Mittwoch | 18. Dezember 2000

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UMWELTSCHUTZ: DER WASSERMANGEL AM GELBEN FLUSS GEFÄHRDET NORD-CHINA 

Shanghai/Berlin: 

Die Wiege der chinesischen Kultur, der Gelbe Fluss "Huanghe", nach dem Yangzi  zweitgrößter Fluß Chinas droht in naher Zukunft zu versickern. Immer seltener erreicht sein Wasser die Mündung am chinesischen Meer. Der Raubbau an Natur und Ressourcen macht sich tragisch bemerkbar. Das bleibt für die wirtschaftliche Entwicklung Chinas nicht folgenlos.

Von seiner Quelle in West-China (Provinz Qinghai) durchfließt er auf 5.500 Kilometern neun Provinzen und entwässert ein Einzugsgebiet von 750.000 Quadratkilometern mit einer Gesamtbevölkerung von rund 150 Millionen Menschen.

In den letzten Jahren geben bestimmte Erscheinungen Anlass zur Sorge. Der 1 Fluss trocknet immer mehr aus. 1997 blieb der Unterlauf 226 Tage völlig ohne Wasser. Dieses Extremereignis hatte sich über einen längeren Zeitraum angebahnt. Während in den 50er und 60er Jahren in Lijin nahe der Mündung im Schnitt ein Abfluss von 50 Milliarden Kubikmeter pro Jahr registriert wurde (mit starken Schwankungen von Jahr zu Jahr), waren es in den 90er Jahren nur noch weniger als 25 Milliarden Kubikmeter. Entsprechend ist auch die Sedimentfracht zurückgegangen. Für das Flussdelta und die angrenzenden Küstengewässer hat das erhebliche negative Folgen. Der Garnelenfang in der Bohai-Bucht ist rückläufig, und in Teilen des Deltas hat sich die Küstenlinie landeinwärts verschoben, ganz im Gegensatz zum normalen Trend, dass sich das Delta ständig weiter ins Meer vorschiebt.

Die Regenfälle am Ober- und Mittellauf sind gegenüber den 50erJahren um zwölf Prozent zurückgegangen. Deshalb ist dort zum Ausgleich mehr Wasser für Bewässerungszwecke aus dem Fluss entnommen worden, was die ohnehin schon verringerte Wasserführung noch mehr reduzierte. Auch der steigende Wasserverbrauch durch die Industrie hat sich ausgewirkt.

Der Gelbe Fluss ist die wichtigste Wasserressource für die nordchinesische Ebene, aber schon in normalen Zeiten ist das Wasserangebot knapp. Während am Jangtse 40.000 Kubikmeter Wasser pro Hektar Ackerland zur Verfügung stehen, sind es am Gelben Fluss nur5.000 Kubikmeter; eben so krass sind die Unterschied de pro Kopf der Bevölkerung, 2.300 gegen 400 Kubikmeter. Ein Andauern der Trockenheit würde die Lebensgrundlagen in der nordchinesischen Ebene in Frage stellen; denn ein noch stärkerer Rückgriff auf das Grundwasser verbietet sich. Schonjetzt sinkt der Grundwasserspiegel jährlich uni ein bis zwei Meter. Deshalb hat die chinesische Regierung jetzt beschlossen, ein Projekt in Angriff zu nehmen, da schon seit den 50er Jahren in Planung ist Den Transfer von Jangtse-Wasser in den Norden. In umfangreichen Machbarkeitsstudien sind drei Strecken untersuch worden: Eine Ost-, Zentral- und eine Westlinie. im Osten würde zwischen Nanjing und Shanghai Wasser aus dem Jangtse entnommen und teilweise dem "Großen Kanal" folgend bis Tianjin geleitet. Dazu wären 30 Pumpstationen nötig um eine Höhendifferenz von insgesamt 65 Metern zu überwinden. Der Gelbe Fluss würde mit einem Syphon unterquert.

Gigantische Umsiedlung nötig

Die Zentrallinie würde vom 150 Mete hoch gelegenen Danjiangkou-Stausee am Oberlauf des Han-Flusses ausgehen und das Wasser würde dem natürlichen Gefälle folgend bis nach Peking (50 Meter) fließen. Dabei wären 210 Flüsse zu überqueren, darunter der Gelbe Fluss mit einem 9,5 Kilometer langen Viadukt. Zu Vergrößerung des Speicherraums müsste der Staudamm um 15 Meter erhöht werden. Das würde die Umsiedlung von 220.000 Menschen notwendig machen.

Bei der Weststrecke soll vom Oberlauf des Jangtse, der dort Tongtianhe heißt, und den Nebenflüssen Yalong und Dadu, Wasser in den Oberlauf des Gelben Flusses eingespeist werden, zehn Milliarden Kubikmeter aus dem Jangtse undjeweils fünf Milliarden aus dem Yalong und Dadu. Unter dem Eindruck der Krise am Gelben Fluss soll dieses Projekt nun als erstes realisiert werden. Die Bauarbeiten sollen mit dem neuen Fünfjahresplan ab 2001 beginnen und werden sich mindestens i bis 2010 hinziehen. Es müssen drei Tunnel von 120 bis 140 Kilometer Länge und zehn Meter Durchmesser gebohrt werden. Für die Reservoirs sind Staudämme von 200 bis 300 Metern Höhe zu errichten, und das im Hochgebirge unter Dauerfrostbedingungen. Das Projektgebiet ist nur dünn besiedelt, so dass kaum Menschen betroffen sind. Die Wasserentnahme wird jedoch die Wasserkraftnutzung am Yalong und Dadu beeinträchtigen, wo bereits mehrere Wasserkraftwerke in Betrieb und weitere geplant sind. Im Mittelund Unterlauf des Jangtse wird die Wasserentnahme von insgesamt 20 Milliarden Kubikmetern dagegen kaum noch zu spüren sein, da weitere wasserreiche Nebenflüsse einmünden. In den "Drei Schluchten" beträgt der Durchfluss 450 Milliarden Kubikmeter pro Jahr, an der Mündung bei Shanghai sind es 1 .000 Milliarden Kubikmeter. 

 

   

 

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