Gesellschaft
für mikrobiologische Produkte mbH
Die
PhytoBacter Gesellschaft für mikrobiologische Produkte mbH wurde 1996 gegründet
mit dem Ziel mikrobiologische Produkte zum Einsatz in Land- und
Forstwirtschaft, Garten- und Landschaftsbau sowie in der
Kommunalwirtschaft zu entwickeln, herzustellen und zu vertreiben. Unsere
Produkte basieren auf dem Einsatz von aus ökologisch bewirtschafteten Böden
isolierten Bodenbakterien mit spezifischen Wirkungen.
Aus
den zahlreich im Boden vorkommenden Bodenmikroorganismen konnten wir
mehrere Stämme, die eine wachstumssteigernde, nährstoffmobilisierende
und krankheitshemmende Wirkung haben, herausfiltern, kombinieren und
lager- und handelsfähig präparieren. Hierzu benötigen wir keinerlei
gentechnische Eingriffe; die Effekte resultieren aus natürlichen
Wechselwirkungen zwischen den Pflanzenwurzeln und den durch
Saatgutimpfung in den Wurzelraum der Nutzpflanzen eingebrachten
Bakterien.
Derzeitige Arbeitsschwerpunkte sind die Entwicklung und
Vermarktung von bodenbakteriologischen Präparaten zur Ertragssteigerung
an landwirtschaftlichen Nutzpflanzen. Für den Kartoffelanbau konnten
wir in der Saison 1999 gute Umsätze verzeichnen. Das Präparat hat in
zahlreichen Feldversuchen positive Ergebnisse erzielt. Für weitere
Hackfrüchte und Gemüse sind derzeit Präparate in Entwicklung und
stehen kurz vor der Marktreife.
Unser Bakterienpräparat haben wir mit positivem
Ergebnis auf Verträglichkeit mit den handelsüblichen Pflanzenschutz-,
Beiz- und Düngemitteln untersucht. Es kann daher abgesehen von Kupferpräparaten
mit solchen Mitteln gemischt und so arbeitssparend eingesetzt werden.
Das entwickelte Produkt AgroBac S. ist sowohl im
ökologischen als auch im konventionellen Landbau erprobt und unter den
Bedingungen der modernen technisierten Landwirtschaft effektiv
einsetzbar. Im ökologischen Landbau bietet das Präparat eine neue Möglichkeit
sowohl der Qualitäts- als auch Produktivitätssteigerung und kann
dadurch zur stärkeren Akzeptanz dieser Wirtschaftsform beitragen. Im
konventionellen Landbau kann es herkömmliche Agrochemikalien teilweise
ersetzen bzw. ergänzen und somit Umweltbelastungen verringern.
Weitere Arbeitsbereiche sind die Isolierung von
Mikroorganismen, die die Frostresistenz von Pflanzen erhöhen, sowie die
Entwicklung von Präparaten zur biologischen Bodensanierung für den
Garten- und Landschaftsbau.
Wirkungsprinzip
der Produktlinie AgroBac
Unsere
derzeitigen Hauptprodukte sind bodenbakteriologische Saatgutimpfmittel
zur Wachstumsteigerung an landwirtschaftlichen Feldfrüchten,
insbesondere
·
für Kartoffeln AgroBac
a.S. und AgroBac
l.S.
·
für Leguminosen - AgroBac
r.
·
und für Getreide - AgroBac
poa
Alle
Produkte wurden im Freiland getestet. Die Produkte AgroBac a.S. und
AgroBac l.S. wurden
für die Kartoffelaussaat 1999 in den Markt eingeführt. Die Produkte AgroBac
leg und AgroBac
poa befinden sich
kurz vor dem Abschluß der Entwicklungsphase. Nach einer weiteren
Freiland-Testsaison 2000 sollen sie Ende des gleichen Jahres in marktfähiger
Form zur Verfügung stehen.
Unsere
Bakterien leben im Wurzelraum der Nutzpflanze von Ausscheidungen der
Wurzel. Die Evolution hat bestimmte Bakterien, zu denen auch die von uns
isolierten gehören, zwecks Erhöhung ihres Nahrungsangebotes befähigt,
pflanzenidentische Wachstumshormone – Phytohormone - zu erzeugen und
diese über die Wurzel an die Pflanze abzugeben. Diese hormonelle
Einwirkung ist der wesentliche Wirkmechanismus unserer Präparate auf
die assoziierte Pflanze.
