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Mittwoch
| 21. Januar 2001 |
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Die Chronik des
Transrapid
Berlin/Shanghai 2001:
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1969: Die Bundesregierung gibt den Auftrag zur Prüfung einer
Magnetschnellbahn. Die Entscheidung fällt später zugunsten der
Thyssen-Entwicklung Transrapid.
1980: Baubeginn der Versuchsanlage Emsland und eines
Versuchsfahrzeugs durch das Konsortium Magnetbahn Transrapid.
1984: Auf der 32 Kilometer langen Versuchsstrecke wird der
Testbetrieb aufgenommen.
1991: Die Deutsche Bundesbahn und sieben führende
Hochschulinstitute stellen die uneingeschränkte technische
Einsatzreife der Magnetschnellbahn fest.
1993: Ein Finanzierungskonzept nach dem Prinzip der “Public
Private Partnership” wird erstellt. Bund, Privatwirtschaft und
Banken teilen die Kosten. Die Gesamtinvestitionen für die Strecke
zwischen Hamburg und Berlin werden auf 8,9 Milliarden Mark
beziffert.
2. März 1994: Bauentscheidung des Kabinetts.
23. November 1994: Das von Bundestag und Bundesrat
verabschiedete Magnetschwebebahn-Planungsgesetz tritt in Kraft.
25. April 1997: Bundesverkehrsminister Wissmann gibt bekannt,
dass die Investitionskosten gestiegen sind: Der Fahrweg wird nun mit
6,1 Milliarden Mark veranschlagt. Das Betriebssystem soll 3,7
Milliarden Mark kosten. Die drei Partner - Bund, Bahn und
Unternehmen - erwarteten im Jahr 2010 Erlöse von rund 790 Millionen
Mark. Das Unternehmenskonsortium setzt sich jetzt zusammen aus den
Firmen Thyssen, Siemens und dem Daimler Benz/ABB-Joint-Venture
Adtranz. Nicht mehr dabei sind Holzmann, Hochtief sowie Bilfinger
und Berger.
9. September 1998: Für das künftige Eisenbahnkreuz Berlin
und den Bau des Transrapid wird der Grundstein gelegt.
1. Oktober 1998: Eine Berliner Volksinitiative sammelt rund
133.000 Unterschriften gegen die Magnetschwebebahn. Nach Prüfung
der Listen muss sich das Landesparlament binnen fünf Monaten mit
dem Anliegen beschäftigen.
15. Oktober 1998: Die Magnetbahn-Planungsgesellschaft räumt
ein, dass der Bau der Bahn möglicherweise bis zu 2,8 Milliarden
Mark teurer wird als bislang angenommen. Das Eisenbahn-Bundesamt
habe die Fahrwegkosten in einer Analyse auf 7,7 bis 8,9 Milliarden
Mark geschätzt.
17. Oktober 1998: Der künftige Verkehrsminister Franz Müntefering
erklärt, wenn der Transrapid bei Betrieb und Folgekosten teurer
werde als bisher angenommen, “wird nicht der Bund diese Kosten übernehmen”.
Zugleich bringt der SPD-Politker neue Referenzstrecken ins Gespräch.
Juni 1999: Nach neuesten Berechnungen soll der Bau der Trasse
neun Milliarden Mark statt der bislang veranschlagten 6,1 Milliarden
Mark kosten. Die am Vorhaben beteiligten Unternehmen Thyssen,
Siemens und Adtranz sind nicht bereit, diese Finanzlücke zu schließen.
September 1999: Die Bundesregierung will die
Magnetschwebebahn zwischen Hamburg und Berlin zunächst nur
einspurig bauen. Verkehrsminister Franz Müntefering (SPD) erklärt,
eine Inbetriebnahme im Jahr 2006 oder 2007 sei erreichbar. Nach
Ansicht der Bahn AG stellt eine einspurige Strecke die
Wirtschaftlichkeit des gesamten Projekts in Frage. Damit seien keine
8,6 Millionen Passagiere zu befördern.
12. Oktober 1999: Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen
Bahn AG, Dieter Vogel, spricht sich klar gegen den Bau einer nur
einspurigen Transrapid-Trasse aus.
13. Januar 2000: Der neue Bahnchef Hartmut Mehdorn äußert
massive Zweifel an der Wirtschaftlichkeit einer Magnetbahnverbindung
zwischen Hamburg und Berlin. Ein Ausbau der bestehenden
Schienenstrecke könnte die Fahrtzeit auf eineinhalb Stunden verkürzen,
20 Minuten weniger als mit dem Transrapid. “Dass man dafür zwölf
Milliarden Mark ausgeben muss, das will uns nicht so richtig in den
Kopf”, so Mehdorn.
5. Februar 2000: Das umstrittene Transrapid-Projekt auf der
Strecke Berlin-Hamburg ist endgültig zu den Akten gelegt worden.
Verkehrsminister Klimmt, Bahnchef Mehdorn sowie Vertreter der am
Projekt beteiligen Unternehmen ThyssenKrupp, Siemens und Adtranz
legen nach einem Spitzengespräch in Frankfurt eine entsprechende
gemeinsame Erklärung vor. Die Teilnehmer stellten “bei
unterschiedlicher Auffassung über die Gründe” fest, der Bau der
Strecke werde nicht realisiert.
26. Juni 2000: China bekundet Interesse an einer
Referenzstrecke für den Transrapid sowohl von der Schanghaier
Innenstadt zum Flughafen als auch von Shanghai nach Peking.
2. Juli 2000: Der chinesische Ministerpräsident Zhu Rongji
macht eine Probefahrt mit dem Transrapid der Teststrecke im Emsland.
23. August 2000: Das Transrapid-Konsortium und
Verkehrsminister Reinhard Klimmt unterzeichnen eine Vereinbarung über
die Zukunft der Versuchsanlage im Emsland und über das weitere
Verfahren bei der Suche nach einer Einsatzstrecke.
4. September 2000: Nach Angaben der Bundesregierung hat die
Entwicklung und Planung der Magnetschwebebahn Transrapid den
deutschen Steuerzahler bis zu diesem Zeitpunkt 2,35 Milliarden Mark
gekostet. Weitere 470 Millionen Mark steuerte die Industrie bei.
27. Oktober 2000: Die Vorauswahl für eine mögliche
Transrapid-Strecke in Deutschland fällt zu Gunsten des Ruhrgebiets
und Münchens aus.
21. Januar 2001: Das deutsche Hersteller-Konsortium des
Transrapids erhält von chinesischer Seite den Zuschlag für den Bau
einer 30 Kilometer langen Strecke für die Magnetschwebebahn bei
Schanghai. |
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