Mittwoch | 11. Februar 2001

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Wer in chinesische Aktien investiert, muß Spekulant, Zocker oder eben Chinese sein

Der Kurssturz an den Börsen Chinas von über zehn Prozent seit Jahresbeginn beunruhigt die Regierung und den Markt. Die Furcht vor einem latenten Insiderhandel scheint nicht unbegründet. Dabei belastet der Streit um mögliche Kursmanipulationen die chinesische Börsen und natürlich all jene Berater, die immer noch behaupten, in China sei es möglich, Transparenz in staatliche oder private Unternehmen zu bringen. Das Gegenteil ist der Fall.

BEIJING/BERLIN: Anfang Februar 2001 beunruhigen Nachrichten über einen fortdauernden Insiderhandel die chinesischen Börsen und die mit ihnen Beschäftigten. Wu Linglian, enger Berater von Chinas Ministerpräsident Zhu Rongji, hat nach Informationen des Handelsblatt einen erbitterten Streit um die Rolle von Chinas jungen Börsen entfacht. Wu kämpft seit Monaten gegen grassierenden Insiderhandel und Kursmanipulationen. Zuletzt bezeichnete er die 1990 gegründeten Börsen in Shenzhen und Schanghai als Zockerbuden, die nicht einmal das Niveau von Casinos erreichten: Selbst in Casinos gibt es Regeln. Man schaut nicht in anderer Leute Karten".

Wu`s Attacke enthält im Grunde keine neuen Vorwürfe. In einer Untersuchung vom Dezember 1999 bis April 2000 fand die Börsenaufsicht in Schanghai heraus, dass die Kurse von mindestens 110 der fast 1200 Publikumsgesellschaften in China durch illegalen Handel künstlich nach oben getrieben wurden. Der oberste Finanzaufseher, der Regierung, li Finhua, hatte kurz zuvor bekannt gegeben, dass die Bücher von mehr als zwei Dritteln der 1300 größten Staatsfirmen des Landes ,inakkurat" seien. Fast alle börsennotierten Gesellschaften in China sind zu 70 % und mehr in der Hand des Staates. Nur ein Bruchteil ihrer Aktien ist im Umlauf.

Weitere Staatsfirmen planen 2001 den Börsengang

Wu Linglians Kritik schlug nicht wegen der Faktenlage ein, sondern wegen des Timings. Im laufenden Jahr stehen zahlreiche große Börsengänge führender Staatsfirmen an, darunter China Telecom und die Bank of China. Ein neues Gesetz für Fondsgesellschaften soll im März vom Nationalen Volkskongress verabschiedet werden. Außerdem muss die Regierung zur Finanzierung des Sozialsystems bis zu 300 Mrd. $ mit Börsengängen einsammeln. Mehr noch: BEIJING kassierte im Jahr 2000 umgerechnet 15 Mrd. DM Stempelsteuer auf Aktiengeschäfte. Und Chinas Anleger - 30 bis 50 Millionen an der Zahl - legen nach sieben Zinssenkungen und einer neuen Zinssteuer von 20 % immer mehr Ersparnisse an den lokalen Börsen an, statt sie in Sparbüchern bei den Staatsbanken zu horten. Eine Vertrauenskrise könnte die systematisch geschürte Börseneuphorie ruinieren, das Finanzsystem in Turbulenzen stürzen und die gesamte Wirtschaftsreform gefährden, heißt es im Handelsblatt vom 19.02.01.

"Chinas Kapitalmärkte sind die Chance der Transformation"

Die Börsen haben für China eine fundamentale Bedeutung. Über den Kapitalmarkt sollen die Mittel für die Transformation der Staatswirtschaft in eine Privatwirtschaft beschafft werden. Das klappt nur, wenn die Anleger auf Dauer Vertrauen in den Markt haben können. Diese Ausgangslage ist aber auch eine Chance für die Kräfte, die die Probleme des Marktes für eigene Zwecke ausnutzen. Es davon auszugehen, daß sich mit den Börsen nicht nur reale Chancen, sondern auch erhebliche Risiken für Anleger ergeben, die Spekulanten Tür und Tor öffnen bzw. diese nicht wirklich abhalten.

   

 

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