In
der Pflanze bewirkt der auf diese Art modifizierte Hormonpegel eine
Anregung des Wachstums und insbesondere bei den vegetativen
Pflanzenbestandteilen (Wurzel und Sproß) eine Erhöhung der Biomasse.
Hiermit wird die an Wurzelfrüchten wie Kartoffeln festgestellte
Ertragssteigerung evident.
Im
Zuge der Weiterentwicklung wird insbesondere untersucht, ob und
inwieweit sich die Anregung des Pflanzenwachstums in die Ausbildung der
generativen Pflanzenbestandteile (Samen) auswirkt. Dies ist von
entscheidender Bedeutung für das Anwendungssegment Getreide.
Weitere
Stoffwechsel-Ausscheidungsprodukte unserer Bakterien lösen und
mobilisieren zudem im Boden in nicht pflanzenverfügbarer Form
vorhandene Mineralstoffe, insbesondere Phosphat und Kalium. Dadurch wird
die Ausnutzungseffizienz von bodenbürtigen oder zugeführten Phosphaten
erhöht; die verbleibende auswaschungsgefährdete Restkonzentration wird
so erniedrigt.
Die
in den Präparaten enthaltenen Bakterien verdrängen zudem pflanzenschädliche
Pilze und Bakterien. An Kartoffeln führt ihre Anwendung beispielsweise
zu einer erheblichen Reduzierung des Befallsrisikos mit Schorf.
|
Interne Bezeichnung
|
RA 56
|
D 78
|
SA 85
|
|
Pflanzenaffinität
|
++
|
++
|
++
|
|
Bildung von Cytokininen und Auxinen
|
++
|
++
|
++
|
|
Stickstoff-Fixierung
|
-
|
-
|
-
|
|
Phosphatmobilisierung
|
++
|
++
|
++
|
|
Freisetzung von antibiotikahaltigen
Verbindungen
|
++
|
++
|
++
|
|
Abbau organischer Chemikalien
PAK, PCB, Phenole und Benzol
|
++
|
++
|
++
|
|
Produktion organischer Säuren
Milch-, Zitronen-, Äpfel- und Bernsteinsäure
|
++
|
n. u.
|
n. u.
|
|
Freisetzung von Siderophoren
|
++
|
++
|
++
|
|
++
|
sehr
positive Eigenschaften
|
-
|
negativ
|
n.
u.
|
nicht
untersucht
|
Die Präparate AgroBac
a.S. und AgroBac l.S. erschließen den bislang wenig beachteten
gezielten Einsatz von Bodenbakterien für die Steigerung der
Pflanzengesundheit, des Pflanzenwachstums und des Ernteertrages für den
Kartoffelanbau.
In beiden Präparaten sind natürliche
und klimaangepaßte Bodenorganismen enthalten, die sich in unmittelbarer
Nähe der Pflanzenwurzeln ansiedeln, auf vielfältige Weise in das
System Wurzel - Boden eingreifen und die Fitneß der Pflanzen erhöhen:
·
durch kräftigeres Wachstum
Die Bodenorganismen
produzieren im Austausch gegen Wurzelausscheidungen Wachstumshormone für
die Pflanze, die zunächst für ein vergrößertes Wurzelsystem und
damit auch für größere Knollen sorgen.
·
durch neue Nährstoffe
Die Bodenorganismen lösen durch ihren
Stoffwechsel für Pflanzen nicht verfügbare Nährstoffe aus den
Bodenteilchen und wandeln diese in pflanzenverfügbare Formen um.
·
durch starke Abwehrkräfte
Die Bodenorganismen und das Wurzelsystem
schaffen durch ihre nachbarliche Gemeinschaft ein spezifisches Milieu,
das den Lebensraum und das Nährstoffangebot für Schaderreger aus dem
Boden stark eingrenzt.
AgroBac
a.S. und AgroBac l.S. wurden speziell für die Anwendung in
Gartenbau- und Landwirtschaftsbetrieben entwickelt. Die beiden Präparate
entsprechen hinsichtlich der Dosierung und Konfektionierung der
Inhaltsstoffe den Ansprüchen dieser Anwender und empfehlen sich als
effektive Wirtschaftspartner für den Betrieb:
·
wirtschaftlich durch mehr Ertrag
AgroBac
a.S. und AgroBac l.S.
erhöhen den marktfähigen Warenanteil an der Kartoffel-
ernte in Quantität und Qualität.
