Mittwoch | 11. Juli 2001

| Recht | Wirtschaft | Events | China Forum | Termine

Biotechnologie in China
Universität von Cheng
du, Zentrum der Biotechnologie, Forschung und Genanalyse

Ziel der chinesischen Politik ist es, die vollständige Erfassung von Erbgutinformationen der Bevölkerung. China ist bei der Technik der Gen-Sequenzierung, der Analyse und Erfassung von Genen Weltspitze. Die Forschungskapazitäten sind unerschöpflich und lassen jeden Forschungsansatz zu. Mit derzeit rund 2,4 Mrd. Dollar ist die Biotechnologie ein größerer Wirtschaftsfaktor als etwa in Deutschland. Deutschland liegt im Verhältnis dazu bei 1/3 des Umsatzes nach einer Mitteilung der Financial Times Deutschland vom 16. Juli 2001. Ziel der chinesischen Politik ist insbesondere ein systematischer Aufbau einer Datenbank. Jeder Säugling soll in Zukunft einen eigenen Gen-Datenpass erhalten. Während in Deutschland schon die Erfassung von Gen-Daten von Sexualstraftätern strittig ist, kennt China kaum Begrenzen oder Reglementieren. In China wird in erster Linie die Pharmaindustrie geschützt. Der Leitspruch: "China ist der wilde Osten der Humangenetik" scheint Wirklichkeit zu sein. Internationale Unternehmen entdecken China als billiges Testlabor. Die Datenmenge ist unerschöpflich. Chinas Biotechnologie-Politik zielt insbesondere darauf, die Gen-Struktur der Bevölkerung zu verbessern, Erbkrankheiten zu definieren und zu bekämpfen. Insgesamt soll die gesundheitliche Situation der Bevölkerung nachhaltig verbessert werden. Nach dem Gesetz von 1995 über die Gesundheitsfürsorge, welches international als "Eugenik-Gesetz" betitelt wird, sind beispielsweise voreheliche Gesundheitstests ebenso üblich wie nachhaltige Untersuchungen von Säuglingen. Vorgeschrieben sind auch pränatale Untersuch- ungen. Das Gesetz verpflichtet chinesische Ärzte dazu, bei schwerwiegenden Krankheiten oder genetischen Defekten Abtreibungen vorzunehmen. Die Provinzen in China pflegen eine unterschiedliche Kultur und Umsetzung der Gesetze. Gansu ist nach dem Bericht der Financial Times Deutschland als "Eugenik-Provinz" bekannt. Hier werden vorzugsweise geistig behinderte Menschen zwangssterilisiert.

Eine Aufsicht über Forschungsvorhaben besteht fast nirgends. Forschung kann daher fast unkontrolliert betrieben werden. Dies scheint die Grundlage und der Nährboden dafür zu sein, dass internationale Konzerne sich zunehmend auch in China engagieren. Einen besonderer Wirtschaftszweig ist die sogenannte DNA-Analyse durch einen neuentwickelten Chip, der schwerwiegende Erkrankungen relativ schnell ermitteln kann. Vermittels dieser Technologie plant der Erfinder ein chinaweites Überprüfungsnetz. China selbst fördert die Biotechnologiebranche durch massive Investitionen und großzügige Steuervergünstigungen. Auch regionale Vorteile werden im Rahmen der Neuausrichtung Chinas nach Westen hin auf jeder Ebene umgesetzt. Die schwache Infrastruktur Chinas und das Vorhandensein weit abgelegener Dörfer und damit Populationen ist verlockend. Ein Missbrauch der Gen- und Biotechnologie durch ausländische Investoren kann derzeit kaum verhindert werden. Strukturen, Regelungen und Ansätze existieren insoweit durchgehend nicht. Das chinesische Erbgut scheint vor allem für amerikanische Unternehmen von Interesse. Hier werden Daten erhoben, patentiert, was in Europa nicht möglich wäre, und damit der Forschung auf Dauer zum Zwecke der Gewinnmaximierung entzogen. Die chinesischen Bürger, oftmals über die Tragweite einer Einbindung in die Forschungsprojekte nicht bewusst, verlieren damit nicht nur wirtschaftlich. Gegen die Investition mittels Hardware im Gegenzug zu unreglementierte Freigabe von Informationen scheint es kein Allheilmittel zu geben. China profitiert dennoch auch wirtschaftlich von dem Boom in der Biotechnologie. Die Exporte chinesischer Unternehmen der Pharma-Industrie steigen. Im Jahre 2000 betrugen sie bereits 3,5 Mrd. US-Dollar bei einer Steigerungsrate von durchschnittlich fast 20 % pro Jahr.

Weiteres zum Thema: Chinesisch-Europäischer Wirtschaftskongress anläßlich der Asien-Pazifik-Wochen 2001 in Berlin

 

   

 

Berlin - Headoffice

Recht & Steuern

China Forum

Impressum

China von A - Z

Vietnam

Indonesien

Thailand

Inhalt

Welcome

Service

Betriebswirtschaft

Travel & Unterkunft

Energiewirtschaft

Wasserwirtschaft

Inhaltsverzeichnis

Events

Projects in China

Online-Beratung

Kontakt

Wirtschaft

Verbände

Umweltschutz

Stadtplanung

News


[FrontPage-Komponente "Ergebnisse speichern "]

 

Search the web    powered by FreeFind

 

 

Subscribe Newsletter

 

[Recht] [Newsletter] [China Forum] [News] [Service] [Verbände] [Bauen in China] [Wirtschaft] [Inhalt] [Impressum] [Welcome] [News] [Events] [Travel] [Kontakte] [Home] [Suchen] [Energiewirtschaft] [Wasserwirtschaft] [Stadtentwicklung] [Online-Beratung] [Umweltschutz] [Webkalender] [Kontakt] [Site-Map] [Messekalender] [Veranstaltungskalender]


All rights reserved for the Author/Publisher. Alle Rechte, auch Übersetzungen, sind vorbehalten. Reproduktionen gleich welcher Art, ob Fotokopie, Mikrofilm oder Erfassung in Datenbanken oder Datenbankverarbeitungsanlagen nur mit schriftlicher Genehmigung des Urhebers. Aus der Veröffentlichung kann nicht geschlossen werden, daß die beschriebenen Lösungen oder verwendeten Bezeichnungen frei von gewerblichen Urheber oder Schutzrechten sind. Verantwortlich: apfb@chinaproject.de - Nachdruck und Weiterverbreitung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung. Trotz größter Sorgfalt bei der Recherche können wir mit Rücksicht auf eine ständig ändernde Rechtslage keinerlei Haftung übernehmen und bitten alle Leser, sich jeweils über den aktuellen Stand durch eine gezielte Rückfrage zu informieren. 

© 2001, Berlin Asien Pacific Review

China Forum im Internet