Medienmarkt China: TV, Film, Radio, Printmedien & Werbung

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Medienbereich

Mit dem Beitritt Chinas zur WTO, der Beteiligung Chinas an der Fußball-Weltmeisterschaft in Süd-Korea und Japan, den olympischen Sommerspielen Beijing 2008 und dem erwarteten Zuschlag zur Durchführung der Weltausstellung in Shanghai (Shanghai EXPO 2010) wächst in China das Bedürfnis, den Medienmarkt zu reformieren. Die knappen Kassen des Staates und die Gefahr, in wesentlichen Bereichen den Zugriff auf moderne Ansätze zu verlieren tragen darüber hinaus dazu bei, daß ausgerechnet der Kernbereich der staatlichen Propaganda seit Anfang 2002 zunehmend für ausländische Anbieter und Investoren geöffnet wird.

Medien rüsten sich für die Zukunft

Auch wenn der Medienbereich vom WTO-Beitritt nicht direkt tangiert wird, deuten einige Entscheidungen der chinesischen Regierung in jüngster Zeit aus der Sicht des Wall Street Journal darauf hin, dass Film und Fernsehen, welche lange Zeit als die empfindlichsten Teile im Mediensektor galten, sich allmählich zu normalen Industriezweigen wandeln. Was noch vor kurzem als Propagandamittel gesehen wurde, erfährt eine zunehmende Kommerzialisierung, deren Fernziel die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber internationalen Herausforderern zu sein scheint. Wie in den Bereichen, die durch den WTO-Beitritt für die internationale Konkurrenz geöffnet wurden, wolle China so viel wie möglich vom Ausland lernen, bevor es seine einheimischen Unternehmen in den Wettbewerb entlässt, schreibt die South China Morning Post. Mit der Beschränkung der Sendeerlaubnis für ausländische Fernsehprogramme auf die Provinz Guangdong entsteht ein Versuchslabor, in dem sich einheimische Fernsehanstalten an internationalen Standards messen können, während der Marktanteil der ausländischen Stationen reguliert bleibt. Bereits im Juli 2001 wurde in Guangdong mit Southern Television Guangdong (TVS) eine neue Fernsehstation explizit mit dem Ziel aufgebaut, den staatlichen Anstalten im kommenden Konkurrenzkampf mit den ausländischen Sendern den Rücken zu stärken.

Aber auch auf nationaler Ebene hat die Zukunft schon begonnen: Anfang Dezember 2001 wurde die China Radio, Film and Television Group (CRFTG) gegründet, ein chinesischer Medienriese mit 20.000 Beschäftigten und einem geplanten Jahresumsatz von 11,1 Mrd. RMB, der eines Tages den internationalen Giganten die Stirn bieten soll, wie Xu Guangchun, Generaldirektor der SARFT , verlauten ließ. Die CRFTG vereinigt die größten Unternehmen im Rundfunk­ und Fernsehbereich: CCTV, ein landesweites Netzwerk von Kabelfernsehstationen, die China Film Group (den größten Filmproduzenten und Importmonopolisten für Film) sowie Chinas nationale und internationale Radiosender. Beobachter sehen im Bereich der elektronischen Medien in Zukunft jedoch nicht nur einen nationalen, sondern auch mehrere große regionale Konzerne vor allem in den städtischen Zentren Peking, Shanghai und Guangzhou, entstehen. Haupthindernis auf dem Weg zu überregionalen Zusammenschlüssen ist ein tiefsitzender Protektionismus auf Provinzebene.

