerk zu schaffen, welches von vielen mangels praktischer Erfahrung auch nicht nachvollzogen werden kann, sondern eher auf die Anwendung der bestehenden Normen, die für viele ausreichend sind. Rechtsunsicherheit Ein altes und auch heute wieder vielzitiertes vietnamesisches Sprichwort lautet: "The King's law ends at the village gate" Wirtschaftsverwaltungssystem Nach traditioneller Vorstellung bilden die der vietnamesischen Regierung unterstellten Kommissionen, Ministerien und sonstigen zentralen Behörden den Verwaltungsapparat, der die Ausführung etc. der staatlichen Planung zu überwachen und zu gewährleisten hat. Die Ministerien sind nach Funktions- und Fachministerien zu unterscheiden. Die Funktionsministerien wurden nach Sachgebieten errichtet und sind weitestgehend mit Ministerien im westlichen Sinne zu vergleichen. Für die Wirtschaftsverwaltung in Vietnam sind folgende Ministerien bzw. Institutionen besonders wichtig: Finanzministerium
Ministerium für Handel
Staatliches Komitee für Investition und Kooperation Vietnamesische Staatsbank Ministerium für Arbeit und Kriegsinvaliden Bis zum Beginn bestand die vietnamesische Wirtschaft aus staatlichen Unternehmen und Kooperativen. Noch im Jahre 1990 waren rund 12.000 staatliche Unternehmen registriert. Unternehmen in diesem Sinne waren (und sind es noch immer) dabei auch Betriebe, die nach westlichen Systemen Eigenbetriebscharakter haben und als solches regionalen oder örtlichen Organen, i.d.R. den People`s Committees, zugeordnet sind. In der Zeit seit 1990 hat Vietnam bis 1992 2-3.000 Staatsunternehmen aufgelöst, um den ineffizienten staatlichen Wirtschaftssektor Schritt für Schritt abzubauen. Von den verbleibenden 9.000 bis 9.500 Staatsunternehmen leiden 46% der Unternehmen auf Provinzebene und 20% der Unternehmen auf nationaler Ebene unter schweren finanziellen Problemen. Eine ständige Abnahme des Anteils der staatlichen Unternehmen ist kaum zu übersehen. Der Staat löst zunehmend nichtprofitable Unternehmen auf oder strukturiert die Unternehmen durch "technische Verschmelzung" um. Nach Erhebungen der Vietnam General Federation of Trade Unions waren Ende 1992 in Vietnam neben den staatlichen oder Gemeinschaftsunternehmen 2.885 privatwirtschaftliche Kapitalgesellschaften, 4.265 Kooperativen und 55.700 Familienunternehmen - letztere mit rund 2.2 Mio. registrierten Mitarbeitern - tätig. Privatisierung Nach Vietnams Vize-Premier Phan Van Khai bleibt die staatliche Wirtschaft auch in Zukunft das Rückrad der Wirtschaft: "Our goal is to form large state-owned groups capable of doing business with their foreign counterparts. Inefficient and insolvent enterprises will be disbanded." Der Begriff der "Privatisierung" ist derzeit daher noch politisch verpönt, obwohl die wirtschaftspolitische Praxis genau auf das abzielt, was unter Privatisierung im westlichen Sinne zu verstehen ist, nämlich der Rückzug des Staates aus der Wirtschaft durch übertragende Umwandlung der staatlichen Unternehmen in Kapitalgesellschaften. Der Prozeß der Umwandlung wird nach derzeitigen Planungen bis zur Jahrtausendwende abgeschlossen sein. Von einer "Privatisierung" in diesem Sinne ausgenommen werden die Wasser- und Energiewirtschaft, die Post- und Telekommunikationsdienste, Häfen und Verkehrsmittel. Die Wirtschaft Vietnams gliedert sich heute in
Wahl des Investitions- und Kooperationspartners Nach den Bestimmungen der Artikel 2, 3, 6 und 7 des Auslandsinvestitionsgesetzes ist der Kreis der möglichen vietnamesischen Partner eindeutig bestimmt. Partner eines Gemeinschaftsunternehmens oder eines Kooperationsvertrages nach dem Law on Foreign Investment in Vietnam können
Auch vietnamesische Staatsbürger, die ein Gewerbe registriert haben, sind nach dem 2.Änderungsgesetz zum Foreign Investment Law (FIL) befugt, Verbindlichkeiten und Beteiligungen nach dem (FIL) einzugehen. Die Beteiligung eines vietnamesischen Bürgers an einem Investitions- oder Kooperationsvorhaben nach dem FIL im Sinne einer bloßen Kapitalbeteiligung ist danach ebenso ausgeschlossen, wie der gesamte Bereich der vietnamesischen Exekutive. Eine Besonderheit ergibt sich, soweit ein BOT-Projekt realisiert werden soll. In diesem Ausnahmefall kann das Staatliche Komitee für Kooperation und Investitionen (MPI) auch die Beteiligung einer Behörde genehmigen. Das Auslandsinvestitionsgesetz nebst Durchführungsbestimmungen findet auf Außenhandelsverträge keine Anwendung. Im Außenhandel sind nur die besonders dazu bevollmächtigten Unternehmen berechtigt, Verbindlichkeiten einzugehen. Der Status der Staatsunternehmen bis 1986Die volkseigene Wirtschaft zeichnete sich auf der Ebene der staatlichen Unternehmen durch eine nach militärischen und Plangesichtspunkten organisierte, hierarchische Kommandostruktur aus. Der demokratische Zentralismus, an sich politisches Element der Parteiherrschaft, bestimmte auch die Wirtschaft, und zwar nicht nur über die jeder "Wirtschaftseinheit" zugeordneten Parteikomitees. Danach waren alle Bereiche der Staatswirtschaft dem von der Partei und Regierung festgelegten Plan unterworfen, der für eine Rechnungsperiode von 5 Jahren Rahmenbedingungen der wirtschaftlichen Entwicklung vorgab.