·
wirtschaftlich durch große Wirkungsbreite
AgroBac
a.S. und AgroBac l.S. ersetzen und ergänzen die Wirkstoffe in
den bisher verwendeten Pflanzenschutz- und Düngemitteln.
·
wirtschaftlich durch gesunden Boden
AgroBac a.S. und AgroBac
l.S. zerstören typische Bodenschadstoffe und tragen zur Verbesserung
des Bodenlebens bei.
AgroBac
a.S. ist das pulverförmige Kartoffelpräparat von PhytoBacter und kann z. B. im ökologischen Landbau direkt den Saatkartoffeln
beigemischt werden. Es erlangt durch die Aufnahme von Bodenfeuchte seine
Aktivität.
AgroBac
l.S. ist das wasserlösliche Kartoffelpräparat von PhytoBacter und kann z.B. im konventionellen Anbau anderen Flüssigpräparaten
zugesetzt werden. AgroBac l.S. (wie auch AgroBac a.S.) behält
auch in Anwesenheit handelsüblicher Pflanzenschutzmittel seine volle
biologische Wirksamkeit.
In
den Jahren von 1997 bis 1999 wurden Freilandversuche an Kartoffeln,
Zuckerrüben, Mohrrüben, Radischen, Paprika, Tomaten und verschiedenen
Salatsorten durchgeführt. Die Versuchsdurchführungen erfolgten teils
unter eigener Leitung und teils durch beauftragte unabhängige
Stellen.In beiden Fällen wurden behandelte (mit AgroBac versetztes Saatgut bzw. Pflanzenerde bei Tomaten und Salat) und
unbehandelte bepflanzte Areale in randomisierter Versuchsanordnung
verglichen. Beurteilungskriterien waren je nach Pflanze:
·
Erscheinungsbild
-
während der Wachstumsphase der Pflanze
-
zum Erntezeitpunkt der Pflanze
-
des Ernteproduktes
·
Ernteertrag hinsichtlich Masse, Anzahl des Erntegutes und
Anteil vermarktungsfähiger Ware
·
Pflanzenspezifische Kenndaten
·
Qualität des Ernteproduktes
·
Sortenspezifischer Krankheitsbefall
Ein
besonders positiver Einfluß der Präparate war bei Kartoffeln
nachweisbar. Der Ernteertrag erbrachte im Vergleich zu unbehandelten
Kartoffeln einen deutlich höheren marktfähigen Warenanteil in Zahl und
Masse (je nach Sorte und Anbaubedingungen bis zu 20 %) und einen
geringeren Schorfbefall (Erreger: Streptomyces scabies).
Diese
Ergebnisse wurden von unabhängiger Stelle ermittelt und dokumentiert
(Gutachten: Institut für Biochemie der FU Berlin, Agrargenossenschaft
Osterland e. G.).
Bei
einigen Kartoffelsorten zeichnete sich bei Einsatz unserer Präparate
ein höherer Stärkegehalt ab.
In
der Freilandsaison 2000 werden weitere Feldversuche an Standorten in
Deutschland mit unterschiedlichen Böden und Klimabedingungen der
bereits o.g. Kulturen durchgeführt.
Abbildung 1
|
Versuch mit Kartoffeln
(Sorte: Linda),
ohne AgroBac
|
Versuch mit Kartoffeln
(Sorte: Linda),
mit AgroBac
|
Bei
Getreide werden folgende positve Effekte vereinzelt aber nicht
signifikant nachgewiesen:
·
höhere Keimpflanzenzahl je m2
·
mehr und längere Wurzelsysteme der Keimlinge
·
mehr ährentragende Halme je m2
·
größeres Tausendkorngewicht

Abbildung 2
Versuch
mit Winterroggen (Sorte: Amilo).
|
Pflanzen
links:
ohne AgroBac poa
behandelt (Kontrolle)
|
Pflanzen
rechts:
mit AgroBac poa
behandelt
|
Man
beachte den stärkeren Bau und das ausgeprägtere Wurzelsystem der
behandelten Pflanzen

Abbildung 3
Versuch
mit Winterweizen (Sorte: Batis)
|
Pflanzen
links:
ohne AgroBac poa
behandelt (Kontrolle)
|
Pflanzen
rechts:
mit AgroBac poa
behandelt
|
Man
beachte den stärkeren Bau und das ausgeprägtere Wurzelsystem der
behandelten Pflanzen
Aufgrund
der v.g. Ergebnisse wird die Fortsetzung der wachstumsanregenden Wirkung
von den vegetativen Pflanzenbestandteilen auf die generativen
Pflanzenbestandteile (Samen) Gegenstand der weiteren Produktentwicklung
im Segment Getreide sein.
