Mittwoch | 11. November 2000

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Das neue Museum für Ostasiatische Kunst in Dahlem

von Dorothea Slevogt, Berlin:

Prominenzen und Excellenzen aus Politik, Kultur und Wirtschaft fanden sich am Freitag, den 13. Oktober 2000 in Berlin-Dahlem zu einer denkwürdigen Eröffnungsfeier ein. Unter ihnen der amtierende Bundespräsident Rau, sein Vorgänger Richard von Weizsäcker und der amtierende Staatsminister Naumann. Nach zweijährigen Umbauarbeiten wurde hier das Museum für Ostasiatische Kunst nach einer umfassenden Erweiterung und Neugestaltung der Ausstellungsräume in einem völlig neuen Erscheinungsbild wiedereröffnet. Inspiriert worden waren die Architekten von den Ostasien-Abteilungen des New Yorker Metropoliten Museums und des Boston Museum of Art. Ob oder wie gelungen diese Inspiration in der Realisation zur Geltung kommt, blieb jedoch am Eröffnungstag weitgehend unerwähnt. Staatsminister Naumann sprach in diesem Zusammenhang von der „korrekten Aura, der asiatisch angehauchten Atmosphäre’. Erwähnt wurden im Gegensatz dazu vielfach die Stifter der japanischen, koreanischen und chinesischen Leihgaben, durch die das Museum an seinen alten Ruhm anschließen kann. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg nach seiner Gründung 1906 durch Wilhelm von Bode gehörte das Museum für Ostasiatische Kunst zu einer der bedeutendsten Sammlungen ostasiatischer Kunst Europas.

Herzstück der Sammlung werden in Zukunft die rund 150 Ausstellungsstücke des Berliner Kunstsammlers und Mäzen Klaus F. Naumann, der diese dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt. „Damit kann das Museum für Ostasiatische Kunst eine große Lücke schließen, die durch hohe Kriegsverluste gerissen wurde“, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Prof. Dr. h. c. Klaus-Dieter Lehmann, bei seiner Eröffnungsrede. Neunzig Prozent der Exponate des ursprünglichen Bestands waren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges als Beutekunst nach St. Petersburg in die Sowjetunion gebracht worden, wo sie bis heute lagern. Nur rund 300 Objekte der alten Sammlung kehrten von Auslagerungsorten nach dem Krieg zurück. Diese befanden sich in der Nachkriegszeit in zwei Ausstellungsorten: das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel (ab 1952) und das Museum in Dahlem (ab 1970). Beide Sammlungen wurden 1992 in Dahlem zusammengeführt. Warum gerade Dahlem, ein Standort weitab vom Zentrum des neuen Berlins, auch weiterhin die große Sammlung ostasiatischer Kunstgegenstände beherbergt, wurde am Wiedereröffnungstag mit vielerlei Erklärungen bedacht. Das Museum für islamische Kunst, welches auch vor 28 Jahren in Dahlem eröffnet worden war, hat aber inzwischen seinen verdienten Weg zur Museumsinsel geschafft.

Das neugestaltete und erweiterte Museum für Ostasiatische Kunst beherbergt die Kunst Chinas, Japans und Koreas in drei eigenen Galerien. In einem zentralen Raum wird die allen drei Kulturen gemeinsame Kunst des Buddhismus gezeigt. Die chinesische Archäologie repräsentiert sich durch bedeutende archaische Bronzen, frühe Keramiken und Kunstobjekte aus Jade. Auf der verdoppelten Fläche von 2000 Quadratmetern sind die chinesische und japanische Malerei, Holzschnitte, Lackkunst und Keramik konzeptionelle Schwerpunkte der Ausstellung. Bundespräsident Dr. Johannes Rau forderte in seiner Begrüßungsrede die Besucher dazu auf, das Museum nicht nur als Aufbewahrungsort altertümlicher Kunst aus Ostasien zu verstehen, sondern als Möglichkeit für intensive Auseinandersetzung und besseren Verständnis fremder Kulturen. Gerade die „wirtschaftliche Globalisierung der Welt macht einen intensiven kulturellen Austausch notwendig. Die Chance für eine Einheit der Welt kann nur gelingen, wenn wir das jeweilige Anderssein verstehen und respektieren“, so Rau in seiner Begrüßungsrede. 

Bundesweit einmalig für das Museum ist die neue Themengalerie über die Kultur Vietnams, eine Leihgabe für zehn Jahre. Besonderes beliebt bei den Besuchern war am Eröffnungsabend eine weitere Neuerung: der in der Japan-Galerie von japanischen Zimmerleuten errichtete Teeraum. Den Auftakt der zeitgenössischen Sonderausstellungen macht die Privatsammlung Rose Hempel mit japanischen Fächerblättern und Hängerollen "Im Zeichen der Freundschaft". Begeleitet wurde der Eröffnungsabend von Yang Seung-hee auf einer koreanischen Wölbbrettzither (Kayagum) und Teo Kheng Chong auf einer chinesischen Wölbrettzither (Qin). Das Museum wird zweifelsohne, trotz seiner Lage, auch in Zukunft wieder viele Besucher in seinen Bann ziehen, und das aus unterschiedlichsten Gründen. Einer ist sicherlich, um es in den Worten des Alt-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zu sagen, „weil es so hinreisend ist“ und, weil viele Menschen ihrer eigenen Aussage nach das Museum einfach lieben. Alles in allem war der Eröffnungsabend ein gelungener, auch wenn man sicherlich mit der Hälfte der Eröffnungsworte ausgekommen wäre, und die Räume mit seinen Kunstgegenständen hätte einfach für sich selber sprechen lassen können.[Dorothea Slevogt]

 

Weitere Informationen: Museum für Ostasiatische Kunst Lansstraße 8 14195 Berlin-Dahlem Öffnungszeiten: Di, Mi, Do, Fr. 10.00 - 18.00 Uhr Sa, So 11.00 - 18.00 Uhr

Internet: www.smb.spk-berlin.de/oak/s.html

Dazugehörige Photos: Museum 1-4; Musikant; Rau

   

 

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