Die Außenhandelsunternehmen in Vietnam sind ein typisches Charakteristikum der sozialistischen Staatswirtschaft. Nach traditionellem Selbstverständnis der sozialistischen Wirtschaft obliegt dem Staat der Austausch der Waren mit dem Ausland. Der Staat hat das Außenhandels- und Devisenmonopol. Importe und Exporte unterliegen einer besonderen Kontrolle. Die besondere Kontrolle wurde formell und materiell durch die Lizenzierung des Warenverkehrs in beiden Richtungen und eine besondere Zollgesetzgebung ausgeübt. Um den einzelnen Sparten der Wirtschaft gerecht zu werden, wurden branchenbezogene Außenhandelsunternehmen gegründet, die mit einer allgemeinen Export- und Importlizenz zur Teilnahme am Wirtschaftsverkehr ausgestattet wurden. Kennzeichen dieser Unternehmungen ist zugleich, daß sie dem Ministerium für Handel unterstehen und Devisengeschäfte über die Staatsbank bzw. Außenhandelsbank abwickeln können. Diese Außenhandelsunternehmen mit Monopolcharakter existieren noch heute. Ihre besondere Funktion besteht darin, daß in ihren Sparten alle wesentlichen Produktionsunternehmen und somit Vermögen zugeordnet bzw. untergeordnet waren. Defakto bestehen diese Bindungen noch heute, so daß die Kontaktaufnahme einer Branchen über den Außenhandelsbetrieb durchaus dazu führt, daß der beste Partner auf Produktionsebene bekannt wird. Ob dies infolge des großen Wandels in der Wirtschaft auch tatsächlich der Fall ist, bleibt der eigenen Untersuchung vorbehalten. Nachteilig erweist sich jedoch das notwendige Interesse dieses rein auf ein Provisionsgeschäfte ausgerichteten Außenhandelsbetriebes dadurch, daß er natürlich in allen Geschäften beteiligt werden will. Ob sich dieser Mangel auswirkt, ist eine Frage des Einzelfalls. Bei einem bindenden Provisionssatz von nur 1% dürfte ein Außenhandelsunternehmen derzeit immer noch der günstigere Partner sein. Westliche Handelshäuser beanspruchen weitaus höhere Sätze. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Abschluß, die Erfüllung und gegebenenfalls Auseinandersetzung über Wirtschaftsverträge in Vietnam und im grenzüberschreitenden Geschäftsverkehr sind unvollständig und problematisch. Soweit bilaterale internationale Abkommen unterzeichnet wurde, enthalten die Abkommen regelmäßig Bestimmungen über den Abschluß und die Wirkung von Verträgen, die gegenseitige Anerkennung und Vollstreckung von Schiedssprüchen und Gerichtsentscheidungen. Vietnam ist dem UN-Warenkaufrechtsabkommen nicht beigetreten, anerkennt aber alle international üblichen Rechtsvorschriften an, soweit sie nicht dem eigenen, bisher weitgehend unbestimmten "ordre public" widersprechen. Allgemeine Liefer- und Geschäftsbedingungen, soweit sie üblich und nicht überraschend sind, die neueste Fassung der INCOTERMS und Formularverträge, die etwa den Bestimmungen der im RGW gebräuchlichen ALB/RGW 1988 entsprechen, werden anerkannt und in der täglichen Praxis verwandt. Die ALB/RGW, die im Wirtschaftssystem des RGW wie eine gesetzliche Regelung bei allen Verträgen Anwendung fanden, an denen Unternehmen der Mitgliedsländer beteiligt waren, finden nach dem Zusammenbruch des RGW keine direkte Anwendung mehr. Als Quelle des Rechts sind die ALB/RGW aber noch immer wertvoll, da viele Bestimmungen der Lieferbedingungen bisher keine Entsprechung im vietnamesischen Recht gefunden haben. Ein geschlossenes Kauf- oder Handelsrecht existiert in Vietnam derzeit ebenso wenig, wie eine nationale Rechtsetzung, die die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche zum Gegenstand hat. Vietnamesische Offizielle versichern, daß die in Vietnam tätigen Gerichte und Arbitragekörper Schiedssprüche dennoch anerkennen und vollstrecken würden. Beispiele hierfür sind bisher nicht feststellbar. Folgende Regelwerke werden in der Praxis für die Gestaltung und Abwicklung von Verträgen zugrunde gelegt:
Schriftformgebot Verträge bedürfen der Schriftform, um wirksam zu sein. Dies gilt für Außenhandels- und Binnenmarktverträge gleichermaßen. Verträge im grenzüberschreitenden Rechtsverkehr können im Rahmen des vietnamesischen ordre public eine Rechtswahlklausel enthalten, die für Vertragslücken die Anwendung eines ausländischen materiellen Rechts bestimmt. Üblich und zulässig ist insbesondere auch die Vereinbarung einer Schiedsklausel. Die Anrufung jedes international anerkannten Schiedsgerichts kann vereinbart werden. Möglich ist auch die Vereinbarung einer Schiedsgerichtsordnung für ein ad hoc Schiedsgericht. Das Schiedsgericht sollte örtlich bestimmt werden, damit Probleme bei der Einrichtung eines vertragsgemäßen Gerichts vermieden werden. Der Streit über die Zuständigkeit kann Zeit kosten und eine Entscheidung entbehrlich machen.Das Gebot der Schriftform als Wirksamkeitserfordernis für Wirtschaftsverträge bedingt, daß die in Deutschland anerkannten Grundsätze über ein "rechtsgeschäftliches Bestätigungsschreiben" keine Anwendung finden können. Vertragsergänzungen- oder abänderungen müssen daher den gleich Formvorschriften wie der Grundvertrag entsprechen. Ein Vertrag oder eine Vertragsänderung kommt daher nicht durch Schweigen, sondern mindestens durch ein weiteres Bestätigungsschreiben zustande. Die Bedeutung des Vertragsabschlusses in Vietnam Nicht selten erkennen vietnamesische Unternehmen eine Leistungspflicht nicht, obwohl der abgeschlossene Vertrag gerade die streitige Verpflichtung begründet. Sie unterscheiden zwischen Vertragsschluß, der nach traditionellem Rechtsverständnis noch nicht bindend ist, und "Vollziehung des Vertrages", d.h. der im anglo-amerikanischen Rechtskreis üblichen Umsetzung in eine dauernde Verbindlichkeit. Dies bedingt, daß Verträge allenfalls Rahmencharakter haben und im Streitfall durchaus die Erwartung begründen, daß nachverhandelt wird. Verträge begründen daher nach vietnamesischem Verständnis nur dann eine tatsächliche Bindungswirkung, wenn dies deutlich vereinbart wurde. EigentumserwerbDer Eigentumserwerb ist im vietnamesischen Recht bisher nicht ausdrücklich geregelt. Soweit die INCOTERMS (1990) oder eine frühere Fassung vereinbart wurden, gilt, daß im Zeitpunkt des Grenzübertritts der Ware der Käufer Eigentümer, d.h. Verfügungsberechtigter wird. Diese Rechtsfolge entspricht den Bestimmungen der ALB/RGW. INCOTERMS Die INCOTERMS werden nicht stets vereinbart. Sie werden nur wirksam und anerkannt, wenn sie in der von den Parteien gewollten Fassung - nicht notwendig die aktuelle Fassung 1990 - ausdrücklich schriftlich unter Aufführung des vollständigen Wortlauts vereinbart wurde. Zahlungsbedingungen im Außenhandel Die Zahlungsbedingungen im RGW stellten auf das sogenannte Sofortinkasso mit Nachakzept auf der Grundlage von Dokumenten-Akkreditiven ab. Bis auf das Sofortinkasso hat sich beim Dokumenten-Akkreditivgeschäft nach der Auflösung des RGW wenig geändert. Die Fakturierung kann in US-Dollar, Rubel, Schweizer Franken oder DM erfolgen. Es gelten, soweit vereinbart, die Bedingungen nach den INCOTERMS. Die jeweils geltenden Bestimmungen der "Einheitlichen Richtlinien und Gebräuche für Dokumenten-Akkreditive" sollten als Handelsbrauch in den Verträgen ausdrücklich durch Aufnahme des gesamten Textes bestätigt werden. Das im RGW-Handel übliche Sofortinkasso mit Nachakzept (ALB/RGW), bei dem die Zahlung durch Präsentation zahlungsauslösender Dokumente durch eine Umbuchung ausgelöst wurden, dürfte nach dem Zusammenbruch des Transferrubelsystems nicht mehr durchsetzbar sein. Dennoch sollte auf dem Hintergrund der Erfahrung und gängigen Praxis durchaus auf der Grundlage des Sofortinkasso verhandelt werden. Der Vorteil: Die Zahlung wird unabhängig von Mängelrügen etc. ausgelöst. Der Gläubiger der Kaufpreisforderung und Erbringer mangelhaften Leistung muß das Schiedsgericht anrufen.Barter und Gegengeschäfte Durch Kompensationsgeschäfte und den Verkauf von in Europa abgeschriebener Maschinen der 2. 