Mit dem Ziel, die Entstehung größerer regionaler Mediengruppen zu begünstigen, gab die Regierung im November 2001 bekannt, dass Medienbetriebe der Provinzen ab sofort die Erlaubnis hätten, ihren Wirkungsbereich über die eigenen Gebietsgrenzen auszudehnen. Somit können Fernseh- und Radiostationen sowie Zeitungen ähnliche Betriebe in anderen Landesteilen aufkaufen oder mit ihnen fusionieren. Doch während es TV­ und Radiostationen gestattet ist, in den Printmedienbereich zu expandieren, sind Erweiterungen in die Gegenrichtung nicht erlaubt. Dafür dürfen große Staatsunternehmen neuerdings in staatliche Zeitungen investieren. Dies soll wohl den Rückzug der Staatsorgane aus dem Medienbereich abfedern. Es ist allerdings zweifelhaft, dass die neue Regelung die Situation staatlicher Zeitungen verbessern wird, denn obwohl die Printmedien den Zugang zu den Aktienmärkten gewünscht hatten, um neue Wege in der Finanzierung beschreiten zu können, bleiben die Türen zur Börse für sie geschlossen. Das Nachsehen hat u.a. die Guangzhou Daily Group, der 13 Zeitungen und drei Zeitschriften gehören. Sie beabsichtigte, 2001 an die Börse zu gehen, um sich für das rauhere Wettbewerbsumfeld nach dem WTO-Beitritt zu wappnen. Weiterhin keinen direkten Zutritt zu den Printmedien erhalten private und ausländische Investoren. Sie müssen ihr Engagement noch immer als Inseratenverkauf o.ä. tarnen. Zwei Ausnahmen sind die mit monatlich 385.000 bzw. 300.000 verkauften Exemplaren überaus populären Modemagazine Shi Shang ("Mode") und Blle, J V s mit einem amerikanischen bzw. einem französischen Partner. Doch der immer härtere Konkurrenzkampf und die sinkende Bereitschaft des Staates, unprofitable Zeitungen zu unterstützen, weicht die Dämme gegen nicht-chinesisches Kapital auf. Eine offizielle Quelle schätzte, dass sich ausländische Interessenten noch rund drei Jahre gedulden müssten, bis ihnen Zugang zum Pressewesen gewährt würde.

Mit Blick auf die Vergangenheit ist wohl damit zu rechnen, dass die Öffnung des chinesischen Medienmarkts nicht geradlinig verlaufen, sondern durch politische Launen und die Verfassung der einheimischen Medienbetriebe bestimmt sein wird. Dies musste eine Hong Konger Firma erfahren, als sie die chinesischen Senderechte für die Fussball­ WM 2002 und 2006 CCTV vor der Nase wegschnappte. Peking übte darauf hin massiven Druck aus und verbot den Fernsehstationen auf dem Festland, mit dem Unternehmen über die Rechte an Aufzeichnungen zu verhandeln, worauf es kapitulierte. Laut Gesetz ist die Übertragung bedeutender Sportanlässe CCTV vorbehalten. (WJ/CD/MP)

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Fernsehsektor für Ausländer geöffnet

Die aufsehenerregendste Entwick-lung des 4. Quartals 2001 im Medienbereich war ohne Zweifel die Öffnung des chinesischen Fernsehmarktes für ausländische TV-Sender (siehe auch CHINA Nachrichten 3/01, S.115). Im Oktober erteilte die chinesische Radio-, Film­ und Fernsehbehörde SARFT zum ersten Mal Senderechte an nichtchinesische Fernsehanstalten, beschränkte das Sendegebiet jedoch auf die Provinz Guangdong. Phoenix Satellite Television, an der die Star Group, ein Unternehmen der Rupert Murdochs News COI,"P., einen Anteil von 37,6% hält, sowie AOL Time Warner erhielten die Erlaubnis, ihre Programme über lokale Kabelnetze zu vertreiben. Im Dezember wurde auch Star TV dieses Recht zugesprochen. Phoenix TV wird sein Putonghua-Programm einspeisen, das schon seit 1997 -allerdings ohne Genehmigung der SARFT - über das Kabelfernsehen der Provinz Guangdong empfangen werden kann, während AOL seinen chinesischsprachigen Unterhaltungskanal China Entertainment Television (CETV) ausstrahlen wird. Das chinesische Programm von Star befindet sich noch im Aufbau und soll in der ersten Hälfte 2002 auf Sendung gehen. In Aussicht gestellt wurde eine Mischung aus Film, Sport und Fernsehserien, aber ohne Nachrichten. Im Gegenzug für die sogenannten "Landerechte" in Guangdong verpflichteten sich alle drei Konzerne, die englischsprachigen Kanäle des chinesischen Zentralfernsehens CCTV in den USA über Kabel oder Satellit auszustrahlen. Darüber hinaus gründete Phoenix mit CCTV eine J V mit dem Ziel, Produkte beider Sender auf den chinesischsprachigen Märkten in Übersee, in erster Linie in den USA, abzusetzen.