In
der Freilandsaison 2000 werden weitere Feldversuche an Standorten in
Deutschland mit unterschiedlichen Böden und Klimabedingungen mit Raps,
Zuckerrüben, Radieschen, Mohrrüben, Weizen, Gerste, Hafer, Hanf, Mais
und Tomaten durchgeführt werden. Desweiteren werden mit unseren
Partnern in Griechenland Versuche mit Olivenbäumen vorbereitet um eine
verbesserte Versorgung mit Phosphat und anderen Spurenelemnten zu
untersuchen. Zur weiteren Absicherung unserer bisherigen
Versuchsergebnisse werden weiterhin Kartoffeln untersucht. Diese
Freilandversuche werden von uns und parallel von unabhängingen
Instutitionen durchgeführt.
Unter
dem Aspekt der Bodenmüdigkeit, die besonders in Pflanzschulen bebachtet
werden kann erfolgen derzeit die letzten Vorbereitungen um Versuche mit
Weinreben durchzuführen. Neben den angelegten Versuchsfeldern bei
mehreren Weinanbauern erfolgen an Dr. Schropp längerfristige Tests um
den positiven Einfluß unserer Präparate gegen eine fortschreitende
Bodenmüdigkeit in Weinrebschulen zu belegen.
Die
Wirtschaftlichkeit des Einsatzes von AgroBac wurde sowohl für
die Bedingungen der industriell hergestellten Dünge- und
Pflanzenschutzmittel einsetzenden Bewirtschaftung (konventioneller
Landbau) als auch im ökologischen Landbau (kein Einsatz industriell
hergestellter Dünge- und Pflanzenschutzmittel) anhand von
vergleichenden Deckungsbeitragsrechnungen untersucht. Daraus ergibt sich
stets ein erheblicher Vorteil für den Anwender, wobei der Vorteil bei
ertragsmindernden Bedingungen wie ungünstige Boden- oder Witterungsverhältnisse
am größten ist.
Im
Kartoffelanbau werden hektarbezogen gegenüber dem Getreideanbau um
einen Faktor zwei bis drei höhere Roherlöse erzielt. Jedoch sind die
Anbaukosten ebenfall erheblich höher als beim Getreideanbau. Obwohl
sich im Durchschnitt nach Abzug der Anbaukosten mit dem Getreideanbau
vergleichbare Deckungsbeiträge (Roherlös bezüglich Anbaukosten)
erzielen lassen, greifen Ertrags- oder Preisschwankungen aufgrund des größeren
Hebels deutlich stärker auf das Ergebnis durch. Daraus resultiert ein
massives Interesse der Kartoffelanbauer an einer möglichst stabilen
Ertragssituation. Ertagsstabilisierende Pflanzenschutzmaßnahmen während
der Wachstumsphase sind in Aufwand und Wirksamkeit ferner stark von
Witterungseinflüssen abhängig.
Unter
ungünstigen Witterungsbedingungen (zu hohe oder zu niedrige
Wasserversorgung zum Anwendungszeitpunkt) werden Pflanzenschutzmaßnahmen
ineffizient oder gar unmöglich.
Hieraus
ergibt sich ein entscheidender Vorteil von AgroBac S., da
es bereits bei der Aussaat zusammen mit der Saatkartoffel in den Boden
gebracht wird und die Bakterien dort während der für die
Pflanzenentwicklung entscheidenden Wachstumphasen wirksam präsent sind.
AgroBac
trägt so nicht nur zur Erhöhung des Deckungsbetrages bei, sondern
steigert die wirtschaftliche Gesamtstabilität des Kartoffelanbaus und
mindert so die Risiken des Anwenders erheblich.
Dies
gilt in besonderem Maße auch für den ökologischen Landbau, in dem
bislang aufgrund der durch das Verbot des Pflanzenschutzmitteleinsatzes
noch gesteigerten Anbaurisiken bislang auf den Kartoffelanbau weitgehend
verzichtet wird.