3. oder auch 4. Generation können erhebliche Perspektiven entwickelt werden, zumal die erheblichen Devisenprobleme Vietnams minimiert werden. Obwohl gebrauchte Maschinen im Rahmen der Kapitalerbringung für Gemeinschaftsunternehmen nicht gerne, und wenn nur nach umfassender Bewertung als vertragskonform anerkannt werden, ist die Haltung vietnamesischer Behörden Gebrauchtwaren gegenüber im übrigen positiv. Vietnam ist sich bewußt, daß auch die Konkurrenz vor der Haustür über gebrauchte Ausrüstungen nach vorne kam.Die Probleme des Kompensationshandels ergeben sich in erster Linie auf vietnamesischer Seite. Vietnam ist nach der Selbsteinschätzung der Vietnamesen ein Land, in dem die Konflikte und Widersprüche zwischen Zentral-, Regional- und örtlicher Macht wie in keinem anderen Land ausgeprägt und entwickelt sind. "Vietnam has a very fractional centralized government", schreibt Murray Hiebert in der Review. Der Fraktionismus zieht sich durch alle Bereiche von Staat und Regierung und wirkt sich mitunter so stark innerhalb verschiedenster Abteilungen des gleichen Ministeriums aus, daß die linke Hand nicht weiß, was die rechte macht. Das Blocken von Entscheidungen und Verfahren, die andere oder Begünstigungen für andere betreffen, gehört hierbei zu den Mitteln, den eigenen Standpunkt durchzusetzen. Sind an einem Geschäft, z.B. einem Bartergeschäft, mehrere Ministerien beteiligt, ist das Scheitern vorprogrammiert, da ein positives Zusammenwirken der Beteiligten praktisch ausgeschlossen ist. Europäische Unternehmen hatten bei Kompensationsgeschäfte bisher stets dann erhebliche Probleme, wenn für eine Ware eine Ersatzware- bzw. beschaffung vereinbart war und für die Ersatzware ein anderes Ministerium zuständig war. Ein positives Zusammenspiel der Ministerien war nur schwer herzustellen. Besonders schwierig erwies sich die Abwicklung über bestätigte Akkreditive, wenn die Ersatzware nicht gestellt oder bestätigt werden konnte. Fast alle Warengruppen und Produkte eigenen sich in Vietnam für Barter und Gegengeschäfte. Mit einer wichtigen Ausnahme: Öl und Gas eignen sich aufgrund der Tatsache, daß jede geförderte Menge bereits an die großen neun japanischen Tradings verkauft ist und nicht zur Verfügung stehen nicht als Gegenstand für einen Bartervertrag.
Die staatlichen Unternehmen als RisikofaktorZum Kernproblem im Umgang mit staatlichen Unternehmen gehört der unsichere rechtliche Status der Unternehmen und ihre Kapitalausstattung, die auch über die Haftung im Streitfall entscheidet. Das Entschuldungsprogramm der Regierung von 1991, das in drei Schritten durchgeführt werdens soll, hat die Aufgabe, die staatlichen Unternehmen auf eine feste rechtliche und betriebswirtschaftliche Grundlage zu stellen. Auf der ersten Stufe werden die Schulden eines Unternehmens festgestellt und von dem staatlichen Büro für die Schuldenregulierung bestätigt werden. Der zweite Schritt besteht in der Auflistung sämtlicher Schulden in sogenannten "debt cards" und der dritte schließlich im Erlaß der Schulden oder der Niederschlagung. Ein Ende der Klärung der Schuldenlage ist derzeit nicht in Sicht. Vom staatlichen Sondervermögen zur juristischen Person Durch das Dekret 388/HDBT vom 20. November 1991 ordnet die vietnamesische Regierung die Reorganisation der staatlichen Unternehmen an. Unter bestimmten Umständen können die Unternehmen der staatlichen Wirtschaft die selbständige Kontrolle und Verfügungsberechtigung über ihr genutztes Vermögen erhalten, selbständig arbeiteten und juristisch selbständig werden. Das aus insgesamt 14 Artikel bestehende Dekret ist das Grundsatzdokument für die Umgestaltung der staatlichen vietnamesischen Wirtschaft schlechthin. Die Legaldefinition des Artikel 1 des Dekrets 388/HDBT aus 1991 lautet: "Ein staatliches Unternehmen ist eine geschäftliche Einrichtung, gegründet, iniziert und verwaltet durch den Staat, der als Eigentümer handelt. Eine vom Staat geführte Unternehmung ist eine eigene juristische Person". Artikel 1 steht in Zusammenhang mit Artikel 7, dessen Absatz 2 bestimmt, daß Voraussetzung für den Status "juristische Person" die Registrierung und der Erhalt der staatlichen Gewerbegenehmigung sind. Limitierung der Haftung Die Frage, die sich dieser Grundsatzaussage anschließt lautet: Ist die Begründung der juristischen Selbständigkeit gleichbedeutend mit einer Haftungsbeschränkung, was notwendigerweise