Mittwoch | 11. Mai 2001

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China wird zum weltweit bedeutendsten Energiemarkt - Eine Chance für die deutsche Industrie

In China wird für die kommenden Jahre ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 7 bis 8 Prozent als notwendig angesehen, um die grundle- genden Ziele der wirtschaftlichen Umstrukturierung und die eingeleiteten Reformen umsetzen zu können. Wesentliche Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Energieversorgung, vor allem in den industriell entwickelten Küstenprovinzen. Die VR China ist nach den USA mit fast 10 Prozent am Weltenergieverbrauch der derzeit zweitgrößte Energieverbraucher und soll nach Expertenmeinungen im Jahr 2020 mit rund 17 Prozent die USA überholt haben. Zwischen 1980 und 1999 stieg der Energieverbrauch um rund 370 Prozent. Für die kommenden Jahre wird eine jährliche Zuwachsrate von ca, 4,2 Prozent prognostiziert, und ab dem Jahr 2010 soll der zweijährige Zuwachs des Energiever-brauchs etwa dem gesamten Energiever- brauch Japans entsprechen.

Mit einer installierten Kraftwerksleistung von 290 Gigawatt (GW) erzeugte die VR China 1999 ca. 1.400 Trillionen Kilowattstunden (TWh) und war damit nach den USA auch der zweitgrößte Energieerzeuger der Welt. In den 90er Jahren wurden die Kraftwerkskapazitäten pro Jahr um durchschnittlich etwa 13 GW erweitert. Auf thermische Kraftwerke entfielen dabei rund 75 Prozent und auf Wasserkraftwerke 24 Prozent, Atomkraftwerke produzierten 2,1 GW Energie und aus regenerativen Energiequellen wurden ca. 320 MW gewonnen, Elektrische Energie wird dabei zu 75 Prozent durch die Verbrennung von Kohle erzeugt, zu 20 Prozent durch Wasserkraft und zu 5 Prozent durch 01, Biomasse, Kernenergie, Wind- und Solarkraft.

Bis zum Jahre 2010 sollen laut Plänen der Staatlichen Planungskommission die derzeitigen Kraftwerkskapazitäten von 290 GW auf 553 GW ausgebaut und ca. 2.500 TWh erzeugt werden. Der geplante Ausbau entspricht einem jährlichen Zuwachs von durchschnittlich etwa 9 Prozent und liegt damit oberhalb der prognostizierten siebenprozentigen Steigerung der industriellen Produktion. Schätzungen zufolge wird erst ab dem Jahr 2010 eine landesweite unterbrechungsfreie Stromversorgung gewährleistet werden können. Zwischen 20 und 30 Prozent der industriellen Produktionskapazitäten liegen derzeit aufgrund von Entsorgungsengpässen brach.

Auch hinsichtlich der Energieeffizienz ist in China einiges zu verbessern. Das gesamte Land verbrauchte 1997 4,4 mal soviel Energie pro Werteinheit des BSP wie Japan und 1,6 mal soviel wie Indien. Der Wirkungsgrad der Kraftwerke chinesischer Bauart liegt bei knapp 30 Prozent, bei Altanlagen zum Teil unterhalb 20 Prozent, während es bei vergleichsweisen Kraftwerken westlicher Bauart 35 bis 40 Prozent sind. Ineffiziente und veraltete Stromnetze führen zudem bei der Übertragung zu Verlusten von rund 15 Prozent der erzeugten Energie. Darüber hinaus verhindert die massive Subventionierung der Kohle deren effiziente Nutzung.

Die Kohle bleibt auch in den kommenden Jahrzehnten mit einem Anteil von 70 bis 75 Prozent der wichtigste Primärenergieträger. 1998 wurden etwa 1,24 Milliarden Tonnen Hartkohle und 60 Mio Tonnen Weichbraunkohle gefördert. Allein zwischen 1980 und 1998 hat sich der Kohleverbrauch mehr als verdoppelt. Zwar plant die Regierung den Anteil von Kohle an der Elektrizitätserzeugung von derzeit 75 Prozent bis 2010 auf 64 Prozent und bis 2050 auf 47 Prozent zu reduzieren. Unabhängige Beobachter schätzen jedoch, dass selbst wenn die gesamte Energienachfrage über die nächsten Jahrzehnte bei nur durchschnittlich 2,8 Prozent gehalten werden könnte, 2015 immer noch ca. 2,2 Milliarden Tonnen und 2040 etwa 4,34 Tonnen Kohle verbraucht werden. Das wäre eine Verdreifachung des heutigen Verbrauchs.

Zweitwichtigster Primärenergieträger ist mit einem Anteil von knapp 18 Prozent Erdöl. Erdgas spielt mit einem Anteil von knapp 2 Prozent eine unbedeutende Rolle, genauso wie die Wasserkraft (5%). Als Antwort auf die Vorwürfe, größter Umweltverschmutzer zu sein, setzt China verstärkt auf Kernkraft. Ihr Anteil an der gesamten Energieproduktion beträgt heute allerdings lediglich 1 Prozent. Neben zwei sich in Betrieb befindlichen Kernkraftwerken sind im Rahmen des laufenden 9, Fünfjahresplan vier neue KKW in Bau. Der Anteil erneuerbarer Energiequellen an der Energieversorgung, der heute bei weniger als einem Prozent liegt, soll bis zum Jahr 2020 auf rund 6 Prozent erhöht werden.

Insgesamt sind zum Jahr 2010 Investitionen im chinesischen Energiesektor von rund 100 Milliarden US- Dollar veranschlagt worden, womit China weltweit zum bedeutendsten Energiemarkt wird. Mit der in den kommenden Jahren geplanten Erweiterung der Kapazitäten um jährlich 26 Gigawatt durch Neubau ist das Land der größte Wachstumsmarkt für Kraftwerksanlagen und Stromübertragungs- und Verteilungseinrichtungen.

   

 

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