Dauerbrenner
China: Vertrags(un-)treue in Chinahandel und Vertrieb
BERLIN
- (trempel) - Der Abschluss eines Vertrages mit einem chinesischen
Partner bedeutet für den ausländischen Investor in aller Regel das
erhoffte Ende der Unsicherheit und "Beginn fester vertraglicher
Konturen", die Berechenbarkeit verkünden. Der chinesische Partner
sieht das anders. Kein Wunder also, daß es in der Praxis immer wieder
Probleme gibt, die die beiderseitigen Beziehungen belasten.
Egal,
ob
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Gesellschaftsverträge
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Arbeitsverträge
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Qualitätssicherungsvereinbarungen
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Vertriebs-
und/oder Distributionsverträge
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Kaufverträge
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Technologietransfer-
oder
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Lizenzverträge
mit
chinesischen Partnern infrage stehen. Eines muß immer wieder festgestellt
werden: Die Kontrolle der Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen ist
wichtig, will man sich nicht einer latenten Umgehung ausgesetzt sehen.
Vertragsstrafenklauseln,
die bis zur Höhe von 50% des Auftragswerts einer - vermeintlichen -
Verletzungshandlung reichen oder besondere Kündigungs- und
Wettbewerbsklauseln sind nicht allein ausreichend, um untreue
Vertragspartner, und davon gibt es bekanntlich viele, zur Vernunft zu
bringen. Eine Strategie der Vorsorge, die den Partner kontrolliert (sei es
durch verdeckte Kontrollen oder Kaufangebote) und die eigene Position
schützt, gehört in das Konzept der Anspruchssicherung.
Nicht
selten wird mit chinesischen Partnern eine Gebietsschutzklausel
vereinbart, die dem ausländischen Partner und Co-Investor das Abnahme-
und/oder Alleinvertriebsrecht in Europa oder auf bestimmten Zielmärkten,
dem chinesischen Partner hingegen in Teilen von Asien oder bestimmten
Provinzen Chinas sichern soll.
Es
ist sehr häufig nur eine Frage der Zeit, dass dann festgestellt wird,
dass der Partner ohne jede Hemmung im zugesicherten Vertragsgebiet
"wildert", ohne auf das Vertragswerk Rücksicht zu nehmen.
Die
Reaktion hierauf muss eindeutig sein: Die - hoffentlich - vereinbarte
Vertragsstrafe ist zu ziehen und sogar die Kündigung der Zusammenarbeit
anzudrohen, wird der Vertragsbruch nicht unverzüglich eingestellt und
Abhilfe geschaffen.
Aber
Vorsicht: wer selbst vertragsuntreu handelt, bekommt dies von seinem
Partner dann in aller Regel mit gleichem Kaliber zurück. Auf der Ebene
des Kampfes hinter den Kulissen kennt man sich auch in China bestens aus.
Es bietet sich an, dass Szenario einer möglichen Auseinandersetzung
bereits im Vorfeld einer Vertragsverhandlung oder Unterzeichnung mit dem
Partner durchzuspielen, um "das Verständnis für die Konsequenzen
der Vertragsuntreue" zu vertiefen.
Noch
Fragen ? Bitte nicht zögern.....

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