eine Definition des Haftungskapitals und eine Kennzeichnung der vorhandenen Vermögensmasse beinhalten müßte. Bisher hat die Regierung stets den Standpunkt vertreten, daß sie für die Verbindlichkeiten ihrer Unternehmen hafte. Die Höhe der Verschuldung und die seit der Öffnung völlig neu entstandenen Wirtschaftsbereiche, über die der Staat keine Kontrolle mehr ausübt, dürfte eine tatsächliche Haftung im Streitfall ausschließen, von Ausnahmen abgesehen.Eine ausdrückliche gesetzliche Bestimmung, die eine Haftungsbeschränkung gegenüber Dritten auf eine wie auch immer gestaltete Masse vorsieht, findet sich nicht. Die entsprechend eingestuften Bestimmungen im Foreign Investment Law (FIL) beschränken lediglich die Haftung der Gesellschafter eines Gemeinschaftsunternehmens im Verhältnis der Beteiligung, nicht jedoch grundsätzlich gegenüber Dritten. Eine solche Limitierung kann nur durch Auslegung der Bestimmungen erreicht werden, so daß rein vorsorglich bei der Beantragung von Geschäfts- oder Investitionslizenzen der Antrag auf Anerkennung der Haftungsbeschränkung des eigenen Unternehmens vor Ort gegenüber Dritten gestellt werden sollte. Nach Artikel 2 des Dekrets 388/HDBT führt das staatliche Unternehmen seine Bücher selbst. Hierbei sind die Verpflichtungen der staatlichen Unternehmen gemäß Artikel 3 in der Buchhaltung zu berücksichtigen. Danach muß ein staatliches Unternehmen sich innerhalb des regelten Unternehmensgegenstandes und der Unternehmensziele bewegen, sein Kapital erhalten und nur im ordnungsgemäßen Geschäftsverkehr verwerten, die von der Regierung übertragenen Aufgaben übernehmen, das Betriebsergebnis auf die Mitarbeiter nach der Arbeitsproduktivität verteilen, einen Sozialfond unterhalten für die ärztliche und qualifizierende Vorsorge der Mitarbeiter, das Unternehmen fördern, die Umwelt und die politische und soziale Sicherheit schützen und gewährleisten, sicher und entsprechend den Vorschriften arbeiten sowie die Verteidigungsaufgaben erfüllen. Die Aufgabe Regierungsanweisungen zu erfüllen verdeutlicht den nach wie vor vorhandenen Einfluß eines Plansystems. Es ist nach dem Gesetz unbestimmt, ob zu den zu erfüllenden Aufgaben der Regierung auch Exekutivmaßnahmen örtlicher oder regionaler Behörden gehören. In diesem Zusammenhang wird schwer vorhersehbar, welche Auswirkungen etwa im Einzelfall entsprechende Direktiven auf einen Joint-Venture-Partner und somit auf den Bestand des Joint-Ventures haben könnten. Ein Gesetz, welches den Widerspruch zwischen lizenzierter Tätigkeit in Vietnam einerseits und von der Regierung angeordneter Maßnahmenkataloge lösen könnte, existiert nicht. Ob es sich bei der Erfüllung von Direktiven und Anweisungen lediglich um Weisungsrechte nach dem GmbHG durch den Gesellschafter handelt ist fraglich. Im Umgang mit staatlichen Einrichtungen und Partnern sollte für diesen Fall des Widerspruchs jeweils Vorsorge durch eigene Konfliktregelungen im Vertrag oder bei der Beantragung der Lizenz vereinbart bzw. vorgesehen werden. Weiterhin unbestimmt ist die Verpflichtung staatlicher Unternehmen das Einkommen nach der Arbeitsproduktivität zu verteilen. Nach wie vor basiert das vietnamesische Wirtschaftssystem insofern auf der Vorstellung, daß sämtliche Gewinne des Unternehmens über eine Gewinnabführungsdirektive an den Staat abzuführen sind und dem Unternehmen allenfalls laufende Fonds verbleiben. Diese in der DDR ebenfalls bekannte Praxis, nach der die staatlichen Unternehmen grundsätzlich kein Eigenkapital bilden konnten, gibt es auch in Vietnam mit der Folge, daß den auf der anderen Seite aufgezwungenen Kreditverpflichtungen für Investitionen keine Eigenkapitalrücklagen gegenüber stehen. Eine Unterbrechung dieses regiden Systems hätte zur Folge, daß ohne Sicherung des Arbeitsentgelts durch Rücklagen etwa Verteilungsauseinandersetzungen bei vollständiger Unabhängigkeit notwendig Liquidität und Bestand des Unternehmen bzw. Partners gefährden. Gründung und Registrierung staatlicher Unternehmen Die Artikel 4, 5 und 6 des Dekrets 388/HDBT bestimmen das Gründungsprozedere staatlicher Unternehmen als selbständig tätige Einheiten. Je nach Status, wobei der Status lokal, regional und zentral bestimmt wird, ist eine Genehmigung für die Gründung und Registrierung erforderlich, die entweder durch den Vorsitzenden der staatlichen Plankommission, den Premierminister oder aber den zuständigen Fachminister erteilt wird bzw. wurde. Die weiteren Vorschriften des Dekrets beinhalten