Ausländische Medienkonzerne, allen voran die Murdochs News Corp., hatten sich teilweise jahrzehntelang vergebens um einen Zugang zum chinesischen Fernsehmarkt bemüht. Nichtchinesische Satellitenprogramme waren bis dato nur in besseren Hotels und Wohnkomplexen für Ausländer erlaubt. Trotzdem hatte eine stattliche Anzahl von einheimischen Fernsehkonsumenten durch illegal aufgestellte Satellitenschüsseln Zugang zu ihnen. Phoenix TV gab seine Reichweite auf dem Festland mit 42 Mio. Haushalten an, das sind 13%. 16 Mio. davon waren in Guangdong, einer der reichsten Provinz Chinas. Aufgrund dieser Tatsache wird von Beobachtern erwartet, dass sich für Phoenix TV aus der Erteilung von Senderechten kaum Veränderungen in der Zuschauermenge ergeben werden und somit auch keine nennenswerten Gewinne. Stephen Marcopoto, Verantwortlicher für die Region Asien/Pazifik bei AOL Time Warner, rechnet dagegen für CETV mit einer Verdoppelung der Werbeeinnahmen im Jahr 2002. Der Sender erreicht gegenwärtig 60% seines Zielpublikums in der Stadt Guangzhou. In der Provinz Guangdong wird der Markt für Fernsehwerbung auf 2,48 Mrd. RMB geschätzt. Einigen Analysten zufolge werden sich die ausländischen TV-Stationen jedoch zuerst durch zähe Verhandlungen mit lokalen Kabelnetzbetreibern kämpfen müssen. Überdies wird das Potential der chinesischsprachigen Programme dadurch eingeschränkt, dass mehr als die Hälfte des Guangdonger Publikums Sendungen auf Kantonesisch bevorzugt. (CO/MP/WJ)

 Olympia-Symbole geschützt

Die Pekinger Stadtregierung erließ im November 2001 ein Gesetz, das die kommerzielle Verwendung sämtlichen geistigen Eigentums, das mit den Olympischen Spielen in Verbindung steht die fünf Ringe, die Hymne, die Bezeichnungen "Olympia", "Olympische Spiele", "Olympiade" usw. - durch Unberechtigte verbietet. Ebenfalls unter Schutz gestellt sind die Symbole des Chinesischen Olympischen Komitees und der Olympia-Kandidatur 2008. Mit der Einführung einer ähnlichen Gesetzgebung wie in Australien und Griechenland (für Sydney 2000 und Athen 2004) räumte Peking juristische Unklarheiten aus. Firmen, die unerlaubterweise den Eindruck erwecken, sie seien Sponsoren oder offizielle Zulieferer der Olympiade, können von nun an des Markenmissbrauchs angeklagt werden. Dies gilt ausdrücklich auch für Betreiber von lnternetseiten, die olympische Elemente verwenden.

Für chinesische Unternehmen stehen die Chancen derzeit schlecht, in den erlauchten Kreis der offiziellen Olympia-Partner einzutreten. Auf der Liste der Sponsoren für die Olympischen Spiele 2008 stehen im Moment keine chinesischen Konzerne, selbst wenn für manche die Mitgliederbeiträge von schätzungsweise 55 Mio. USD und die Kosten für Werbung, die ein Vielfaches davon betragen, kein Problem darstellen. Doch zum einen lässt das Internationale Olympische Komitee (IOC) nur einen Sponsor pro Wirtschaftssektor zu, zum andern leiden chinesische Firmen unter dem Nachteil, dass sie noch nicht über ein weltumspannendes Vertriebsnetz verfügen, was ihre Möglichkeiten in der Olympia-Vermarktung einschränkt. (CO/MP/CEN)

 

 

 

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