Die
VA-Mykorrhiza übt einen förderlichen Einfluß auf die Entwicklung und
das Wachstum der Wirtspflanze aus. In diesem Zusammenhang wird in der
Literatur vornehmlich auf eine erhöhte Nährstoffaufnahme
mykorrhizierter Pflanzen hingewiesen, wobei vor allem der höheren
Phosphataufnahme aufgrund des sehr effizienten P-Aufnahme- und
P-Transportmechanismus der Außenhyphen eine große Bedeutung
zugeschrieben wird. Auch weitere Nährstoffe wie z. B. Ammonium und die
Mikronährstoffe Kupfer und Zink können im Zuge der Symbiose verstärkt
aufgenommen werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Austausch von
Kohlenhydraten und mineralischen Elementen nicht nur zwischen Pflanzen
und Pilzen, sondern auch über die Pilze von einer Pflanze zur anderen.
Bei hoher Wurzeldichte in einer Wiese können auf diese Weise eine große
Zahl von Pflanzenindividuen derselben Art oder auch verschiedener Arten
miteinander im Boden vernetzt werden und eine physiologische Einheit
bilden.
Es
wurde ein arbuskuläres Mykorrhiza-Pilz-Isolat (Glomus intraradices)
vom Galmeiveilchen aus dem Aachen-Lütticher Raum gewonnen, das
Schwermetallresistenz auf Pflanzen wie Mais, Luzerne, Gerste u. a. überträgt.
Wir
sehen hierin einen interessanten Ansatz für die Entwicklung eines
neuartigen biologischen Düngemittels, das auch Einsatz in der
biologischen Bodensanierung finden soll.

Abbildung 4
Versuch mit Mais und
Schwermetallboden aus Mechernich Eifel. Mais 4 Monate alt
con.1
= Kontrolle gedämpft, ohne Inokulum
con.2
= ungedämpfter Boden ohne Inokulum
Br 1
= Mechernich Schwermetallboden beimpft mit dem Glomus-Isolat vom
Galmeiveilchen
Sy 167
=
Mechernich Boden beimpft mit Glomus
intraradices Sy 167 als Kontrollisolat (Foto: Prof. Bothe, Univ. Köln).
Ein weiterer, unmittelbar vor der Marktreife stehender Produktbereich sind
mikrobielle Anwuchshilfen für den Garten- und Landschaftsbau.
Ansatzpunkt ist hier, daß das Risiko des Nichtanwachsens verpflanzter Bäume
und sonstiger Pflanzen mit zunehmendem Alter bzw. Größe der zu
verpflanzenden Gehölze erheblich zunimmt. Gerade jedoch im kommunalen
Landschafts- und Grünanlagenbau werden oft zwecks Erzielung eines
schnell sichtbaren Effektes Großgehölze verpflanzt. Es ist bekannt, daß
der Anwuchserfolg wesentlich von einem dem zu verpflanzenden Gehölz adäquaten
Zusammensetzung des Bodenmikrobenklimas am Pflanzort abhängt.
Viele Bäume benötigen für ein gutes Gedeihen Bodenmikroben wie etwa
Mykorrhiza-Pilze oder geeignete Bodenbakterienstämme, die in enger
Assoziation mit den Pflanzenwurzeln leben. Sowohl VA-Mykorrhiza als auch
entsprechend geeignete Bakterien erhöhen die Nährstoffversorgung und
den Nährstoffumsatz der Zielpflanze erheblich. Mykorrhiza bildet
beispielsweise ein sehr fein verästeltes Mycel aus, das wesentlich
weiter verzweigt ist als die Feinwurzeln der assoziierten Pflanze.
Mykorrhiza lebt selbst zu bedeutendem Anteil von Ausscheidungen der
Pflanzenwurzel; daher hat die Evolution einen Austausch zwischen Pflanze
und Mykorrhiza ermöglicht. Daher profitiert die Pflanze von der durch
das fein verästelte Mycel der Mykorrhiza erhöhten Aufschlußfähigkeit
für Bodennährstoffe. Die Wirkung phytohormonaktiver Bodenbakterien
weist – wie bereits bei der Beschreibung der Wirkungsweise von AgroBac
in dieselbe Richtung. Beide Effekte verstärken sich oftmals.
Hier setzt PhytoBacter mit der Anwuchshilfen-Produktlinie HortoBac
an. Hierbei handelt es sich um Präparate phytohormonaktiver
Bodenbakterien und Bodenpilze. HortoBac wird mit Gartenerde
vermischt bei der Verpflanzung von Gehölzen direkt in das Pflanzloch
und somit in den Wurzelraum eingebracht.