Die für die Gründung zuständige staatliche Institution hat sodann auch das Recht der Auflösung eines staatlichen Unternehmens, was Artikel 13 ausdrücklich bestimmt. Bewertung staatlicher Unternehmen Seit Beginn der Reformpolitik hat es auf verschiedensten Ebenen Vermischungen von staatlichen Unternehmen und "ihrem" Vermögen einerseits und privaten Unternehmen andererseits gegeben, so daß unter anderem auch Mischgesellschaften entstanden sind, deren Status gesetzlich nicht näher definiert ist. Hierbei kann der Vermögensbestand der privaten Unternehmen und Mischgesellschaften regelmäßig sehr schwer eingeschätzt werden, weil in das Unternehmen z.B. nur befristete Nutzungsrechte oder Anlagegüter eingebracht wurden, deren vermögensrechtliche Zuordnung nicht geklärt ist. Nicht selten sind auf diese Weise ausgestattete Unternehmen nicht einmal registriert, so daß vor einer Kontaktaufnahme bzw. Kontraktierung abgeraten werden muß. Die Probleme, die sich aus einer Vermengung der verschiedensten Eigentumsformen ergaben, führten zur Ergänzung des Dekrets 388/HDBT durch das Dekret 156 vom 7. Mai 1992 mit dem Artikel 6 des Dekrets 388/HDBT aus 1991 geändert wurde. Die Änderung bezieht sich im wesentlichen auf die Genehmigung der Gründung staatlicher Unternehmen sowie den Prozeß der Genehmigung und die an der Genehmigung beteiligten Personen. Der neue Artikel 6 des Dekrets 388/HDBT/156 verändert die Bewertung des staatlichen Unternehmens und das Bewertungsverfahren. Bevor ein staatliches Unternehmen nunmehr gegründet und genehmigt wird, muß ein nach dem Dekret 156 in Verbindung mit 388/HDBT gebildetes Bewertungsorgan - in der Regel in Zusammenarbeit mit der Vietnam Auditing Company - das Vermögen des staatlichen Unternehmens unter Berücksichtigung der Vorschriften über die Gründung und Registierung des staatlichen Unternehmens bewerten. Das Bewertungsorgan wird vom Premierminister, vom Vorsitzenden des staatlichen Plankommission und maßgebenden Vertretern der verschiedenen zuständigen Regierungsabteilungen unterstützt. Das Bewertungsorgan für Unternehmen, die unter der Kontrolle des Vorsitzenden des Volkskomitees von Provinzen, Städten oder speziellen Wirtschaftssonderzonen stehen unter der zentralen Autorität untersteht dem Vorsitz des Ministers des zuständigen Ministeriums. Das Bewertungsorgan ist nach dem Gesetz verpflichtet innerhalb von 40 Tagen nach Antragstellung einen Bericht über die Bewertung abzugeben. Der Premierminister hat die Genehmigung der Gründung der wesentlichen zentral kontrollierten Unternehmen nach Maßgabe der Bewertung und Vorschläge des Bewertungsorgans zu genehmigen. Andere zentral kontrollierte Unternehmen weniger bedeutender Art können durch die Entscheidung des zuständigen Fachministers nach vorheriger Zustimmung des Premierministers gegründet werden. Unternehmen, die unter lokaler oder regionaler Kontrolle gegründet werden sollten, können dies aufgrund einer Entscheidung des lokalen Volkskomitees (People's Committees) jedoch nach vorheriger Zustimmung durch das Bewertungsorgan, dem der zuständige Fachminister vorzustehen hat. Im Anschluß an die Verabschiedung der Dekrete 388/HDBT im Jahre 1991 und 156 in 1992 erließen die Staatliche Plankommission und das Ministerium der Finanzen ein gemeinsames Circular zur genauen Durchführung der Dekrete 388 und 156. Das Circular sieht detaillierte Verfahren für die Durchführung der Bewertung, die Einrichtung des Bewertungsorgans sowie die Kontrolle über den Entscheidungsprozeß für die Gründung staatlicher Unternehmen vor. Aufstellung und Bewertung des Vermögensstatus Die praktische Bedeutung der Arbeit des Bewertungsorgans besteht darin, daß