Mittwoch | 11. Dezember 2000

| Recht | Wirtschaft | Events | China Forum | Termine


Wohnraumprivatisierung in China 2001

Berlin/Beijing: 

Der chinesische Markt für hochwertige Baustoffe steht vor großen Zuwachsraten. Interessant für ausländische Unternehmen ist vor allem die Verbesserung der Qualität im Wohnungsbau, wozu die Behörden durch Privatisierungen und die angestrebte Einführung marktgerechter Preise beitragen. Die Geschäftsentwicklung im wichtigen Bereich Hotels und Geschäftsgebäude leidet hingegen unter hohen Leerstandsraten, wie während des " Bauzulieferer-Tags China" am 10. April 2000 in Köln deutlich wurde.

Für günstige Rahmenbedingungen sorgen die zentralen Vorgaben des zehnten Fünfjahresplans 2001 bis 2005, der dem Wohnungsbau eine wichtige Rolle zuschreibt. In den Städten steigt die Nachfrage weiterhin, zumal deren Bevölkerung in den nächsten Jahren um rund 100 Millionen Personen wachsen dürfte. Shanghai will 1,5 Millionen Bewohner in die Außenbezirke umsiedeln, und die nordchinesische Zehnmillionenstadt Tianjin weitet 2000 den Wohnungsbau nach hohen Steigerungsraten erneut stark aus. Masse statt Klasse - dieses Motto ist allerdings immer noch das Leitmotiv in vielen Bereichen des chinesischen Hochbaus.

Dies gilt auch für die eingesetzten Materialien. Oberste Priorität war lange Zeit, dringend benötigte Wohnungen schnell und für wenig Geld zu erstellen. Ein Chinese lebt im Durchschnitt auf rd. einem Fünftel der Wohnfläche, die einem Deutschen zur Verfügung steht. Lange Zeit hatte keine Seite ein Interesse an einem hochwertigen (Aus-)Bau der Unterkünfte. Staat oder Arbeitgeber teilten die Wohnungen als Eigentümer den Bürgern bzw. Mitarbeitern zu und verlangten nur äußerst geringe Mieten. Der Markt für hochwertige Baustoffe ausländischer Hersteller beschränkt sich vorwiegend auf Hotels sowie Einkaufszentren und repräsentative Verwaltungsgebäude. So kam ein ausländischer Küchenlieferant bei einer Investition in Shanghai zum Zug, die 90 Hochhäuser umfasste. Der Boom im Projektgeschäft ist allerdings vorerst abgeklungen.

Neubau und Renovierung gewöhnlicher Wohnungen werden für die Lieferanten hochwertiger Baustoffe interessant, seit die Behörden den Wohnungssektor verstärkt privatisieren. Da es sich nun um die eigenen vier Wände handelt, achten die Besitzer weit mehr auf die Qualität; schließlich will man Fenster, Wasserleitungen und Heizung nicht schon nach wenigen Jahren wieder herausreißen. Darüber hinaus haben es sich mittlerweile viele Behörden zum Ziel gesetzt, die marode Bausubstanz zu verbessern und die Heizungssysteme zu modernisieren. Strengere Normen bedingen allgemein den Einsatz besserer Baustoffe. Nicht nur in Tianjin tropft es durch so manches Dach. Dort wollen die Verantwortlichen darüber hinaus dringend Wasserleitungen abdichten und wärme- sowie geräuschdämmende Materialien anbringen lassen. Verzerrte Preisstrukturen machen auch den Lieferanten hochwertiger Heiztechnik zu schaffen.

Im winterkalten Nordchina erfolgt die Temperierung der Räume häufig noch durch Öffnen der Fenster, was bisher billiger kam als der Einbau eines Reglerventils. Niemand - außer oberen staatlichen Ebenen - hatte ein ausreichendes Interesse am Sparen von Energie, weil diese zu dem praktisch kostenlosen Wohnen dazugehörte. Nach den langen Jahren der Gratisversorgung mangelt es an einem Bewusstsein für den Wert von Heizenergie. Im Vorfeld der in Tianjin geplanten Ausstattung aller Wohnungen mit Thermostatventilen und Heizkostenzählern erhob eine dänische Abrechnungsfirma 1998 in einer Eigenheimsiedlung im Voraus eine flächenbezogene Kostenpauschale.

Die Effizienz der Energienutzung von Heizungen beträgt nach Angaben von Branchenvertretern nur ein Fünftel des Wertes in Deutschland. Demnach sind rd. 70 Prozent aller städtischen Haushalte an Fernwärmenetze angeschlossen, die u.a. wegen schlechter Wohnungsisolierungen und veralteter Verteilsysteme viel Dampf ablassen. Die schlechte Luftqualität in Chinas Städten rührt zum großen Teil von den zu 80 Prozent mit Kohle befeuerten Heizungen her Das inzwischen einsetzende Umdenken seitens der Verantwortlichen und auch die Schwierigkeiten hierbei verdeutlicht die Situation in Tianjin. Wie die Vertreter der zuständigen Behörden ausführten, will die Stadt u.a. eine verbrauchsunabhängige Heizkostenerfassung einführen und die Heizkostensubventionen "bis Ende 200T völlig abbauen. Allerdings können die Kosten den Konsumenten zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht zugerechnet werden, denn erst Ende 2000 sollen die Heiztarife und ein Jahr später die Wärmeabrechnungen administrativ geregelt sein. 

Siehe auch: Bericht der Delegationsreise 2000

Zur Stadtentwicklung in China:

http://www.ahk-china.org/

   

 

Berlin - Headoffice

Recht & Steuern

China Forum

Impressum

China von A - Z

Vietnam

Indonesien

Thailand

Inhalt

Welcome

Service

Betriebswirtschaft

Travel & Unterkunft

Energiewirtschaft

Wasserwirtschaft

Inhaltsverzeichnis

Events

Projects in China

Online-Beratung

Kontakt

Wirtschaft

Verbände

Umweltschutz

Stadtplanung

News


 

Subscribe Newsletter

 

[Recht] [Newsletter] [China Forum] [News] [Service] [Verbände] [Bauen in China] [Wirtschaft] [Inhalt] [Impressum] [Welcome] [News] [Events] [Travel] [Kontakte] [Home] [Suchen] [Energiewirtschaft] [Wasserwirtschaft] [Stadtentwicklung] [Online-Beratung] [Umweltschutz] [Webkalender] [Kontakt] [Site-Map]


All rights reserved for the Author/Publisher. Alle Rechte, auch Übersetzungen, sind vorbehalten. Reproduktionen gleich welcher Art, ob Fotokopie, Mikrofilm oder Erfassung in Datenbanken oder Datenbankverarbeitungsanlagen nur mit schriftlicher Genehmigung des Urhebers. Aus der Veröffentlichung kann nicht geschlossen werden, daß die beschriebenen Lösungen oder verwendeten Bezeichnungen frei von gewerblichen Urheber oder Schutzrechten sind. Verantwortlich: apfb@chinaproject.de - Nachdruck und Weiterverbreitung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung. Trotz größter Sorgfalt bei der Recherche können wir mit Rücksicht auf eine ständig ändernde Rechtslage keinerlei Haftung übernehmen und bitten alle Leser, sich jeweils über den aktuellen Stand durch eine gezielte Rückfrage zu informieren. 

© 2000, Berlin Asien Pacific Review

China Forum im Internet