Eiskernaktive,
sog. (Ice-nucleation-active) INA-Bakterien, wie Pseudomonas syringae und
Erwinia herbicola, sind hauptsächlich für die Gefrierung
von Wasser bei Temperaturen oberhalb -5 °C verantwortlich, wobei es
spezifische Unterschiede der Aktivierungstemperatur für bakterielle
Eiskerne gibt, deren Anzahl letztlich nur von der Populationsgröße der
Bakterien abhängt. Für die gewebeschädigende Eisbildung des inter-
und intrazellulären Wassers in den Pflanzen sind die in den
INA-Bakterien vorkommenden Eiskern-Gene verantwortlich, die so zu sagen
als Kristallisationskern für die Eisbildung um die 0 °C dienen. Ohne
diese Gene in den Bakterien würde Regen oder Tau erst bei -4 °C
gefrieren.
Die
wenigen Grade entscheiden häufig über Frostschäden an Kulturpflanzen,
die dem Obst-und Gemüseanbau jährlich Verluste in Millionenhöhe
einbringen .
Es
gibt zahlreiche Methoden, wie man Frostschäden vermeiden kann, wobei
die Methode der kompetitiven Verdrängung durch Eisminus-Mutanten den größten
Erfolg verspricht, gerade mit Blick auf die Umwelt- und
Ressourcenschonung. Eisminus-Bakterien besitzen nicht oder nur eingeschränkt
die Fähigkeit Eis zu bilden und kommen in geringer Zahl auch in der
Natur u.a. bei Pseudomonas fluorescens, Pseudomonas putida und
E. herbicola vor, dabei muß die Population der
Eisminus-Bakterien ausreichend höher sein als die der INA-Bakterien, um
letztere von der Pflanzenoberfläche zu verdrängen.
Ziel
unserer Arbeit ist es, die epiphytischen Populationen auf
Getreidepflanzen bezüglich ihres Vorkommens in der Region in
Nord-Ost-Deutschland nach INA-Bakterien zu untersuchen und die
isolierten Stämme morphologisch, biochemisch und molekularbiologisch zu
charakterisieren und auf Eiskernbildungsaktivität zu testen.
Im
zweiten Teil der Arbeit werden die isolierten INA-Bakterien chemisch
mutiert, so daß die Fähigkeit zur Eisbildung gestört ist. Diese
Eisminus-Mutanten eignen sich dann als „Frostschutzbakterien“, wenn
sie in geeigneter Konzentration auf die Pflanzen aufgetragen werden, da
sie die INA-Bakterien nach dem Konkurrenz-Ausschluß-Prinzip verdrängen.
Entsprechende Laborversuche mit Weizen wurden hierzu bereits
vorgenommen.
Erste Freilandversuche
an Weinreben, Obstbäumen und Erdbeeren finden im Frühjahr 2000 in
Deutschland und im Iran statt.

Abbildung 5
Versuch mit
Sommerweizen (Triticum sp.).
|
Pflanze
links: Kontrollpflanze mit Wasservorbehandlung .
|
Pflanze
mitte: mit eisaktiven Wildstamm 128W (105 Zellen/ml in
sterilen bidest-Wasser; ca. 2 ml pro Pflanze) besprüht und für
zwei Tage in einer Klimakammer (60 % Feuchtigkeit und 20 °C)
inkubiert. Anschließend für 30 min. bei –5 °C gekühlt.
|
Pflanze
rechts: mit nicht-eisaktiven Mutanten 128M (106
Zellen/ml in sterilen bidest-Wasser; ca. 2 ml pro Pflanze) besprüht
und für zwei Tage in einer Klimakammer inkubiert. Anschließend für
30 min. bei –5 °C gekühlt.
|

Abbildung 6
Kompetitionsversuch
mit Sommerweizen (Triticum sp.).
|
Pflanze links:
Kontrollpflanze mit Wasservorbehandlung
|
Drei Pflanzen
rechts zunächst mit nicht-eisaktiven Stamm 128M mit
unterschiedlichen Zelldichten (106, 107 und
108 Zellen/ml – in gleicher Reihenfolge) für zwei
Tage in einer Klimakammer präinkubiert und danach mit eisaktiven
Stamm 128W (105 Zellen/ml; ca. 2 ml pro Pflanze) besprüht
und erneut für zwei Tage in einer Klimakammer inkubiert. Anschließend
für 30 min. bei –5 °C gekühlt
|
|