es das Anlagevermögen, aber auch die Passiva des staatlichen Unternehmens feststellt bzw. zertifiziert. Nach westlichen Vorstellungen läßt sich durch die Zertifikation der Eigentums- und Verfügungsnachweis für einzelne Vermögensgegenstände aber auch Nutzungsrechte etc. führen. Verbunden mit der Dokumentation und Zertifikation ist auch die Festlegung der jährlichen Wachstumsraten, die als Liquiditätszufluß zumindest planerische Bedeutung haben. Aus der Dokumentation selbst können mit Rücksicht auf die tatsächliche Wertfestsetzung erhebliche Probleme erwachsen, da die Bewertung oftmals willkürlich oder aber nach vietnamesischen Verhältnissen zweckmäßig erfolgt. Ein Beispiel hierzu: Soll ein vietnamesischer Partner wesentlich beteiligt werden, so sind einige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um tatsächlich sicherzustellen, daß der vietnamesische Partner über sein Vermögen frei verfügen kann. Die Probleme des Umgangs mit vietnamesischen Unternehmen verdeutlicht der Textilgigant in Südvietnam, die LEGAMEX Corp., an dem sich z.B. die DEG-Bank beteiligen wollte: In den 70iger Jahren wurden von Vietnam Textileinrichtungen aus der UdSSR importiert und große Anlagen in Ho Chi Minh City mit russischer Hilfe errichtet. Die Finanzierung erfolgte über einen russischen Investitionskredit. Das Grundkapital dieser noch heute sehr erfolgreichen Firma wurde anläßlich der Bewertung der Beteiligungsmöglichkeit von den vietnamesischen Behörden einfach gleich Verbindlichkeit gesetzt. Abschreibungen in der Zwischenzeit und erforderliche Rückstellungen wurden nicht berücksichtigt. Ein Ankauf wäre sehr interessant gewesen, da das Unternehmen eine Schlüsselrolle in der Textilinindustrie hat. Die deutsche Entwicklungsbank hat sich hier um eine Beteiligung bemüht, die leider einerseits deshalb fehlgeschlagen ist, weil die Auslandsinvestitionsgesetzung im vergangenen Jahr eine Beteiligung von staatlichen Unternehmen wie LEGAMEX noch nicht vorsah. Die Gesetzgebung wurde inzwischen geändert, ein nachträglicher Vertrag kam dennoch nicht zustande. Besonders problematisch ist im Zusammenhang mit staatlichen Unternehmen, daß es Kapitalerhaltungsvorschriften nach unseren Vorstellungen nicht gibt und eine Kontrolle über den Vermögensbestand schwer möglich ist. Schutzmöglichkeiten für ausländische Unternehmen Ausländische Unternehmer können sich schützen, in dem sie den rechtlichen Status und Vermögensbestand des vietnamesischen Partners rechtzeitig vor Vertragsabschluß ermitteln. Auskünfte über vietnamesische Unternehmen, ihren Status und ihre nach Dekret 388/HDBT ermitteltes und bewertetes Vermögen erteilen das
Selbstauskunft und Bestätigungen Das Scheitern von Gemeinschaftsunternehmen Auslandsinvestitionen erfordern von den Investoren eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen, wenn der Aufwand nicht zu einem Verlust führen soll. Je nach Investitionsstandort ergeben sich erfahrungsgemäß fünf Hauptfehlerquellen, die durch gute Vorbereitung und Konzeptionierung beseitigt werden sollten: Widerruf der Investitions- und Gewerbegenehmigung
Kreditrisiko Eine Kreditbesicherung ist aufgrund fehlender gesetzlicher Bestimmungen derzeit nicht möglich. Die verschiedenen Gesetze stellen auf die Möglichkeit der Verpfändung ab. Verpfändet werden könnten danach - bewegliches Anlagevermögen, Da sich Grund- und Boden als Volkseigentum einer eigenständigen Verwertung derzeit entziehen, kommen nur die bewegliche Anlagegüter und Rechte für eine Besicherung in Betracht. Praktische Beispiele für eine Besicherung von Gebäuden und Anlagen sowie von Nutzungs- oder z.B. Gewinnbezugsrechten gibt es nicht. Eine Besicherungsmöglichkeit wird bisher diskutiert. In jedem Fall kann eine Besicherung und Verwertung nur mit Zustimmung erfolgen. Zustimmungsberechtigt - nicht verpflichtet - sind: - gegebenenfalls der Partner, Die Zustimmung zielt auf das Recht des Besicherten, das Sicherungsgut im Streitfall zu verwerten. Derzeit ist mangels Verwaltungspraxis davon auszugehen, daß eine freie Verwertung, etwa eines Landnutzungsrechts, ohne Zustimmung des dinglich Verfügungsberechtigten, d.h. dem originären Rechtsträger des Landnutzungsrechts nicht möglich ist. Um ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber ausländischen Lieferanten nachzukommen, müssen staatliche Unternehmen nicht selten die außerordentliche Genehmigung zur Aufnahme von Devisenkrediten und zum Verkauf von Teilen ihres Anlagevermögens beantragen. Die Genehmigung auf diese Weise Schulden zu tilgen wird nur dann gewährt, wenn die betreffenden Staatsunternehmen sanierungsfähig sind und darlegen können, daß sie zukünftig ertragreicher arbeiten. Gelingt dieser Nachweis nicht, dann wird die Genehmigung verweigert. Standortbetrachtung Vietnam, daß ist als These vorausgeschickt "der kleine Tiger auf dem Fahrrad", "das Hungerland, daß nach der gänzlichen Aufhebung des Embargos der USA binnen kurzer Frist in den Kreis der dynamischen südostasiatischen Länder aufschließen wird. So jedenfalls die Einschätzungen alter Asienfachleute, die von sich behaupten können, " den Bambus wachsen zu hören". Eine generelle aussage über den Wirtschaftsstandort verbietet sich aus Gründen der Vorsicht dennoch, denn Vietnam befindet sich in einer schwierigen Übergangsphase, die politisch noch untersetzt werden muß. Hauptgefahr für den Wirtschaftsstandort ist nach meiner Einschätzung nicht ein Mangel an Reformwilligkeit auf Regierungsebene, sondern die Eigendynamik der Öffnungspolitik. Zu befürchten ist, daß nach der Mittelfreigabe durch Weltbank und IWF Milliardenbeträge für Infrastrukturprojekte lediglich durchgeschleust werden, nicht aber im Lande verbleiben und für den wirtschaftlichen Aufschwung sorgen. Die anhaltende Kosten und Preisentwicklung erweist sich heute bereits als negativ. Der Wirtschaftsstandort im Einzelnen Vietnam ist politisch stabil und am stabilsten in der Region Südostasien. Nach Indonesien verfügt Vietnam über das zweitgrößte Konsumentenpotential in Südostasien, bei einer (ansteigenden) Arbeitslosenzahl von 20%.Die Ablösung der Partei aufgrund einer "Demokratisierung im westlichen Sinne" würde das Land nach Einschätzung von Experten unregierbar machen, da der ureigene Fraktionismus im Lande Auftrieb erhielte. Auseinandersetzungen wie in Italien oder auf dem Balkan sind denkbar und in diesem Falle sogar sehr wahrscheinlich. Die Probleme für die Politik, die sich durch die Öffnung ergeben, sind bekannt und werden diskutiert. Vereinzelt reagiert die Partei noch immer sehr restriktiv. Dennoch ist das Entstehen von Freiräumen unverkennbar. Allerdings muß sich die Kommunistische Partei stets den sich ändernden Bedingungen anpassen und die Initiative bei der Reformpolitik behalten, wenn die Stabilität gewahrt werden soll. Überstürzte Reformen nach westlichem Vorbild in der Politik würden zwar das Erscheinungsbild nach außen hin verbessern. Daß solche Reformen derzeit eine gesellschaftliche Grundlage finden, muß bezweifelt werden. Solange die kleinen kommerziellen Freiheiten gewahrt bleiben, ist mit einem breiten Widerstand der Bevölkerung nicht zu rechnen. Eine Demokratisierung bei 80% Landbevölkerung, die ihre Traditionen nicht unbedingt aufgeben will, erscheint darüber hinaus auch zukünftig fraglich. Vietnam wird weiterhin danach streben, unabhängig zu bleiben. Die Gefahren einer zu schnellen und unkontrollierten Entwicklung werden gesehen, wenn auch bisher konzeptionslos verarbeitet. Vietnam wird mittelfristig nicht nur ein kleiner, sondern großer Tiger werden, wobei der Begriff des "kleinen Tigers" auf dem Hintergrund der realen Wirtschaftsmacht von Süd-Korea, Hong Kong, Singapur z.B. verniedlichend ist. Das Problem für Ausländer liegt nicht bei unvollständigen gesetzliche Rahmenbedingungen, sondern in der fehlerhaften Anwendung und Umsetzung der bestehenden vietnamesischen Gesetze. Vietnam ist bestrebt, eine Abhängigkeit von einem bestimmten Land zu vermeiden. Das eröffnet Spielräume für Investoren, die aus anderen Regionen dieser Welt kommen. Negative Standortfaktoren ã 1993 by Eberhard J. Trempel, Berlin |
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